Es gibt Geld für jeden Kilometer

Runister. Diese App bezahlt euch fürs Laufen.

Unser Autor hat die App getestet - und bereits seine ersten Euros erlaufen.

Laufen kostet Zeit. Macht aber Spaß und hält fit. Das ist doch unbezahlbar. Moment: warum eigentlich? Das dachten sich auch die Entwickler der App Runister. Sie bezahlen die Nutzer dafür, dass sie laufen gehen.

Für manche wird dieser monetäre Anreiz vielleicht der letzte Tritt in den Allerwertesten sein, um auch bei Minusgraden und strömenden Regen etwas für die Gesundheit zu tun. Denn jeder absolvierte Kilometer, das ist die Idee der Entwickler, wird mit barem Geld bezahlt. Und das ganz ohne Werbung. Wie das funktioniert?

Es ist ein bisschen wie in einem Fitnessstudio, in dem die wertvollsten Mitglieder diejenigen sind, die zwar voll zahlen, aber am Ende wenig vor Ort sind und dadurch irgendwie auch die Intensivnutzer unterstützen. Mit einem komplexen Algorithmus wollen die Macher ihr Geschäftsmodell an den Läufer bringen.

Qualifikation für die Pro-Phase

Zunächst einmal muss man sich qualifizieren, um überhaupt dabei sein zu dürfen: Durch zehn Qualifikationsläufe – es sind maximal zwei am Tag möglich, die mindestens einen Kilometer lang sein müssen – laufen sich die Nutzer in die Pro-Phase, in der man nicht nur Geld verdient, sondern auch eine Teilnahmegebühr von aktuell 1,99 Euro im Monat zahlen muss. Fortan kassieren sie dann für jeden gelaufenen Kilometer.

Dabei funktioniert Runister in den Grundfunktionen nicht anders als andere Laufanwendungen, wie etwa Strava oder Runtastic: Die Strecke wird per GPS aufgezeichnet, eine durchschnittliche Geschwindigkeit pro Kilometer wird ermittelt und die Menge der verbrannten Kalorien angegeben. Das Ergebnis lässt sich dann auf Facebook, Twitter und Instagram posten.

Im Praxistest hat sich die Kilometermessung jedoch als nicht ganz zuverlässig erwiesen: Meist werden ein oder sogar mehrere Kilometer zuviel abgerechnet - was zwar gut für das Konto ist, die Anwendung jedoch als vernünftiges Trainingstagebuch disqualifiziert.

Auszahlung nur einmal im Jahr

Nach einer bestimmten Menge an gelaufenen Kilometern, steigen die Athleten in den nächsten Level auf, mit dem die Vergütung zugleich erhöht wird. Wer etwa 500 Kilometer gelaufen ist, hat am Ende um die 67 Euro verdient. Wer jetzt gleich das große Geld riecht, dem sollte bewusst sein: Umgerechnet müsste man dafür pro Monat ein Jahr lang 42 Kilometer laufen. Das schafft nicht jeder. Womit wir wieder beim Fitnessstudio-Effekt wären – angemeldet sein ist eben manchmal nicht alles.

Es gibt weitere Wermutstropfen: Zunächst einmal kann man sich das erlaufene Geld nur einmal im Jahr auszahlen lassen. Außerdem kann sich die Vergütung pro gelaufenem Kilometer durch Neuberechnungen des Algorithmus ändern. 

Im Moment des Triumphes aber, dann, wenn es um die Auszahlung des Guthabens geht, kann man dafür mit seinen Kilometern gleich noch etwas Gutes tun: Die Einnahmen können auf Wunsch für einen guten Zweck gespendet werden. Und das ist es doch allemal wert. Oder ein paar neue Laufschuhe.

Aktuell ist Runister lediglich für iOS verfügbar, eine Android-Version soll aber in Kürze folgen.

Moving Twice: Laufen für den guten Zweck

Eine ähnliche App ist Moving Twice. Nur wird dort von Beginn an nicht für die eigene Hosentasche gelaufen, sondern immer direkt für den guten Zweck: Jede Joggingrunde wird so zum Spendenlauf. Das wird durch Sponsoren erreicht, die pro Kilometer einen bestimmten Betrag für ausgewählte Projekte spenden. 

Also: Nichts wie raus an die frische, nur noch kurz die Welt retten.

Download: Moving Twice für iOS | Android

Übrigens:

UNSERE LAUFKOLUMNE VON ANNA C. HUGHES

Kennt ihr schon die Kolumnen unserer Autorin Anna C. Huges zum Thema Laufen? 

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