Polizei warnt vor Urlaubsankündigung in Netzwerken und Emails

Wer im Internet seinen Urlaub ankündigt, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn Einbrecher suchen sich ihr Ziel mittlerweile auch Online. Urlaubsankündigungen etwa auf Facebook locken Diebe an, sagt die Polizei und rät zu mehr Verschwiegenheit im Netz. Gleichzeitig warnt sie auch vor Abwesenheitsnotizen in Emails.

Nicht nur Freunde und Bekannte, auch Einbrecher beobachten soziale Online-Netzwerke - und nutzen die oft allgemein verfügbaren Informationen für die Planung ihrer Taten. „Die Einbrecher stellen sich auf die neuen Möglichkeiten ein. Moderne Täter nutzen moderne Medien“, sagte der Präventionsexperte vom hessischen Landeskriminalamt, Claus Opfermann, der Nachrichtenagentur dpa in Wiesbaden. Eine Ankündigung bei Facebook wie „Ich bin auf Hawaii und erst in acht Wochen wieder zu Hause“ wirke wie eine Einladung für Diebe.

Der Experte riet auch davon ab, im Internet Bilder der Wohnungseinrichtung zu veröffentlichen - etwa vom neuen Flachbild-Fernseher im Wert von mehreren tausend Euro.

Auch Abwesenheitsnotizen, die oft automatisch per Mail weit verbreitet werden, können seiner Einschätzung nach gefährlich sein: „Am besten bleibt man vage und nennt keine Daten.“

Der beste Schutz vor Einbrechern ist Opfermann zufolge neben speziellen Sicherheitsschlössern und -türen eine gute Nachbarschaft. Vor mehrwöchigen Urlaubsreisen sollte ein Nachbar beauftragt werden, den Briefkasten zu leeren, die Blumen zu gießen und dabei am besten hin und wieder das Licht anzumachen. „Von außen soll der Eindruck entstehen, es ist jemand zu Hause“, sagte der Kriminalhauptkommissar. Bewohner größerer Mietshäuser könnten sich darauf verständigen, nach Möglichkeit keine Fremden ins Haus zu lassen.

Ob Urlaub oder nur kurz zum Einkaufen: Fenster, Balkon- und Terrassentüren sollten nicht gekippt bleiben, sondern geschlossen werden, mahnte der Experte. „Einbrecher brauchen sonst nur wenige Minuten, bis sie in die Wohnung eingedrungen sind.“ Weit mehr als ein Drittel der Wohnungseinbrüche würden tagsüber begangen.

Die Zahl der Taten in Hessen stieg im vergangenen Jahr um rund 16 Prozent auf fast 10.000. Die Polizei will deshalb verstärkt auf Aufklärung setzen. Täter lassen sich laut dem LKA-Mitarbeiter leicht abschrecken. Vergangenes Jahr gaben Einbrecher in fast 40 Prozent der Fälle auf, weil Türen oder Fenster doch nicht so leicht zu knacken waren wie erhofft. (dpa/mak)

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