Studie: Viele Mängel in Onlineshops

Stuttgart. Viele Internet-Händler halten die Vorgaben des Verbraucherschutzes nicht in vollem Umfang ein. Dies geht aus einer der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Studie hervor.

In der bundesweiten Erhebung wurden 50 große Online-Shops unter anderem aus den Bereichen Bekleidung, Heim- und Unterhaltungselektronik, Buchhandel, Kosmetik und Möbel im Auftrag des Verbraucherministeriums Baden-Württemberg untersucht. Bei 39 Händlern wurden Mängel festgestellt.

Doch die Verbraucher werden aus Sicht des Ministeriums nicht mit Absicht hinters Licht geführt.„Wir gehen nicht davon aus, dass die Verstöße darauf abzielen, Verbraucher bewusst zu schädigen. Vielmehr gehen wir von mangelnder Rechtskenntnis aus“, sagte Verbraucherminister Rudolf Köberle (CDU).

In der Erhebung wurden das Impressum der Händler, ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sowie die sonstigen notwendigen Informationen auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften überprüft. Bei elf Internet-Händlern kam es zu keiner Beanstandung. Dazu zählten unter anderem Lidl, Tchibo, Arlt, Breuninger, Heine oder auch Sportscheck.

Die Autoren der Studie bemängeln unter anderem unzulässige Angaben zu den Lieferfristen. Formulierungen wie „in der Regel“, „meistens“ oder „unverbindlich“ seien nicht statthaft. Denn: Der Kunde könne von einer sofortigen Lieferung ausgehen, wenn keine Fristen angegeben seien. Ansonsten müssten Lieferfristen verbindlich genannt und eingehalten werden.

Teilweise habe es aber auch unverständliche Formulierungen gegeben. Vereinzelt existierte laut Ministerium keine oder nur eine unvollständige Widerrufsbelehrung. Bei den über das Internet abgeschlossenen Verträgen handelt es sich um sogenannte Fernabsatzverträge. In diesen Fällen haben Kunden dem Ministerium zufolge grundsätzlich das Recht, binnen zwei Wochen den Vertrag zu widerrufen. Sofern es sich um die Bestellung von Waren handelt, hat der Verbraucher innerhalb dieses Zeitraums ein Rückgaberecht.

Köberle erklärte weiter: „Das Niveau des Verbraucherschutzes in Deutschland ist im internationalen Vergleich hoch. Das betrifft auch den Handel im Internet.“ Das Ministerium kommt zu dem Schluss, dass es vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen oft schwer sei, ohne fachkundige Hilfe alle Verbraucherrechtsbestimmungen im Online- Handel zu erfüllen. (dpa)

Tipps für sicheres Online-Shopping

Online-Geschäfte sollte man nur mit seriösen Händlern machen. Auf deren Internet-Seiten sind Allgemeine Geschäftsbedingungen, Impressum, Angaben zum Datenschutz und zu Kontaktmöglichkeiten stets leicht zu finden. Es lohnt zunächst einen Blick darauf zu werfen. © dpa
Die Übertragung von Bank- oder Kreditkartendaten muss bei Online-Geschäften über eine verschlüsselte Verbindung erfolgen. Diese wird durch kleines geschlossenes Schloss unten rechts in Internet-Browser angezeigt. © dpa
Für sicheres Online-Shopping muss auch der heimische PC sicher sein. Dafür sorgen regelmäßige Updates des Betriebssystems, die stets aktuelle Version des Browsers und ein Virenprogramm auf dem neuesten Stand. Für den Online-Geschäftsverkehr mit verschiedenen Partner sollte man stets unterschiedliche Passwörter verwenden. Wenn ein Passwort doch einmal in die Hände von Betrügern gerät, können diese dann weniger Schaden anrichten. © dpa
Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens sechs Zeichen und einer Mischung von großen und kleinen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Passwörtern nicht in der Nähe des Computers aufschreiben. Auf einen Anruf oder eine Mail hin, darf man nie ein Passwort preisgeben. Betrüger geben sich oft als Mitarbeiter von Online-Shops oder Banken aus. Seriöse Unternehmen fragen nie nach dem Passwort. © 
Die Internet-Adresse der Bank oder des Online-Shops sollte man stets selbst über den Browser und nicht über Links anwählen. Ein zugesandter Link kann auf eine gefälschte Seite führen. Sogenannte “Phishing Mails“ locken mit Links auf Seiten, die etwa dem Auftritt der eigenen Bank täuschend ähnlich sehen. Dort wird zur Eingabe von Passwörtern oder Kreditkartendaten aufgefordert, die der Absender der Mail dann für Betrügereien nutzen kann. © 
Auch gegenüber Geschäftspartnern sollte man nur die eigenen Daten preisgeben die für die geplante Transaktion notwendig sind. In der Regel sind das die Adresse und die Informationen zum Zahlvorgang. © dpa

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