Spam-Lawine verärgerte E-Mail-Nutzer weltweit

Berlin. Der Markenname einer Fleischkonserve in den USA stand Pate für ein ebenso massenhaft verbreitetes Produkt der Internet-Kommunikation: Spam. Dieses hat sich jetzt besonders heftig verbreitet, weil der Absender eine Mailing-Liste mit zahllosen Empfängern enthielt.

Am Anfang war es nur eine ganz normale Spam-E-Mail: Eine gewisse Katie Meier Johnson gab sich da als Vorstandsvorsitzende einer „mittelgroßen Firma“ aus, offerierte einen nicht näher dargestellten Vorschlag und bat bei Interesse um eine Antwort. Anstatt die E-Mail zu löschen, hat diesmal tatsächlich einer geantwortet: „Bitte um was geht es?“ Und damit nahm eine Lawine ihren Lauf, die am Montag und Dienstag die Mailboxen zahlloser Internet-Nutzer verstopfte.

Denn in diesem Fall war der Absender nicht eine einzelne Mail-Adresse, sondern eine sogenannte Mailing-Liste, eine Sammeladresse mit vielen einzelnen Adressaten, die ungewollt auf diese „Stock Analysis Mailing List“ gerieten. Teils ratlos, teils verärgert gingen immer mehr Reaktionen ein - meist mit der Bitte „mich aus dem Verteiler zu nehmen“ - und jede einzelne Mail ging an offenbar mehrere tausend Empfänger. Wer eine Antwort abschickte, beging den Fehler, damit die eigene Adresse auch noch zu bestätigen, zum Teil inklusive von Postadresse und Telefonnummer - und diese damit für den Spammer umso wertvoller zu machen.

Mit der zunehmenden Verbreitung sprangen auch sogenannte Trolle auf den Zug auf, Zeitgenossen, die jede Diskussion absichtlich ad absurdum führen. So traten neben dem ursprünglichen Betreff „Ueberweisung“ auch andere E-Mail-Ketten mit Betreffs wie „Spam macht lustig“ hinzu. Eine der empörten Reaktionen enthielt als Teil der E-Mail-Signatur einen dem Philosophen Aristoteles zugeschriebenen Spruch: „Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen.“ Dies gilt auch für die Kommunikation im Internet und der richtige Kurs hätte darin bestanden, grundsätzlich nie auf eine Spam-Mail zu antworten. (dpa)

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