Ausgewählte Behördenstatistiken nun online - Innenministerium wollte Vorreiter sein

Kritik an neuem Datenportal

+
Das neue Datenportal des Bundesinnenministeriums ist mit nur mäßigem Erfolg gestartet. 

Berlin. Bis zu 20.000 Seitenaufrufe pro Stunde, etwa sechs Klicks in der Sekunde - diesem Interesse war das neue Datenportal „Govdata“ der Bundesregierung nicht gewachsen.

Zum Start des neuen Portals im Februar hatten der Betreiber, also das Bundesinnenministerium, nicht mit den hohen Zugriffszahlen gerechnet. Die Seite kann unter www.daten-deutschland.de aufgerufen werden und beinhaltet bisher über 1000 frei zugängliche Datensätze deutscher Behörden.

Ziel ist es, den Zugang zu öffentlichen Daten zu erleichtern und Statistiken sowie Informationen der Verwaltung zu bündeln. Unter die Datensätze fallen Informationen zu Verkehr, Abfall, Bevölkerungszahlen oder Wahlergebnisse – dabei „natürlich nur Daten, der Veröffentlichung die Privatsphäre nicht verletzen“, versichert Philipp Spauschus, Sprecher des Bundesinnenministeriums. Beteiligt sind erst drei Bundesportale, fünf Bundesländer und einige Städte. Hessen und Niedersachsen sind noch nicht dabei. Da es sich um einen Prototyp handele, erklärt Spauschus, sei noch kein umfassender Datenbestand vorhanden. Nach und nach werde das Angebot jetzt ausgebaut.

Generell gebe es aber keine gesetzliche Verpflichtung, Daten bereit zu stellen. Im Zuge der Digitalisierung der Gesellschaft sei eine stärkere Öffnung von Politik und Verwaltung zu beobachten, sagt Spauschus. „Sicherlich wird es aber immer auch Daten geben, die aus guten Gründen nicht veröffentlicht werden.“ „Govdata - Das Datenportal für Deutschland“ orientiert sich an open-data-Portalen (siehe Stichwort) aus anderen Ländern: Vorreiter sind Großbritannien und die USA.

Mit den Daten arbeiten hauptsächlich Journalisten und App-Entwickler für Smartphones. Denn wer zum Beispiel eine Applikation entwickeln will, mit der man öffentliche Toiletten finden kann, ist auf die Daten der Stadt oder Gemeinde angewiesen. Aus Sicht von Software-Entwicklern gehen die Pläne allerdings nicht weit genug. In einem offenen Brief im Internet bemängeln sie vor allem die unklaren Nutzungsbedingungen. So sei für Entwickler nicht ersichtlich, was sie mit den Datensätzen machen dürfen, sagt Daniel Dietrich von der Open Knowledge Foundation. Dabei geht es um die extra für das Portal neu eingeführte „Datenlizenz Deutschland“.

Die Nutzung der Daten ist somit nicht uneingeschränkt möglich. Dies bestreitet das Bundesministerium auch nicht. Die Datenlizenz befände sich ebenfalls noch in der Testphase und werde laut Spauschus gegebenenfalls weiterentwickelt. Dabei werde auch die zukünftige Entwicklung auf europäischer Ebene eine Rolle spielen. (nif/dpa)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.