Microsoft-Gründer und Windows-Entwickler will die Welt weiter verändern

Bill Gates, der Mann hinter den Fenstern

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Programmierer, Unternehmer, Stiftungsgründer: Bill Gates (59).

Vor 20 Jahren brachte die Firma Microsoft das Betriebssystem Windows 95 auf den Markt. Damit begann der Siegeszug der "Fenster". In diesem Jahr kam die neueste Version Windows 10 auf den Markt. Kopf von Microsoft war Bill Gates, der damit zum reichsten Mann der Welt wurde. Ein Porträt.

Bill Gates, der reichste Mann der Welt, ist ein Studienabbrecher. Anwalt sollte er werden, wie sein Vater. Doch nach nur zwei Jahren in Harvard widmet sich der programmierbegabte 19-Jährige von 1975 an dem Aufbau einer Firma, deren Namen heute jeder kennt: Microsoft.

Gates ist der Mann hinter Office-Anwendungen wie Word und Excel. Vor allem aber steckt er hinter dem Betriebssystem Windows (deutsch: Fenster), dessen Name daher rührt, dass die Benutzeroberflächen von Anwendungen als rechteckige Fenster dargestellt werden.

Streng sei er gewesen, ist von ehemaligen Mitarbeitern zu lesen, ein schwieriger, oft unfreundlicher Typ - aber eben auch ein verdammt guter Programmierer und ein noch clevererer Geschäftsmann: 1980 verkauft Microsoft ein günstig erworbenes Betriebssystem als MS-DOS an IBM. Weil Gates darauf besteht, das Copyright zu behalten und IBM auch Fremdherstellern die PC-Produktion erlaubt, kassiert Microsoft bei jedem verkauften Rechner mit.

Bill Gates vor dem Symbol von Windows XP.

Der Rest ist Geschichte: Windows sorgt ab 1985 für eine grafische Oberfläche von MS-DOS. Es ist bis heute Geldmaschine des Softwarekonzerns. Dessen Gründer jedoch verabschiedet sich 2008 aus dem Geschäft - mit vielen Milliarden auf dem Konto.

Legendär ist Gates’ ambivalentes Verhältnis zu seinem charismatischen und genialen Widersacher Steve Jobs von Apple. „Bill schaute auf Steve herab, weil er nicht richtig programmieren konnte“, ist in der autorisierten Jobs-Biografie zu lesen. Und, Jobs über Gates: „Er hat schamlos die Ideen anderer Leute geklaut.“ Heute haben die beiden Software-Riesen weniger geniale Personen an der Spitze. Jobs starb 2011 an einer Krebserkrankung, Gates repräsentiert im Wesentlichen nur noch.

Philanthrop und Visionär

Der Mann, der einst die Welt mit seinem Betriebssystem Windows veränderte, will das heute mit seiner Stiftung tun. Gates gilt als Philanthrop: Schon 2000 gründet er mit seiner Frau die Bill & Melinda Gates Stiftung, die jährlich mehrere Milliarden US-Dollar für wohltätige Zwecke spendet.

Gates ist ein Visionär, der die Armut bekämpfen will: „Unsere leidenschaftliche Anstrengung, auf diese Herausforderung zu antworten, wird dabei helfen, die Welt zu ändern“, sagt William „Bill“ Henry Gates III. im Jahr 2008. Die Stiftung setzt sich für die Bekämpfung von Krankheiten wie Aids und Hepatitis in afrikanischen Ländern ein. Sie unterstützt Ökostrom-Projekte - muss allerdings auch Kritik einstecken, dass sie etwa in Öl- und Kohlefirmen investiert.

Weitere Projekte: Gates legt Kapital an in eine amerikanische Firma, die pflanzliche Burger herstellt. In Deutschland investiert er Anfang des Jahres Millionen in den Impfstoff-Hersteller CureVac. Geld ist also genug vorhanden. Nur einen sehr kleinen Teil seines Vermögens allerdings, lässt das Ehepaar verkünden, werden ihre drei Kinder einst erben. Der Großteil soll stattdessen der Gesellschaft zugutekommen.

Gates bleibt also aktiv. Und auch, wenn er heute mit Windows nichts mehr zu tun hat, so ist er doch noch lange nicht weg vom Fenster.

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Die Entwicklung von Microsoft Windows

1975: Am 4. April gründen die Kindheitsfreunde Bill Gates und Paul Allen das Unternehmen.

1980: Microsoft bekommt von IBM den Auftrag, ein Betriebssystem für den geplanten Personal Computer zu liefern. Microsoft kauft ein Programm, entwickelt es unter dem Namen MS-DOS weiter.

1985: Microsoft veröffentlicht das erste Windows.

1987: Microsoft stellt Windows 2 vor.

1990: Windows 3.0 erhält eine komplett neue Oberfläche. Die Nachfolgeversion 3.11 (1994) gilt als die erste wirklich brauchbare Windows-Variante.

1993: Mit Windows NT stellt Microsoft ein 32-Bit-System für Workstations und Server vor.

1995: Windows 95 wird mit einem zuvor nicht gekannten Marketing-Aufwand auf den Markt gebracht.

1998: Windows 98 kommt als Weiterentwicklung von Windows 95 auf den Markt.

2000: Windows ME ist das letzte Betriebssystem, das auf MS-DOS aufsetzt. Die Variante ist fehleranfällig.

2001: Im Oktober bringt Microsoft Windows XP heraus, sein langlebigstes Betriebssystem. XP setzt auf der Architektur der Windows-NT-Familie auf.

2007: Windows Vista verkauft sich zwar gut, ist aber bei Nutzern wegen umständlicher Bedienung unbeliebt.

2009: Windows 7 soll die Schwächen von Vista ausbessern.

2012: Windows 8 verfügt über zwei unterschiedliche Benutzeroberflächen: eine Kacheloptik für Tablet Computer und ein herkömmlicher Windows-Desktop für PCs. Anwender vermissen den beliebten Start-Button. Ein Jahr später wird das System auf die Version 8.1 aktualisiert.

2015: Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablet-Computer und Smartphones an. (dpa)

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