Microsoft bringt den Internet Explorer 9

Frankfurt/Main. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass Microsoft erste Einblicke in den neuen Browser Internet Explorer 9 gab. Jetzt wird das fertige Produkt der Öffentlichkeit präsentiert. Der Internet Explorer 9 (IE9) steht ab Dienstag im Internet zum kostenlosen Download bereit.

Augenfällig ist, dass der IE9 der Darstellung der Websites mehr Platz einräumt als seine Vorgänger. Die sichtbaren Steuerungselemente sind auf ein Minimum geschrumpft. Ganz oben gibt nur noch wenige Buttons, daneben ein Feld, das gleichzeitig zur Eingabe von Webadressen und Suchanfragen dient, und daneben ist noch etwas Platz für mehrere Tabs.

Es wird auch Zeit, dass Microsoft seinen Browser wieder auf den neuesten Stand der Technik und der Entwicklungen im Internet bringt. Der Marktanteil des einst schier übermächtigen Browsers ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Von rund 80 Prozent ist er im Februar laut einer Erhebung von NetApplications.com auf nur noch 56,74 Prozent gesunken. Der Firefox kommt auf 21,74 Prozent, Chrome von Google liegt schon bei 10,93 Prozent und Apples Safari bei 6,36 Prozent.

Ob Microsoft mit dem Browser verlorene Marktanteile wieder zurückgewinnen kann, wird sich noch zeigen müssen. Aber der neue Browser hat einiges zu bieten. Der einzige echte Nachteil ist, dass er nur auf Windows 7 und Vista läuft. Nutzer von Windows XP - und das sind noch einige - werden ihn nicht einsetzen können.

Nutzerwünsche bei der Entwicklung berücksichtigt

Bei der Entwicklung der IE9-Oberfläche habe man sich an den Gewohnheiten und Wünschen der Nutzer orientiert, erklärt Microsoft-Technikberater Daniel Melanchton. So sei der besonders hervorgehobene Zurück-Button derjenige, der am häufigsten benutzt werde.

Und bei der Wiedergabe der Websites habe man sich darum bemüht, dass dies möglichst genau so wiedergegeben würden, wie die Entwickler der Websites das vorgesehen hätten. Microsoft lege großen Wert auf Standardkonformität.

Mit dem IE9 sollten sich Webanwendungen "anfühlen und benutzt werden können wie lokale Anwendungen, sagt Melanchthon. Webseiten können nun auch per Drag-and-Drop auf die Taskleiste gezogen werden, wo sie dann wie ein normales Windows-Programm aufgerufen werden können.

Bei der Geschwindigkeit zugelegt

Und der IE9 ist auch schnell. Um das zu erreichen, hat Microsoft eine neue JavaScript-Engine entwickelt und lässt - wenn dies möglich ist - die Grafikkarte bei der Darstellung der Websites mithelfen. Der Browser werde ein "noch schöneres Web" präsentieren, verspricht Microsoft-Manager Gavin.

Auch was die Sicherheit beim Surfen angeht, hat der IE9 einiges zu bieten. Ein "Tracking-Schutz" gibt dem Nutzer mehr Kontrolle darüber geben, welche Informationen vor allem Werbefirmen von ihm speichern. Für die Nutzer des Internet Explorers ist ein Umstieg auf jeden Fall zu empfehlen, sofern ihr Betriebssystem das zulässt. Alle anderen sollten ihn sich auf jeden Fall einmal ansehen und mit ihrem Lieblings-Browser vergleichen. Eine große Akzeptanz scheint dem IE9 aber schon sicher, nachdem die Beta-Version 35 Millionen Mal heruntergeladen wurde.

(dapd)

Rubriklistenbild: © dpa

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