Persönliche Daten, der neue Rohstoff – wie kann man sich schützen?

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In Zeiten von Smartphones, Tablets und Co ist es so leicht wie nie an persönliche – oder personenbezogene Daten zu kommen. Unternehmen sind in der Lage mit Apps wie Facebook, PayPal und anderen Programmen alle möglichen Informationen über eine Person zu sammeln.

Spätestens seit dem Cambridge-Analytica-Datenskandal im vergangenen Jahr sind viele Menschen aufmerksamer geworden und wollen wissen, wo ihre Daten hingehen. Welches Unternehmen was genau sammelt, ist oft aber nicht ersichtlich. Um den Überblick zu behalten, muss man in der Regel selbst aktiv werden, denn jeder hat das Recht Auskunft über seine gesammelten Daten zu bekommen.

Was sind eigentlich personenbezogene Daten?

Hier kann man ganz einfach einen Blick ins Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) werfen. Demnach sind personenbezogene Daten alle Informationen, die sich auf eine natürliche Person beziehen oder zumindest beziehbar sind, sodass damit Rückschlüsse auf die Persönlichkeit gezogen werden können. Dazu gehören zum Beispiel der Name oder die Adresse.

In der Regel unterscheidet man aber zwischen personenbezogenen und sogenannten besonderen personenbezogenen Daten. Zur zweiten Kategorie gehören Informationen zur ethnischen und kulturellen Herkunft einer Person, politische, religiöse und philosophische Überzeugungen oder auch Angaben zu Gesundheit, Sexualität und Gewerkschaftszugehörigkeit. Da diese Daten noch sensibler sind, als beispielsweise die Adressdaten einer Person, sollten sie besonders geschützt werden.

Wer speichert persönliche Daten?

Es ist schwer hier den Überblick zu behalten. Denn die Person, die ihre Daten an diverse Online-Portale hergibt, weiß oft selbst nicht mehr wo welche Informationen angegeben wurden. Ganz besonders im Fokus sind hier die sozialen Medien. Facebook, Instagram und Co. speichern alles Mögliche. Freiwillig gibt der User seinen Namen, Handynummer, Geburtsdatum sowie seinen Wohnort preis und zeigt daneben noch seine Bilder vom letzten Strandurlaub.

Allein mit diesen Informationen können Datenprofis schon eine Menge anfangen. Der Grundstein für ein Konsumentenprofil ist gelegt und jeder weitere Klick, beispielsweise auf Amazon, fügt einen weiteren Aspekt dazu. Sodass man so berechenbar in seinem Konsumverhalten wird, dass man fast schon glauben könnte, dass das Smartphone einen belauscht.

Ein anderes Unternehmen, das Personendaten speichert ist die Schufa. Das Unternehmen sammelt unter anderem Daten zu Finanzen und Kaufverhalten. Ein negativer Schufa-Eintrag kann sich beispielsweise negativ auf eine mögliche Kreditvergabe auswirken. Deshalb lohnt es sich einmal pro Jahr nach der sogenannten Schufa-Score zu fragen. Auf diese Weise kann man sich einen Überblick verschaffen und möglicherweise falsche Einträge erfassen und löschen lassen.

Wie kommt man an seine Daten?

Jeder hat das Recht seine Daten einzusehen und dieses Recht ist durch europäische Rechtsprechung und durch das Bundesdatenschutzgesetz abgesichert. Leider darf man aber nicht darauf warten, dass die Unternehmen selbst aktiv werden. Also muss man als Person aktiv werden und nachfragen. Das geschieht in der Regel in Schriftform: man verlangt Auskunft über alle zur Person gespeicherten Daten. Am besten per Einschreiben.

Um das Vorhaben zu untermauern, weist man in dem Schreiben am besten auf §34 des Bundesdatenschutzgesetzes hin, der besagt, dass das jeweilige Unternehmen dazu verpflichtet ist eine Auskunft zu erteilen. Bei Behörden ist es §19. Wichtig ist eine Eingangsbestätigung zu fordern, um sich abzusichern. Außerdem sollte eine Frist von etwa 2 – 3 Wochen gesetzt werden, damit man nach der Frist gegebenenfalls weiter Schritte einleiten kann. Online findet man viele Mustertexte, die einem bei dem Schreiben helfen.

Bund will mehr Transparenz schaffen

Bei Behörden soll es demnächst einfacher werden seine Daten zu erfragen. Mit einem sogenannten „Datenschutz-Cockpit“ sollen Bürgerinnen und Bürger bald online herausfinden können, welche Informationen bei welcher Behörde über sie gespeichert sind. Geplant ist eine Art Portal, auf dem man, ähnlich wie beim Online-Banking, ein Konto über seine Daten einsehen kann.

Sperrung und Löschung von Daten

Nicht nur hat jeder das Recht die Informationen über seine gespeicherten Daten einzusehen, sondern auch das Recht zu widersprechen. Das heißt, die Speicherung oder Verwendung der personenbezogenen Daten darf untersagt werden. Beispielsweise, wenn es um den Versand von Werbung oder auch um Marktforschung geht. Hier greift §35 des BDSG. Bei Behörden kann man einen ähnlichen Weg gehen, unter Berufung auf §20 BDSG. Da es sich hierbei aber um öffentliche Einrichtungen handelt, gilt die Sperrung oder Löschung nur mit Einschränkungen.

Beschwerde

Sollten die Unternehmen nicht fristgerecht geantwortet haben oder weigern sich sogar die geforderten Informationen preiszugeben, macht eine Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde Sinn. Auf der Seite der jeweiligen Behörde kann man sich per Formular bequem online beschweren.

Daten selbst schützen

Wer sich jetzt vorgenommen hat seine Daten in Zukunft online nicht mehr ganz so offen zu legen, gibt es einiges zu beachten. Das regelmäßige Löschen des Browserverlaufs und des Zwischenspeichers kann bereits ein Anfang sein. Im Browser selbst kann man sogenannte Cookies und Spyware ausschalten oder auch nur für eine bestimmte Sitzung zulassen. Bei Werbebannern und Cookies kann auch eine Schutzsoftware helfen.

Wenn man regelmäßig an Gewinnspielen teilnimmt oder sehr oft auf andere Arten seine E-Mail-Adresse online offenbart, sollte man sich überlegen noch eine zweite Adresse für „seriöse“ Zwecke einzurichten.

Mit Datenklau, -Missbrauch und auch –Schutz ist nicht zu spaßen. Jeder kann jedoch etwas tun, um sich einen Überblick über seine verwendeten Daten zu schaffen oder möglicherweise überhaupt keine Daten mehr preiszugeben.

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