Jubiläum: Vor 150 Jahren wurde das Telefon erfunden

Kassel. Das Telefon – Wer hat es erfunden? Nein, die Schweizer waren es ganz sicher nicht. Den Ruhm teilen sich ein Italiener, ein Deutscher und ein Amerikaner. Maßgeblich beteiligt war der Hesse Johann Philipp Reis.

Schon 1860 führte der Italiener Antonio Meucci ein „elektromagnetisches Telephon“ vor, das er „sprechenden Telegraphen“ nannte. Pleiten, Pech und Pannen verhinderten jedoch, dass seine Erfindung anerkannt wurde. Auch Patentklagen vor Gericht blieben erfolglos.

Unabhängig von Meucci erfand in Hessen der Physiklehrer Johann Philipp Reis ein „Telephon“ und bewies am 26. Oktober 1861 in Gellnhausen, dass man tatsächlich gesprochene Worte durch einen dünnen Draht übertragen kann. Die beiden ersten Sätze lauteten der Überlieferung nach: „Die Sonne ist von Kupfer“ und „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“ Der an sich unsinnige Text sollte beweisen, dass kein Betrug im Spiel war.

Johann Philipp Reis wurde am 7. Januar 1834 in Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis geboren. Der Sohn eines Bäckermeisters wuchs nach dem frühen Tod seiner Eltern bei der Großmutter auf. Neben seiner kaufmännischen Ausbildung betrieb Reis naturwissenschaftliche Studien. 1858 erhielt er eine Anstellung als Lehrer in Friedrichsdorf nördlich von Frankfurt. Reis starb am 14. Januar 1874 an den Folgen einer Tuberkulose.

Gleich zwei Amerikaner, Elisha Gray und Alexander Graham Bell, wollten am 14. Februar 1876 in Washignton Schutzrechte für Telefon39-Entwicklung auf Basis des Reis-Telefons eintragen lassen. Durch einen Formfehler erhielt Bell das Patent – und erntete den Ruhm, dem Telefon zum Durchbruch verholfen zu haben.

So klangen Telefone früher

Video einer früheren Vermittlungsstelle

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