Lästige Werbung ist die Kehrseite des E-Mail-Siegeszuges

Immer mehr Müll im Posteingang: So lässt sich die Spam-Flut eindämmen

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SPAM steht für ungebetene Massen-E-Mails mit lästiger Werbung. Die Bezeichnung stammt von amerikanischem Dosenfleisch - ebenso unverdaulich wie die Junk-Mails. 

Kassel. Ob geschäftlich oder privat: E-Mails sind aus unserer modernen Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Die Kehrseite davon sind lästige Werbe-Mails, so genannter Spam. Auch der hat in den letzten Jahren massenhaft zugenommen. Doch die Flut unerwünschter Mails lässt sich eindämmen.

Niemand will seine Zeit mit nerviger Post über Potenzmittel, Diätpillen oder andere fragwürdige Produkte verschwenden. Trotzdem setzen Spam-Versender ihren Junk (engl. Abfall, Müll) millionenfach an so viele Mail-Adressen wie möglich ab. Für Spammer ist diese Art von Werbung einfach, schnell und kostengünstig – weitaus preiswerter als per Papierpost. 

Um so mehr zahlen die privaten Anwender und Unternehmen drauf. Auf 14 bis 18 Milliarden Euro schätzen Forscher einer Studie aus dem Jahr 2012 den jährlichen Schaden, der durch Spamming verursacht wird. Nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn verbringen Nutzer weltweit jedes Jahr 500 Millionen Stunden damit, Nachrichten-Müll von erwünschter Post zu unterscheiden und zu löschen. Und das, obwohl es nach europäischem Recht seit 2004 verboten ist, Personen unaufgefordert Werbung per E-Mail zuzusenden.

Überlastung des Internets

Werbliche Massen-Mails überlasten und verlangsamen das Internet. Sie blockieren unnötig viel Speicherplatz. „Mailbomben“ können ganze Server-Netze zum Absturz bringen. Schlimmstenfalls erweisen sich Junk-Mails als Vehikel für bösartige Software (Malware), die Viren, Würmer, Trojanische Pferde oder Späh-Programme auf Computer einschleust. Internet-Kriminelle können auf diese Weise IP-Adressen, persönliche Daten, Surfverhalten, Produktvorlieben und sogar Bank- und Kreditkartendaten in Erfahrung bringen.

Genauso übel sind durch Spamming infizierte Rechner, die dann ebenfalls für den Versand von Spam benutzt werden – ferngelenkt, ohne Wissen der eigentlichen Besitzer. Dieses Sicherheitsproblem allein ist schon schlimm genug. Obendrauf beschert der Computermissbrauch den ahnungslosen Nutzern häufig viel Ärger. Denn sobald ihre Domain als Spam-Schleuder verdächtigt wird, landet sie auf der Blacklist für die Spam-Filter der meisten Provider. Mit der Folge, dass nun alle ausgehenden Mails aussortiert werden - und der missbrauchte Nutzer sich fragt, warum seine E-Post nirgends mehr ankommt.

Viren, Würmer, Hoaxes und Co.

Der Klassiker unter den Spam-Mails verstopft in Form unlauterer kommerzieller Werbung die Postfächer. Es gibt aber auch andere Arten unerwünschter E-Post wie Hoaxes (engl. schlechter Scherz, Falschmeldung), Scam (engl. Betrug, Masche) oder Phishing (aus engl. Password und fishing, also das Angeln nach Passwörtern).  

Ein gesunder Menschenverstand und kritisches Hinterfragen sind die besten Abwehrmittel gegen Spam. Häufig gibt schon die Betreffzeile einen Hinweis, ob es sich um eine seriöse oder eine verdächtige E-Mail handelt. Ist die Angabe unpersönlich formuliert, der Betreff merkwürdig verschleiert oder taucht als Absender ein völlig unbekannter Name auf, dann sollten alle Alarmglocken schrillen. Viele Viren und Würmer werden durch das Öffnen einer bösartigen Mail oder das Anklicken ihres Anhanges aktiv. Jede seltsame Nachricht sollte deshalb ungeöffnet sofort gelöscht werden.

Spam erkennen

Werben E-Mails für dubiose Produkte? Versprechen sie unerwartete Gewinne, schnelles Geld, Traumjobs, vermeintliche Erbschaften, rufen sie zu Hilfs- oder Spendenaktionen für Wildfremde auf? Beinhalten sie vielleicht sogar Drohungen, merkwürdiges Gedankengut oder kommen als Kettenbriefe daher? Sind sie in schlechtem Deutsch oder in einer fremden Sprache verfasst? Oder weist die Mail nur unsinnige Worte oder Zeichen auf? Dann handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Spam.

Vieles spricht auch dafür, wenn die Nachricht ohne vorherige Anforderung von Informationen in das Postfach gekommen ist, es zuvor keinen geschäftlichen oder privaten Kontakt zum Absender der Nachricht gab.

In allen Fällen gilt: Niemals auf Links oder Schaltflächen einer verdächtigen E-Mail klicken, denn möglicherweise leiten diese direkt auf eine Webseite mit einem Schadprogramm, das den eigenen Computer infiziert. Wer unsicher ist, ob der Absender einer Mail wirklich derjenige ist, der er vorgibt zu sein, sollte rückfragen – aber keinesfalls per Antwortfunktion auf die eingegangene Mail. Damit bestätigt man dem Spammer nämlich nur, dass die eigene Mailadresse aktiv genutzt wird. Die Folge sind immer neue Spam-Mails. (ptr)

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