Kommt jetzt der große Internet-Rotlichtbezirk?

Washington - Die Einrichtung eines Rotlichtbezirks im Internet rückt nach jahrelanger Debatte nun offenbar doch näher. Geplant ist eine neue entsprechende Web-Adress-Endung.

Nach einer schon ein Jahrzehnt anhaltenden Debatte beschloss die für die Vergabe von neuen Domain-Adressen zuständige Organisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) jetzt, einen Vertrag mit der Firma ICM Registry über den Vertrieb der Web-Adressänderung .xxx voranzutreiben. Erst im Juni war beschlossen worden, die Verhandlungen über einen Vertrag aufnehmen.

Die Web-Adress-Endung .xxx käme dann zu den schon bestehenden Top-Level-Domains wie .com oder .org hinzu. Bevor die ersten Websites mit der neuen Endung, die auf pornografische Inhalte hinweisen soll, eingerichtet werden können, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Zuerst sollen nämlich noch Regierungen weltweit befragt werden.

Der Chef des Registrars ICM, Stuart Lawley, erklärte, von einer .xxx-Domain würden alle profitieren. Die Betreiber pornografischer Seiten hätten den Vorteil, dass sie leichter zu finden seien, Kunden könnten sicherer sein, dass sie nicht auf Websites landeten, die es nur auf Kreditkartenbetrug abgesehen hätten. Die Nutzung der .xxx-Domain wäre aber freiwillig. Kritiker bezweifeln, dass bestehende pornografische Websites zum Beispiel ihre .com-Adressen aufgeben.

ICM Registry hatte 2000 erstmals die Einrichtung der .xxx-Domain beantragt und dies 2004 wiederholt. ICANN erteilte dann schon 2005 eine vorläufige Genehmigung, die später aber wieder zurückgezogen wurde. Dagegen legte ICM Registry Widerspruch ein und bekam Recht. Die Pornoindustrie befürwortet die .xxx-Domain nur halbherzig, da sie eine Gettoisierung befürchtet. ICM hofft auf einen Start im zweiten Quartal 2011.

AP

 

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Rubriklistenbild: © dpa

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