Nach Nutzer-Kritik: Google+ will Fake-Namen zulassen

Der Klarnamen-Zwang bei Googles Online-Netzwerk Google+ soll mit der Zeit wegfallen. „Wir planen, in Zukunft auch Pseudonyme zu unterstützen“, kündigte der zuständige Google-Manager Vic Gundotra beim „Web 2.0 Summit“ in San Francisco an.

Google hatte seit dem Start seines Facebook-Konkurrenten gefordert, dass sich alle Nutzer grundsätzlich mit ihren echten Namen anmelden und auch zahlreiche Konten gesperrt, die eine Prüf-Software als Pseudonyme einstufte. Zahlreiche Nutzer und Netzaktivisten hatten dagegen protestiert, auch in Deutschland.

„Wir arbeiten daran, es war vor allem eine Frage der Prioritäten bei der Produktentwicklung“, sagte Gundotra am Mittwoch (Ortszeit). „Wir wollten ein Produkt schaffen, bei dem man Menschen entdeckt, die man kennt - und die heißen dann zum Beispiel Lisa Adams, aber nicht etwa „Captain Crunch“.“ Das bedeute aber nicht, dass Google+ in Zukunft nicht auch Pseudonyme unterstützen werde.

In Deutschland hatte der Internet-Unternehmer Christoph Kappes einen offenen Brief an Google angestoßen, in dem das Recht auf Pseudonyme in Google+ gefordert wurde. Unter den 29 Unterzeichnern waren auch Bundestagsabgeordnete und Netzaktivisten. „Ich glaube, dass wir unseren Teil dazu beigetragen haben“, sagte Kappes der dpa am Donnerstag nach den Gundotra-Äußerungen. Allerdings habe die Kritik in den USA sicherlich mehr zu einer Kehrtwende beigetragen. Seine Überlegungen für eine Musterklage wären mit der Änderung vom Tisch, sagte Kappes. Allerdings bleibe die Frage, ob man nicht auch von anderen Akteuren im Social Web das ausdrückliche Recht auf die Nutzung eines Pseudonyms einfordern sollte. „Wir glauben, dass es viele begründete Fälle gibt, in denen die Nutzung von Pseudonymen sinnvoll sein kann.“ (dpa)

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