Mach die Stewardess glücklich: Kasseler Studentin entwirft Facebook-Spiel

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Übersichtliche Grafik: So sieht Lea Schönfelders Spiel aus: Am Anfang stellt sich die Stewardess vor (links), am Ende des Spiels verlassen die Figuren das Flugzeug.

Kassel. Geballer gibt es hier nicht. Im Gegenteil, die Spielaufgabe heißt: Mach die Stewardess glücklich. Das Spiel einer Kasseler Studentin wird auf Facebook gespielt.

Hier geht es zum Spiel

Das Ganze ist verblüffend untypisch. Und das Ziel des neuen Spiels „Harmonic Flight“  ist gar nicht so leicht zu erreichen. Entwickelt hat das Spiel die Kasselerin Lea Schönfelder. Es ist bei Facebook mit mehreren Spielern kostenlos spielbar.

Die Studentin der Kunsthochschule spezialisiert sich seit einiger Zeit aufs Gestalten von Computergames und hat für ihr ironisches Spiel „Ute“, bei dem witzige Strichmännchen nach schwierigen Regeln schnellen Sex haben, einen Preis bei einem hochrangigen Spielefestival in San Francisco bekommen.

Nun also „Harmonic Flight“. Das Flugzeug taumelt, bricht in zwei Hälften und stürzt ab, wenn die Flugbegleiterin mit dem adrettem Halstüchlein mies gelaunt ist - was man daran erkennt, dass ihr Mund zu einer gezackten Linie wird wie das Blatt einer Säge. Das sollen die Spieler also tunlichst vermeiden.

Schon beim Check-In werden die Weichen dafür gestellt. Jeder Spieler sucht sich eine Figur aus, als die er reisen will und stellt sich damit am Schalter an. Zur Wahl stehen ebenso exzentrische wie nervige Reisecharaktere: das greinende Baby, der Inder mit lebendem Huhn unterm Arm, die Vielfliegerin, der Bildungstourist, die Kettenraucherin, die Pauschaltouristin im quietschbunten Badedress, der Rockstar. Jede Figur hat bestimmte Eigenschaften, die in kleinen Kästchen symbolisiert werden.

Wie diese an Bord kombiniert werden, gibt letztlich den Ausschlag dafür, welche Harmonie in den Sitzreihen herrscht und damit auch, welche Laune die Stewardess hat.

Spieler müssen also darauf achten, wie ihr Umfeld agiert, sich mit den anderen Mitwirkenden arrangieren und sich vielleicht lieber für den kulturbeflissenen Griesgram entscheiden, als für die Ballermann-Tussi, damit die Geschlechterbilanz an Bord stimmt. Ein subtiles Spielziel, bei dem die Autorin einerseits auf Kooperation setzt und andererseits souverän mit Klischees spielt (die Schwierigkeit, Frauen zufrieden zustellen). Im minimalistischen Notizblock-Look gezeichnet, legt Schönfelder Wert auf kleine, witzige Details und übersichtliche Grafik.

Wird der Flug erfolgreich abgewickelt, können die Mitspieler Meilen sammeln. Jeder will gewinnen, doch nur gemeinsam ringen sie der Stewardess ein angedeutetes Lächeln ihres pinkfarbenen Strichmännchen-Mundes ab.

Von Bettina Fraschke

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