Was steckt wirklich dahinter?

Martinelli-Virus: Falschmeldung über Gefahr geht bei WhatsApp um

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Eine beliebte Sammelstelle für Kettenbriefe aller Art: Via WhatsApp werden viele Falschmeldungen und Gerüchte gleich millionenfach verschickt. Dazu gehört jetzt auch das sogenannte Martinelli-Virus.

Wenn man das Video abspielt, ist das Handy angeblich Schrott, weil sich ein Virus dabei einnistet - die Angst vor Martinelli geht nun bei WhatsApp um.

Dieser Artikel wird ständig aktualisiert - zuletzt am 11. Juni 2018 - Ganz konkret taucht immer wieder ein Kettenbrief auf, der vor dem angeblichen Martinelli-Virus warnt. Die jüngsten Fälle erreichten die HNA-Redaktion Mitte Juni 2018. Das Virus soll sehr gefährlich sein - zumindest fürs Smartphone. Denn das Virus soll - so die Hiobsbotschaft - dafür sorgen, dass sich eine dubiose Software installiert, die innerhalb weniger Sekunden die Herrschaft über das Handy übernimmt. Danach soll das Gerät unbrauchbar werden. Das alles soll über das Abspielen eines Videos ausgelöst werden. Viele WhatsApp-Nutzer sind nun beunruhigt. Wir erklären, was dahintersteckt.

Wie gefährlich ist das Martinelli-Virus?

Keine Panik: Es ist völlig harmlos. Das liegt daran, dass dieses Virus gar nicht existiert. Lediglich die Falschmeldung über die imaginäre Gefahr kursiert bei WhatsApp. Im Prinzip steckt nichts anderes als ein klassischer Kettenbrief dahinter. 

Aber was ist mit dem Video, vor dem bei WhatsApp gewarnt wird?

Auch das Video, vor dem in dem Kettenbrief gewarnt wird, gibt es in Wirklichkeit nicht. Das Video soll angeblich den Titel Martinelli tragen. Daher der Name Martinelli-Virus. Auch verschiedene Fachmedien - darunter auch das Computer-Magazin Chip - geben Entwarnung. 

Wo hat das Martinelli-Virus seinen Ursprung?

Es gibt Fälle aus dem Ausland, die schon im Jahr 2017 dokumentiert wurden. Beispielsweise warnte im Juli 2017 schon die spanische Polizeibehörde namens Policía Nacional vor den Falschmeldungen, die auf WhatsApp kursierten, via Twitter. Es sind aber auch Fälle aus Italien und Großbritannien bekannt. Offenbar hat sich nun jemand erbarmt, den Text des Kettenbriefes ins Deutsche zu übersetzten. Deswegen zieht er nun - verspätet - auch bei uns seine Runden.

Passiert es oft, dass solche Nachrichten bei WhatsApp die Runde machen?

Ja, leider. Eigentlich kann man sich darauf gefasst machen, dass jede Woche ein neuer Kettenbrief kursiert. Die Kreativität der Erfinder solcher Texte ist ziemlich beachtlich:

  • Mal muss man fürchten, dass WhatsApp zur kostspieligen Anwendung wird, wenn man die Nachricht nicht an 10 Menschen weiterschickt, die arm sind. 
  • Oder es wird versprochen, dass man in nur sieben Tagen die Liebe seines Lebens findet. Allerdings tritt dieses Glück nur ein, wenn man 17 Handykontakte mit der erhaltenen Nachricht belästigt. 
  • Es gibt sogar Menschen, die via WhatsApp-Kettenbrief ernsthaft glauben, den Richtlinien bei Facebook offiziell und rechtskräftig zu widersprechen. 
  • Eines der jüngsten Beispiele ist ein Kettenbrief, der vermutlich vor allem Naschkatzen und Nassauer in seinen Bann zieht: 1000 Boxen Haribo werden angeblich verschenkt, wenn man auf einen Link klickt. Doch auch das ist ein Fake. Niemand bekommt Süßigkeiten. Statt ein paar Pfunden mehr auf den Rippen läuft man am Ende Gefahr, persönliche Daten an Dritte weiterzugeben. 

Was mache ich, wenn ich einen Kettenbrief bei WhatsApp bekomme?

Es gibt eigentlich nur eine sinnvolle Antwort auf diese Frage: löschen. Niemandem auf der Welt ist mit so einer Nachricht geholfen. Im Gegenteil - wer so eine Nachricht verbreitet, unterstützt im schlimmsten Fall Leute, die kriminell sind oder einfach nur Panik verbreiten wollen. 

Dieses Video gehört zur Videoplattform Glomex. Es ist nicht Bestandteil der HNA-Berichterstattung.

Wer es ganz korrekt machen will, der informiert nach dem Löschen den Freund, von dem man die Nachricht bekommen hat, dass es sich um Spam handelt, der bitte nicht verbreitet werden sollte.

Wenn Sie die wichtigsten News selbstverständlich kostenlos auf Ihrem Handy lesen wollen, dann probieren Sie doch den WhatsApp-Service der HNA aus. Wie Sie sich sofort und ganz einfach anmelden können, erfahren Sie hier.

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