25 Millionen Nutzer: Google+ macht Facebook nervös

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Der Suchmaschinen-Gigant Google hat mit dem Dienst „Google+“ (im Bild) einen Facebook-Konkurrenten gestartet. Anders als bei Facebook werden die Kontakte bei Google+ je nach Vertrautheit in verschiedene Circles (Kreise) eingeteilt. Das Interesse ist groß.

Berlin. Google+ ist erst knapp fünf Wochen am Start und noch in der Testphase, hat aber auf Anhieb breite Zustimmung unter den Nutzern gefunden: Mit 25 Millionen Nutzern und einer Million neuer Nutzer pro Tag wächst Google+ schneller als je ein soziales Netzwerk zuvor.

Allein in Deutschland soll es 920 000 Google+ -Nutzer geben, haben die Marktforscher von comScore festgestellt. Zum Vergleich: Facebook brauchte drei Jahre um so viele Menschen zu begeistern, bei Twitter waren es 30 Monate. Facebook hat derzeit nach eigenen Angaben aber 750 Mio. Nutzer.

Dennoch reagieren die Netzwerk-Platzhirsche Facebook und LinkedIn nervös auf dieses Interesse. Denn es geht bei den sozialen Netzen um ein Milliardengeschäft. Jeder Interessierte ist ein möglicher Kunde für die Wirtschaft, die mit ihren Anzeigen die sozialen Netzwerke finanziert.

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Googeln Sie regelmäßig Ihren eigenen Namen - am Besten in Anführungszeichen: "Vorname Nachname". © 
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Füllen Sie im Netz keine Fragebögen aus. Geben Sie nie Ihre Handynummer, Anschrift oder Kontodaten an. © 
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Achten Sie bei Diskussionen in Foren und Communities darauf, zu welchen Themen Sie sich äußern. Nutzen Siedabei möglichst nicht Ihren vollständigen Namen. © 
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Legen Sie Konten für Foren und Netzwerke wie Facebook mit einer eigenen Mailadresse an, die keine Rückschlüsse auf Ihre wahre Identität zulässt. © 
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Sollten Sie bei eigenen Kommentaren im Nachhinein unsicher sein: Auf vielen Plattformen lassen sich Beiträge nachträglich bearbeiten oder löschen. © 
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Stellen Sie nie Fotos ins Netz, die im Zweifel für andere Zwecke missbraucht werden könnten, zum Beispiel extreme Partyfotos oder Urlaubsbilder im Bikini. © 
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Sollte einer Ihrer Freunde ungefragt ein Foto von Ihnen bei Facebook veröffentlichen, bitten Sie ihn, das Bild zu löschen. © 
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Umgekehrt bedeutet das: Veröffentlichen Sie keine Bilder von Verwandten, Freunden und Kollegen, ohne sie um Erlaubnis zu fragen. © 
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Seien Sie bei Passwörtern fantasievoll: Ein gutes Passwort besteht aus mehreren Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. © 
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Gehen Sie mit Ihrem virtuellen Gegenüber genauso um, als stünde er im wirklichen Leben vor Ihnen. Persönliche Angriffe sind auch in Chats tabu. © 
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Überprüfen Sie bei Netzwerken wie Facebook die Einstellungen zum Datenschutz regelmäßig und sorgfältig - sonst werden neue Optionen vielleicht übersehen. © 

Während Facebook es geschafft hat, für breite Bevölkerungsgruppen zu einem Alltagsphänomen zu werden, ist es für Google+ - trotz hoher Nutzerzahl - noch ein weiter Weg. Google+ ist weit weniger innovativ als Wave - und überfordert niemand. Wave war ein 2009 gestarteter Versuch von Google, einen Dienst zu etablieren mit dem man gleichzeitig mailen, quasseln und kommentieren konnte.

Im Zentrum des Netzwerks steht die Idee des Streams (siehe Stichworte). Dieser Strom schwemmt ständig neue Beiträge an - Mitteilungen, Fotos, Hinweise auf einen Internet-Link oder die Antwort auf die ewige Frage: Wo bist Du gerade? Das von Facebook und anderen Netzwerken genutzte Stream-Konzept wurde von Google erweitert. Zum einen ist es nicht mehr nötig, einen Kontakt zu bestätigen - wie beim Kurzmitteilungsdienst Twitter folgt man den Personen, die man interessant hält. Zum anderen kann man Kontakte in Kreise einteilen und gezielt mit unterschiedlichen Nachrichten bespaßen: Die Familie bekommt andere Nachrichten als der Kollegenkreis.

Anwender entscheidet

Während Google+ für Furore sorgt, machen die Konkurrenten einen nervösen Eindruck. So wollte der Brite Michael Lee Johnson mit einer Facebook-Anzeige auf sein Google+-Profil aufmerksam machen, erhielt aber die Mitteilung, dass alle seine Anzeigen wegen Verletzung der Nutzungsbedingungen gesperrt sind. Kritisch äußerte sich auch LinkedIn-Chef Jeff Weiner: Für Google+ gebe es keinen Platz mehr in der Landschaft der sozialen Netzwerke.

Ob Google+ Erfolg haben wird, entscheiden aber einzig die Nutzer, wenn sie von ihrem alten Netzwerk zu Google+ zu wechseln. (mwe/dpa)

Stichworte: Wave und Stream

Das Wave-Dateiformat ist ein Containerformat zur digitalen Speicherung von Audiodaten. Stream beziehungsweise Streaming steht für strömen und fließen. Und bedeutet die kontinuierliche Übertragung von Daten wie sie beim Chatten im Internet gesendet werden, wo direkt auf die Antwort reagiert werden kann - vergleichbar einem Ping-Pong-Spiel. (mwe)

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