Mail-Adresse als Schlüssel zur digitalen Identität

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Eine Mail-Adresse sollte man möglichst selten wechseln. Wer etwa eine eigene Domain mit Adressen einrichtet, ist auf der sicheren Seit. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Seine Kontakte darüber zu informieren, dass man eine neue E-Mail nutzt, ist beim Adresswechsel das kleinste Problem. Viel gravierender ist der Aufwand, den man betreiben muss, um alle möglichen Internet-Konten umzustellen. Doch der ist vermeidbar.

Hannover/Berlin (dpa/tmn) - Die eigene digitale Identität ist eng verknüpft mit der E-Mail-Adresse. Wer sie lange oder möglichst für immer behält, hat weniger Ärger und Arbeit.

Denn bei unzähligen Online-Angeboten ist die Adresse das einzige überprüfbare Identitätsmerkmal bei der Anmeldung und oft auch die letzte Rettung, wenn man sein Passwort vergessen hat, berichtet das "c't"-Magazin (Ausgabe 20/15). Deshalb sollte man verinnerlichen, dass man bei Diensten hinterlegte E-Mail-Adressen nur ändern kann, solange man noch Zugang zum alten Postfach hat. Sonst droht der Kontrollverlust über den Account bei dem jeweiligen Dienst: Nicht einmal schließen kann man das Konto dann noch.

Die Gründe, warum eine Mail-Adresse verloren gehen kann, sind vielfältig - und wenn es eine Kündigung oder der selbst angestrebte Jobwechsel ist. Schon allein aus diesem Grunde verbietet sich die Nutzung der beruflichen Adresse für private Zwecke, warnen die Experten. Auch die Mail-Adressen, mit denen man vom Internetanbieter versorgt wird, eignen sich oft nicht zur Nutzung: Man verliert sie spätestens beim Providerwechsel. Ausnahmen bilden hier den Angaben zufolge Vodafone und die Telekom. Sie erlauben ein Weiternutzen der Adresse auch nach Vertragskündigung.

Darauf verlassen, dass Freemail-Anbieter einen auf Lebenszeit kostenlos mit einer Adresse und Speicherplatz für die Mails versorgen, kann man sich den Experten zufolge nicht. So habe etwa die Deutsche Post im Sommer 2000 den E-Mail-Dienst ePost aus der Taufe gehoben und bereits im Jahr 2004 wieder eingestellt.

Die beste Lösung, um sicherzustellen, das man jahrzehntelang unter der gleichen Adresse erreichbar ist, sei eine eigene Domain. Die koste zwar ein paar Euro im Monat, dafür gehörten einem dann aber auch alle Mail-Adressen unter dieser Domain - wenn man pünktlich die Gebühren zahlt, was sehr wichtig ist, damit nicht jemand anders die Adresse plötzlich wegschnappt.

Mit einer eigenen Domain sei es dann auch wieder eine gute Idee, verschiedene E-Mail-Adressen zu nutzen, um sich bei unterschiedlichen Online-Diensten anzumelden. Denn dies erschwert es Cyberkriminellen, gleich mehrere Konten zu übernehmen, wenn sie nur eine Adresse und ein Passwort erbeutet haben. In der Realität sei diese Konstellation aber häufig anzutreffen: Die meisten Nutzer haben eine Mail-Adresse über die sich zahlreiche Passwörter ändern lassen.

Domains kann man sowohl über Web- oder Mail-Hoster als auch bei einem Domain-Registrar mieten. Wo genau, ist den Experten zufolge egal, weil man mit der Domain frei umziehen kann - vorausgesetzt man ist bei der jeweils zuständigen Top-Level-Domain-Verwaltung als Inhaber eingetragen. Für .de-Domains ist das beispielsweise die Denic. Die Postfächer können auf einem beliebigen Server liegen. Man hat die Kontrolle über alle Adressen und kann E-Mails frei leiten.

Idealerweise bucht man die Domain bei einem Dienstleister, der einem nicht nur die Adresse registriert, sondern in einem Gesamtpaket gleich auch den Betrieb des Mailservers übernimmt. Hier raten die Experten zum Vergleich, weil Preise und Leistungen sehr unterschiedlich ausfallen. Mailserver-Pakete mit einer .de-Domain sind ab rund drei Euro monatlich zu haben. Die Hoster bieten den Mailabruf fast immer sowohl über E-Mail-Client-Programme oder -Apps (sowohl per IMAP- als auch POP3-Protokoll) als auch über Webmailer im Browser an.

Nicht unbedingt empfehlenswert sind reine sogenannte Maildomains, bei der man nur die Adresse bekommt, die Mails aber dann an ein bestehendes E-Mail-Postfach weitergeleitet werden - mit dem Effekt, dass man weiter alle Unwägbarkeiten hat, denen man entgehen wollte, wenn es sich dabei etwa um ein Freemailer-Postfach handelt.

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