Erfinder des Facebook-Spiels „Farmville“ will mit Unternehmen an die Börse

Mark Pincus (45), Gründer des Spieleerfinders Zynga. Foto: ap

Der Herrscher über die virtuellen Apfelbäume, Kuhställe und Maisfelder des „Farmville“-Spiels will mit seinem Unternehmen an die Wall Street: Mark Pincus, Gründer des Internetspiele-Entwicklers Zynga, hat am Wochenende die für einen Börsengang erforderlichen Unterlagen eingereicht.

Der Termin steht aber noch nicht fest.

Der 45-jährige Wirtschaftsabsolvent der amerikanischen Elite-Universität Harvard schlug sich lange Zeit als erfolgloser Unternehmer durchs Leben – vier Firmengründungen scheiterten – ehe er mit Zynga zum erfolgreichsten Erfinder von zahlreichen anspruchslosen, aber süchtig machenden Online-Spielen wie Farmville und Mafia Wars wurde. Nach Firmenangaben spielen im Schnitt 232 Millionen Menschen monatlich mit den Zynga-Produkten, die in das soziale Netzwerk Facebook integriert sind.

Die Spiele an sich sind kostenlos. Geld macht das Unternehmen vor allem, wenn Nutzer digitale Gegenstände wie Traktoren oder mehr Ackerfläche kaufen. Dabei kommen auch mit Cent-Beträgen hohe Summen zusammen: Im Jahr 2010 machte Zynga laut für den Börsengang eingereichten Papieren 597,5 Millionen US-Dollar Umsatz (411,5 Millionen Euro).

Pincus ist für sein forsches Auftreten bekannt. Als Angestellter verlor er kurz nach dem Studium gleich zwei Jobs. „Wenn ich Leute bescheuert fand, scheute ich keine Mühe, ihnen das auch mitzuteilen“, gab er vor kurzem in einem US-Magazin bekannt. Und bekannte weiter: „Rückblickend zwang ich mich dazu, mich selbstständig zu machen, da ich alle Türen hinter mir zuschlug.“ Schon als Pincus noch ein Junge war, zählte der Vater – Mitbegründer eines erfolgreichen Beratungsunternehmens – ihm die Vorteile des Unternehmertums auf.

Der Erfolg von Zynga kam für ihn überraschend: „Zuerst haben wir nicht realisiert, dass Internetspiele ein solches Potenzial haben können. Aber dann merkten wir, wie schnell die Leute drüber sprachen.“

Bei seinen Angestellten ist der gebürtige Chicagoer nach US-Medienberichten nicht sonderlich beliebt. „Er behandelt seine Leute hart, weil er begriffen hat, was Wettbewerb bedeutet. Man kann ihn nicht als unhöflich bezeichnen, aber als Einen, der immer unter Strom steht“, sagt ein Anlageberater über ihn. Auch in der Branche genießt Zynga keinen guten Ruf, weil Pincus sich weigerte, den Handelsgruppen der Industrie beizutreten. Als das Unternehmen im vergangenen Jahr mit einem Preis für das beste amerikanische Online-Spiel ausgezeichnet wurde, ertönten aus dem Publikum Buh-Rufe.

Doch der ehrgeizige Firmengründer hat auch eine weiche Seite: Er ist Vater von elf Monate alten Zwillingstöchtern und liebt Hunde – so sehr, dass er sein Unternehmen nach einem benannt hat: Zynga heißt seine Bulldogge.

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