Prämien für Schritte

Beliebter als WhatsApp: Fitness-App Sweatcoin bezahlt euch fürs Laufen

Kaum in den Stores, schon ganz oben in den Download-Charts: Sweatcoin heißt die App der Stunde, die derzeit sogar WhatsApp und Instagram hinter sich lässt. Die Idee: Die Fitness-Anwendung bezahlt Nutzer für Bewegung im Freien.

Sweatcoin ist als kostenloser Download direkt im App Store von Apple bzw. in Googles Play Store verfügbar. Die App arbeitet mit einer eigenen virtuellen Währung, den sogenannten Sweatcoins. Jeder im Freien absolvierte Schritt wird in Sweatcoins umgewandelt, die dann bei Partnerangeboten für Produkte oder Aktivitäten eingelöst werden können. Doch wie funktioniert das eigentlich? 

Sweatcoin fragt viele Daten ab

Bevor die App überhaupt genutzt werden kann, fragt sie im Stil eines Chats verschiedene Daten und Berechtigungen ab, die für die Teilnahme erforderlich sind. Hierbei handelt es sich bereits um durchaus sensible Daten, für die sicher nicht jeder die Freigabe erteilen möchte - dann aber eben auch keine Sweatcoins erlaufen kann. 

Nutzer müssen ihren Namen angeben, ihre E-Mail-Adresse, ihre Telefonnummer - und natürlich auch die Freigabe von Ortungs- und Fitnessdaten erteilen. Klar: Ohne Beschleunigungsmesser und GPS ist die Ermittlung einer zurückgelegten Strecke nicht möglich. 

Jeder, der Apps wie Sweatcoin nutzt, muss sich allerdings auch darüber im Klaren sein, dass mit derartigen Freigaben theoretisch auch ein Bewegungsprofil erzeugt werden kann. Übrigens: Auch Google und Apple erzeugen solche Profile, sofern dies nicht deaktiviert ist. 

Damit Sweatcoin funktioniert, muss die App im Hintergrund laufen, also nicht manuell beendet werden. Die Entwickler betonen aber, dass der Akkuverbrauch gering sei. 

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Wie misst Sweatcoin die Schritte?

Sweatcoin hat einen eigenen Algorithmus, der aktuell ungefähr 65 Prozent aller Schritte der Anwender zählt. Dieser Prozentsatz soll perspektivisch erhöht werden, derzeit soll damit Betrugsversuchen vorgebeugt werden. 

Und wichtig: Die App misst nur Daten, die auch Outdoor erzeugt werden - Nutzer werden also nicht darum herumkommen, die eigenen vier Wände zu verlassen. Was zunächst übrigens auch Sinn und Zweck von Sweatcoin ist. Für 1000 Schritte im Freien erhält man in der Standardversion 0,95 Sweatcoins. Irgendwann in der Zukunft sollen allerdings auch Bewegungen indoor gemessen werden.

Was kann man für Sweatcoins kaufen?

Wer nun darauf hofft, schnell groß shoppen gehen zu können, muss sich etwas in Geduld üben: ein iPhone 8 beispielsweise ist derzeit für 20.000 Sweatcoins erhältlich. Dafür muss man schon einige Tage unterwegs sein... 

Allerdings gibt es auch deutlich günstigere Prämien wie ein Paypal-Guthaben, Online-Yogakurse oder Rabatte auf Modemarken. Ganz besonders bewusste Sparer können ihre virtuellen Münzen auch für den guten Zweck bei Partnerorganisationen des Anbieters spenden. 

Ein Punkt allerdings erschwert die Anhäufung eines Sweatcoin-Vermögens: In der kostenlosen Version können Nutzer höchstens fünf "Schwitzmünzen" pro Tag erlaufen. Mehr geht auch - allerdings nur dann, wenn man selbst bis zu 30 Sweatcoins in derzeit drei verschiedene Upgrade-Abos investiert oder Freunde einlädt und dafür pro erfolgreicher Registrierung 5 Sweatcoins erhält.

Außerdem kann man sich durch das Betrachten von Werbung etwas dazu verdienen. 

Aktuelle Sweatcoin-Abo-Modelle:

  • „Mover“: Standardnutzung, gratis, bis zu 5 Sweatcoins/Tag möglich
  • „Shaker“: kostet 4,75 Sweatcoins pro Monat, bis zu 10 Sweatcoins pro Tag möglich
  • „Quaker“: kostet 20 Sweatcoins pro Monat, bis zu 15 Sweatcoins pro Tag möglich
  • „Breaker“: kostet 30 Sweatcoins pro Monat, bis zu 20 Sweatcoins pro Tag möglich 

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Kann Sweatcoin funktionieren?

Ein ähnliches Konzept wie Sweatcoin verfolgte vor einiger Zeit die App Runister ("Diese App bezahlt euch fürs Laufen"). In unserem Test funktionierte das alles prima, jedoch versagte der Anbieter, als es am Ende um die Auszahlung ging: Über 100 erlaufene Euro wurden nie ausgeschüttet, der Anbieter stellte das Angebot sang- und klanglos ein. 

Sweatcoin scheint von Beginn an besser aufgestellt zu sein. Die App des Londoner Startups Sweatco hat laut New York Times in einer ersten Finanzierungsrunde mehr als 1,6 Millionen Dollar an Kapital eingesammelt, sie ist in derzeit 16 Ländern verfügbar. Viel wichtiger aber ist der Bekanntheitsgrad - und die Bewerbung scheint zu funktionieren: mit laut futurezone mehr als fünf Millionen Installationen ist eine große Grundgesamtheit zumindest einmal an der Idee interessiert. Ob sich am Ende tatsächlich alle die Laufschuhe schnüren und auch dabei bleiben, wird sich zeigen. 

Wir unterziehen die App einem Test und berichten dann über unsere Erfahrungen mit Sweatcoin. Unter anderem wird das Angebot sicher beim Marathon in Kassel eingesetzt werden.

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