Softwarehersteller will gezielt Computer abschalten lassen

Microsoft verschärft Gangart gegen Spam-Versender

Microsoft treibt den Kampf gegen Internet- Kriminalität aggressiv voran. Der Softwarehersteller will gezielt Computer abschalten lassen, die von einem  Botnetz missbraucht werden.

Solche Botnetze, die sich aus tausenden Computern oft ahnungsloser Nutzer zusammensetzen, sind die Hauptquelle zum Beispiel für die massenweise Verbreitung von Spam oder Spionagesoftware.

Vor einem US-Bundesgericht in Virginia hat der Softwarehersteller für seine Pläne in dieser Woche grünes Licht erhalten. Ein in der Branche schon länger bekanntes Computer-Netzwerk für den Spam-Versand sei bereits abgeschaltet worden, teilte Microsoft in einem Blog-Eintrag mit.

Die Tricks der Daten-Hacker

Die Tricks der Daten-Hacker
Die Tricks, mit den sich Computerhacker Zugriff auf persönliche Daten verschaffen, werden immer vielfältiger. Waren es früher vor allem Viren und Trojaner, sind es mittlerweile Phishing-Methoden und Exploit-Attacken. Erfahren Sie hier die wichtigsten Tricks der Daten-Hacker und wie Sie sich dagegen schützen können: © mol
Die Tricks der Daten-Hacker
VIREN: Die überwiegende Anzahl der Viren gelangt als Anhang in E-Mails auf den PC. Auch eine Infektion über CD-ROM, USB-Stick oder Datei-Download aus dem Internet ist möglich. Viren können die Funktionsweise von Programmen beeinflussen, seltsame Texte ausgeben oder auch die Festplattte löschen. Viren sind aber auch in der Lage, vertrauliche Daten wie Bankverbindung oder Passwörter an ihre Programmierer weiter zu leiten. © dpa
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WÜRMER: Würmer sind zwar auch Viren, Würmer verbreiten sich aber über Computernetzwerke selbstständig weiter (Viren müssen durch einen Anwender mit den infizierten Dateien kopiert werden). Durch ihre schnelle Verbreitung benötigen Würmer enorme Netzwerk- und Rechenressourcen, wodurch es zum Ausfall von Servern kommen kann. Dies wiederum kann bei Firmen enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen. © dpa
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TROJANER: Die Bezeichnung bezieht sich auf das Trojanische Pferd. Trojaner funktionieren auf die gleiche Weise: Ein scheinbar nützliches Programm versteckt im Inneren ein schädliches Programm. Dieses späht dann Passwörter und andere vertrauliche Daten aus. Trojaner verstecken sich zum Beispiel in Freeware- oder Shareware-Programmen, die im Internet zum Download angeboten werden. © dpa
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BROWSER-ENTFÜHRUNG: Hacker können auch Ihren Browser entführen. Darunter versteht man die Umleitung von Browser-Anfragen auf fremde Internetseiten - statt auf Ihrer Startseite landen Sie zum Beispiel auf einer Werbeseite. Auch Ihre Lesezeichen oder Favoriten können durch die kleinen Schadprogramme geändert oder ergänzt werden. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
PHISHING: Beim „Passwort-Fischen“ versenden Internet-Betrüger E-Mails, die vorgeben, beispielsweise von Banken zu sein. Die Mails fordern den Empfänger auf, die Kundendaten zu aktualisieren. Über einen Link in der E-Mail gelangt man dann auf gefälschte Internet-Seiten der Betrüger. So „fischen“ die Betrüger dann Bankverbindungen und andere Nutzerdaten ab.  © dpa
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PHARMING: Diese Betrugsmethode ist eine Weiterentwicklung des Phishing: Durch Trojaner oder Viren wird der PC so manipuliert, dass der Browser auf manipulierte Seiten umgeleitet wird, obwohl die richtige Internet-Adresse eingegeben wurde. Der Begriff „Pharming“ beruht darauf, dass die Betrüger große Server-Farmen unterhalten, auf denen die gefälschten Webseiten abgelegt sind. © dpa
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EXPLOITS: Mit so genannten Exploits testen Hacker Computersysteme auf Schwachstellen. Häufig sind Angriffe aus dem Internet mittels manipulierter Datenpakete oder spezieller Datenströme auf Schwachstellen in Netzwerksoftware. Diese Lücken nutzen die Hacker aus, um den Computer dann zu manipulieren. © dpa
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SQL-INJECTION: Eine spezielle Art der Exploits sind SQL-Injections. Hacker versuchen dabei, sich über SQL-Statements (die „Sprache“ mit der Datenbanken kommunizieren) über das Login-Feld Zugang zu den Datenbanken zu verschaffen. Mit den gewonnnen Informationen könnnen Hacker dann beispielsweise den Seiteninhalt von fremden Internetseiten ändern und so Viren und Trojaner einschleusen. Aber auch Nutzerdaten gelangen so in die Hände der Hacker. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
DRIVE-BY-DOWNLOAD: Hacker hinterlegen unsichtbaren Schadcode auf einer (eigentlich seriösen) Internetseite. Wird die Seite aufgerufen, wird der Schadcode auf den Rechner geladen - wie der Name beschreibt, quasi im vorrübergehen. Die Hacker nutzen dabei Sicherheitslücken im Browser aus. Das Schadprogramm lädt dann meistens weitere Software nach, die dann persönliche Daten ausspioniert. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
HOAX: Diese Falschmeldungen (engl. Hoax) werden in der Regel in E-Mails verschickt. Ein vermeintlich sachlicher Text soll den Leser dazu ermutigen, auf einen Link in der E-Mail zu klicken. Dann landet der Nutzer beispielsweise auf infizierten Internetseiten. Eine Liste mit aktuellen Hoaxes gibt es bei der TU Berlin. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
WÖRTERBUCH-ATTACKEN: Um sich Zugang zu Sozialen Netzwerken oder anderen Mitglieder-Bereichen zu verschaffen, nutzen Hacker beispielsweise Wörterbuch-Attacken. Dabei werden Seiten mit unzähligen Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern “bombadiert“. Die Passwörter zieht der Hacker dabei aus so genannten Wörterbüchern: Textdateien mit zahllosen Begriffen. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
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So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
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So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
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So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
Hier geht‘s zur Fotostrecke: So machen Sie Ihr Passwort sicher © dpa

Der Abschaltung seien Monate technischer und rechtlicher Vorbereitung in enger Zusammenarbeit mit anderen Industriepartnern sowie Behörden und Universitäten vorangegangen, berichtete Microsoft. Das in Expertenkreisen bereits bekannte Botnetz „Waledac“ sei eines der zehn größten seiner Art in den USA. Es werde geschätzt, dass das Computernetzwerk über 1,5 Milliarden Spam-Mails pro Tag absetzen könne. Es besteht aus Hunderttausenden Computern, die voraussichtlich ohne Wissen ihrer Benutzer infiziert worden sind.

Nach der richterlichen Genehmigung in dieser Woche sollte nun der Domain-Verwalter VeriSign insgesamt 277 verdächtige Internet-Adressen vom Netz nehmen, die, so der Verdacht, vermutlich von Kriminellen direkt gelenkt werden. Nach Angaben des „Wall Street Journal“ gibt es bei dem Botnetz auch direkte Verbindungen zu China. Diese erste Maßnahme ihrer Art sei allerdings keine „Wunderwaffe“, heißt es bei Microsoft. Die mit dem Netz verbundenen Computer seien dadurch noch nicht von ihrer Infektion gesäubert.

Ob eine direkte Abschaltung von Domain-Adressen tatsächlich eine nachhaltige Wirkung haben wird, bleibt abzuwarten. Manche Experten fürchten, dass die kriminellen Betreiber solcher Botnetze davon nicht wirklich getroffen werden. „Das Botnetz wird in vielen Fällen überleben“, sagte Jose Nazario, Forscher bei der IT-Sicherheitsfirma Arbor Netzworks, dem „Wall Street Journal“. Die nun vom Netz genommenen Adressen dürften lediglich ein kleiner Prozent der Rechner betreffen, die von den Hackern kontrolliert werden. (dpa)

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