Was steckt wirklich dahinter?

WhatsApp: Hartnäckiger Kettenbrief warnt erneut vor Martinelli

+
Auf WhatsApp werden immer wieder Kettenbriefe verschickt. Aktuell ist ein alter Bekannter erneut unterwegs.

Angeblich ist das Smartphone kaputt, sobald man ein bestimmtes Video abspielt - der alte WhatsApp-Kettenbrief, der vor dem Virus "Martinelli" warnt, nimmt Anfang 2019 wieder an  Fahrt auf. 

Dieser Artikel wird ständig aktualisiert - zuletzt am 8. Januar - In diesen Tagen kann WhatsApp-Nutzern ein alter Bekannter wieder begegnen: Martinelli. Darauf weist derzeit das Online-Magazin Netzwelt hin. Ein Kettenbrief, der schon seit Jahren Nutzer verärgert, warnt wiedermal Leser davor, ein Video mit dem Titel "Martinelli" zu öffnen. Es würde anschließend das Handy hacken und zerstören. Doch keine Sorge: Nach wie vor ist keine dieser Behauptungen wahr. 

Martinelli: Kettenbrief im Wortlaut

So lautet die Nachricht, die aktuell auf WhatsApp kursiert:

"Heute hat das Radio über WhatsApp Gold berichtet und es ist wahr. Morgen soll ein Video auf WhatsApp kommen, genannt martinelli. Bitte nicht öffnen. Er hackt Dein Telefon und kann nicht mehr repariert werden. Auch WhatsApp Gold Updates nicht anklicken. Kam gerade in den Nachrichten und wird als sehr ernst eingeschätzt. Bitte weiterleiten."

Ähnliche Nachrichten werden auf Spanisch, Italienisch und Englisch verschickt. 

WhatsApp Gold - Warnung 2019

In der aktuellen Nachricht wird nicht nur vor Martinelli, sondern auch vor dem WhatsApp-Gold-Update gewarnt. Das Perfide dabei: Zweiteres hat einen wahren Kern. Im Jahr 2015 konnte man tatsächlich in eine Nutzerfalle treten und auf eine Fake-App namens WhatsApp-Gold hereinfallen. Das Internet-Magazin Mimikama betont allerdings: Das ist über drei Jahre her, aktuell gibt es kein WhatsApp-Gold. Heute ist dieser Hinweis also genauso ein Fake wie die Warnung vor Martinelli.

Martinelli Virus: Das steckt dahinter

Unter anderem Mitte Juni 2018 erreichte eine Warnung vor Martinelli die HNA-Redaktion. Das Virus soll fürs Smartphone sehr gefährlich sein, hieß es. Laut der Hiobsbotschaft soll es dafür sorgen, dass sich eine dubiose Software installiert. Innerhalb weniger Sekunden übernehme die dann die Herrschaft über das Handy. Danach soll das Gerät unbrauchbar werden. 

Martinelli: Hack auf WhatsApp?

Keine Panik, dieses Virus existiert in Wahrheit gar nicht. Lediglich die Falschmeldung über die imaginäre Gefahr kursiert bei WhatsApp. Im Prinzip steckt nichts anderes als ein klassischer Kettenbrief dahinter. 

Martinelli Video: Was soll das sein?

Das Video, vor dem in dem Kettenbrief gewarnt wird, gibt es in Wirklichkeit ebenfalls nicht. Auch verschiedene Fachmedien - darunter auch das Computer-Magazin Chip - geben Entwarnung. 

Wo hat das Martinelli-Virus seinen Ursprung?

Es gibt Fälle aus dem Ausland, die schon im Jahr 2017 dokumentiert wurden. Beispielsweise warnte im Juli 2017 die spanische Polizeibehörde namens Policía Nacional vor den Falschmeldungen, die auf WhatsApp kursierten, via Twitter. Es sind aber auch Fälle aus Italien und Großbritannien bekannt. 

Passiert es oft, dass solche Nachrichten bei WhatsApp die Runde machen?

Ja, leider. Eigentlich kann man sich darauf gefasst machen, dass jede Woche ein neuer Kettenbrief kursiert. Die Kreativität der Erfinder solcher Texte ist ziemlich beachtlich:

  • Aktuell werden WhatsApp-Nutzer wieder von "Ute Lehr" belästigt: Angeblich soll sie ein Kontakt sein, der sich als Virus entpuppt. In Wirklichkeit ist das aber natürlich Unsinn.
  • An Silvester wurden seltsame Neujahrsgrüße als Kettenbrief bei WhatsApp verschickt. Sie forderten dazu auf, einen Link anzuklicken.
  • In anderen Nachrichten soll der Empfänger befürchten, dass WhatsApp zur kostspieligen Anwendung wird, wenn er die Nachricht nicht an 10 Menschen weiterschickt, die arm sind. 
  • Oft wird auch versprochen, dass man in nur sieben Tagen die Liebe seines Lebens findet. Allerdings tritt dieses Glück nur ein, wenn man 17 Handykontakte mit der erhaltenen Nachricht belästigt. 
  • Es gibt sogar Menschen, die glauben, via WhatsApp-Kettenbrief den Richtlinien bei Facebook offiziell und rechtskräftig widersprechen zu können.
  • Ein Kettenbrief zog im vergangenen Jahr vor allem Naschkatzen und Nassauer in seinen Bann: 1000 Boxen Haribo wurden angeblich verschenkt, wenn man auf einen Link klickte. Doch auch das war ein Fake. Niemand bekommt Süßigkeiten. Statt ein paar Pfunden mehr auf den Rippen läuft man am Ende Gefahr, persönliche Daten an Dritte weiterzugeben. 

Was mache ich, wenn ich einen Kettenbrief bei WhatsApp bekomme?

Es gibt eigentlich nur eine sinnvolle Antwort auf diese Frage: löschen. Niemandem auf der Welt ist mit so einer Nachricht geholfen. Im Gegenteil - wer sie verbreitet, unterstützt im schlimmsten Fall Leute, die kriminell sind oder einfach nur Panik verbreiten wollen. 

Dieses Video gehört zur Videoplattform Glomex. Es ist nicht Bestandteil der HNA-Berichterstattung.

Wer es ganz korrekt machen will, der informiert nach dem Löschen den Freund, von dem man die Nachricht bekommen hat, dass es sich um Spam handelt, der bitte nicht verbreitet werden sollte.

Wenn Sie die wichtigsten News selbstverständlich kostenlos auf Ihrem Handy lesen wollen, dann probieren Sie doch den WhatsApp-Service der HNA aus. Wie Sie sich sofort und ganz einfach anmelden können, erfahren Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.