Nutzungsbedingungen geändert

Spotify ist erst ab 16 Jahren erlaubt: Das müssen Nutzer jetzt wissen

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Kommt jetzt der digitale Türsteher für Minderjährige? Beim beliebten Musik-Dienst Spotify wird jetzt das Mindestalter für die Nutzung auf 16 jahre angehoben.

Jetzt ist sie da: Die Altersbeschränkung beim Musik-Streaming-Dienst Spotify. Wer jetzt Kunde sein will, muss mindestens 16 Jahre alt sein. Doch was genau steckt dahinter?

Aktualisiert um 13.09 Uhr - In diesen Tagen verschickt Spotify per E-Mail eine Auflistung der Änderungen in den Nutzungsbedingungen des Unternehmens. Noch bis einschließlich 10. November 2018 haben Nutzer nun Zeit, den neuen Regeln bei Spotify zu widersprechen. Das geht lediglich per Mail. Eigens dafür hatte der Dienst die Mailadresse widerspruch@spotify.com ins Leben gerufen. Die Infomails werden von Spotify seit Montag, 8. Oktober 2018, verschickt - nicht alle Nutzer erhalten die Mail also zeitgleich.

In der Mail, die Spotify verschickt, findet sich auch ein Link, der den Nutzer zu einer Seite führt, die die Änderungen in Tabellenform relativ übersichtlich zusammenfasst. An erster Stelle findet sich direkt die neue Altersbeschränkung - es ist die wohl auch wichtigste Änderung. Vorher durften Nutzer 14 Jahre alt sein, doch das ist nun vorbei. Auf der Support-Seite heißt es: "Aufgrund geänderter Datenschutzgesetze haben wir das Mindestalter für die Nutzung der Spotify-Dienste von 14 auf 16 Jahre heraufgesetzt. Wenn du noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hast, gilt zudem auch weiterhin, dass es für eine rechtmäßige Nutzung der Spotify-Dienste zusätzlich noch des Einverständnisses deiner Eltern oder deines Vormunds bedarf."

Warum wird das Mindestalter bei Spotify geändert?

Grund für diese Umstellung ist die neue EU-Datenschutzgrundverordnung. Sie wird kurz als DSGVO bezeichnet und ist seit Mai 2018 in Kraft getreten. In der DSGVO ist unter anderem festgelegt, dass Kinder und Jugendliche bei ihren personenbezogenen Daten einem besonderen Schutz unterstehen. Geregelt ist das in einem Abschnitt, der unter dem Titel "Bedingungen für die Einwilligung eines Kindes in Bezug auf Dienste der Informationsgesellschaft" läuft. Das umfasst beispielsweise auch im Zusammenhang mit digitalen Diensten wie Spotify und Whatsapp: Wer noch nicht 16 Jahre alt ist, braucht offiziell die Einwilligung der Eltern oder entsprechend eines Elternteils (Art. 8 der DSGVO).

Das heißt also, Spotify hat die nun veröffentlichte Änderung nicht freiwillig vorgenommen, sondern aus juristischen Gründen. Auch der Messenger Whatsapp musste sich in der Vergangenheit dieser Neuregelung anpassen. Die Umstellung bei Whatsapp erfolgte bereits im Frühjahr 2018: Damals wurde das Mindestalter für Whatsapp-Nutzer von 13 auf 16 Jahre angehoben. Doch bei Whatsapp gibt es keinen wirkungsvollen Kontrollmechanismus, der das Alter seiner Nutzer überprüft. 

Dieses Video stammt nicht von der HNA, sondern von der eigenständigen Videoplattform Glomex.

Die Folge ist, dass auch weiterhin 13-Jährige problemlos Nachrichten verschicken und empfangen können.

Wie überprüft Spotify das Alter?

Das ist bis jetzt noch nicht im Detail bekannt. Eine Mutmaßung liegt allerdings sehr nahe: Es könnte ähnlich wie bei Whatsapp ablaufen. Es ist damit zu rechnen, dass es eine recht simple Nutzer-Anfrage zum Alter gibt. Diese Art der Überprüfung dient dann am Ende eher der Umsetzung der neuen AGB als dem Schutz von Jugendlichen. Schließlich zog die Pro-forma-Überprüfung bei Whatsapp bislang auch keine echten Konsequenzen nach sich. 

Was ändert sich noch bei Spotify?

Der Nutzer bekommt jetzt insgesamt 30 Tage - statt vorher 14 - um den neuen AGB zu widersprechen. Die Begrifflichkeit Test wurde nun in Probeabonnement geändert. Damit ist die kostenlose Nutzung des Dienstes gemeint. Mehr Details gibt es direkt bei Spotify.

Was ist Spotify?

Früher kam es massenhaft vor, dass beispielsweise CDs illegal gebrannt wurden oder Musik über illegale Tauschbörsen ins Netz gestellt wurde. Urheberrechtsverletzungen waren an der Tagesordnung. Mit Spotify begann prinzipiell eine Ära, in der Musik-Fans nicht mehr bangen mussten, mit einem Bein im Gefängnis zu stehen. Heute bietet Spotify nicht nur Musik aller Art, sondern auch Hörbücher an - und zwar ganz legal, da die Künstler über Lizenzverträge entsprechend beteiligt werden.

Fakten rund um Spotify in der Übersicht:

  • Seinen Ursprung hat der Musik-Streaming-Dienst in Schweden - dort war Spotify im Jahr 2006 ein Start-up
  • Die Firma heißt bis heute Spotify AB und sitzt in Stockholm
  • Erst im Oktober 2008 wurde der Dienst online in der Form gestartet, wie man ihn heute kennt
  • Der Dienst hat im Jahr 2018 gemeldet, dass es knapp 160 Millionen aktive Nutzer gibt, 71 Millionen davon haben einen kostenpflichtigen Account
  • Der Umsatz von 2017 lag bei 4,09 Mrd. Euro
  • 2960 Menschen waren 2017 bei Spotify beschäftigt 

Was kostet Spotify?

Inzwischen zahlt man für einen gängigen Premium-Account 9,99 Euro pro Monat. Allerdings kann man sich diese Investition auch sparen: Es gibt nämlich einen Free-Tarif. Der kostet den Kunden nichts. Allerdings wird dann regelmäßig während des Musik-Genusses Werbung eingestreut - die akustische Unterbrechung dauert dann meist nicht nur Sekunden, sondern mehrere Minuten. Wer sich nicht daran stört, mit Konsuminformationen berieselt zu werden, der kann sich das Geld für einen kostenpflichtigen Account also sparen. 

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