Ein Selbstversuch

Die App „Menthal“ schlägt bei Smartphone-Suchtgefahr Alarm

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Das Logo der Menthal-App

Der Griff zum Handy ist mittlerweile Routine - selbst wenn es nicht klingelt. Seit kurzem gibt es mit „Menthal" eine App, die eben dieses Nutzungsverhalten am Smartphone überwacht. Was es bringt? Das wollte ich in einem Selbstversuch herausfinden und habe mit der App meinen Smartphonegebrauch unter die Lupe genommen.

Wie oft gehe ich mit dem Handy ins Internet? Wie häufig chatte mit Freunden? Und wie oft nutze ich das Handy einfach zum Telefonieren? Das sind die Fragen, die mir die kleine Smartphone-Anwendung beantworten will.

Die kostenlose App wurde von Bonner Forschern entwickelt, um die Suchtgefahr der Handynutzung bei Jugendlichen zu untersuchen. Jetzt untersucht sie mich.

Schon nach einem Tag kann ich bei der App die ersten Statistiken ansehen. 96 Mal habe ich nur den Bildschirm angeschaltet, um zu schauen, ob ich Nachrichten verpasst habe. Ganze 41 Mal habe ich außerdem mein Handy entriegelt, um irgendwelche Applikationen aufzurufen. Was die Kommunikation angeht, habe ich am ersten Tag 64 Nachrichten per SMS und Whatsapp verschickt und mein Handy 20 Minuten zum Telefonieren genutzt. Im Internet gesurft bin ich knapp 70 Minuten.

Das war auch etwa der Durchschnittswert für die folgenden Tage. Diese hohen Zahlen waren ein wenig erschreckend, da ich selbst dachte, ich würde mein Handy viel weniger benutzen.

Mehr Informationen gibt es auf http://menthal.org

Und so funktioniert das Ganze: Als direkte Übersicht zur eigenen Nutzung, wird einem beim Start der App ein sogenannter M-Score angezeigt. Das ist eine Zahl, die auf einer Skala von 0 bis 100 die Aktivität am Smartphone anzeigt. Je höher die Zahl ist, desto mehr ist das Handy im Gebrauch und die Wahrscheinlichkeit der Suchtgefahr steigt.

Ein wenig seltsam ist die Glücklichkeitsabfrage der App zwei Mal am Tag, bei der ich meine Fröhlichkeit auf einem Smiley-Barometer eingeben soll. Den Sinn dahinter habe ich noch nicht ganz verstanden. Trotzdem werde ich die Menthal-App noch etwas länger auf meinem Handy behalten, um mein Nutzungsverhalten zu beobachten. Und das in Zukunft vielleicht sogar etwas reduzieren.

Von Benjamin Kling

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