Programm soll Seilbahnschäden leichter aufspüren

Jena - Ein Computerprogramm zum leichteren Aufspüren von Schäden an Stahlseilen haben Wissenschaftler aus Jena und Stuttgart entwickelt.

Bisher mussten die Drahtseile von Kränen, Bergbahnen, Hängebrücken und Fahrstühlen aufwendig von Experten mit bloßem Auge auf Schäden untersucht werden, erklärte Informatikerin Esther Platzer von der Universität Jena am Montag. Bei dem neuen System werden die Seile mit vier Kameras von allen Seiten gefilmt und die Bilder vom Computer ausgewertet. Der vergleicht sie mit einem Seil-Modell und gibt Hinweise auf Abweichungen. “Mit unserem System können wir fehlerhafte Stellen relativ gut lokal eingrenzen.“ Solche Stellen können von Fachleuten dann gezielt untersucht werden. Das spare Zeit und sei sicherer als die bisherige Methode. “Mittlerweile erkennt das System 90 Prozent der Defekte“, erklärte Platzer. “In Feldversuchen hat unser Programm sogar schon Fehler entdeckt, die ein Experte übersehen hat.“ Denn gerade kilometerlange Seile erforderten eine Menge Konzentration von den Prüfern.

Wann das neue System standardmäßig eingesetzt werden kann, sei noch unklar, sagte Platzer. Dafür seien weitere Tests notwendig. Das Projekt der Universitäten Jena und Stuttgart wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Ihre Ergebnisse wollen die Forscher bei der Tagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mustererkennung (9.-11. September) in Jena vorstellen. Das System soll weiterentwickelt werden, um die Seile dreidimensional vermessen zu können.

dpa

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