Geheimnisvolle Einladung von Microsoft

Los Angeles - Am kommenden Montag will Microsoft eine bedeutende Ankündigung in Los Angeles machen. Geheimnisvolle Einladungen dazu heizen die Spekulationen darüber an, was der Software-Riese kurz vor dem geplanten Start des neuen Windows 8 im Köcher hält.

Bringt Microsoft tatsächlich ein eigenes Tablet auf den Markt? Eine geheimnisvolle Einladung des Softwarekonzerns zur Ankündigung “wichtiger Neuigkeiten“ am kommenden Montag in Los Angeles heizt die Gerüchteküche an. Microsoft sei zu dem Schluss gekommen, nur mit Hardware und Software aus einer Hand im Markt für Tablet-Computer gegen die Dominanz des iPad von Apple ankämpfen zu können, berichtete das gewöhnlich gut unterrichtete Technologieblog “All Things Digital“ unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen. Damit könnte Microsoft allerdings einen recht riskanten Weg einschlagen.

Auch das Blog “TheWrap“ zitierte eine mit der Sache vertraute Person, wonach der Konzern mit einem selbst produzierten Gerät in dem Markt durchstarten will. Traditionell setzt Microsoft auf enge Partnerschaften mit Hardwareherstellern und verdient sein Geld mit Software. Mit einer Ausnahme: Bei Spielekonsolen tritt das Unternehmen mit seiner selbst entwickelten Xbox 360 gegen die Konkurrenz an. Der Musikplayer Zune, den Microsoft vor Jahren als Herausforderer von Apples iPods herausbrachte, konnte sich nicht im Markt behaupten.

Das sind die zehn wertvollsten Marken

Platz 10 geht im Interbrand-Ranking 2011 an Hewlett-Packard. © dpa
Wie süß! Kinder lieben Disney - und haben der Walt Disney Company zu großem Erfolg verholfen. Platz 9 in der Liste der wertvollsten Marken der Welt. © dpa
Steve Jobs auf einem iPhone. Der schwer erkrankte Firmengründer ist als Konzernechef zurückgetreten. Apple aber stürmt in die Top Ten der wertvollsten Marken der Welt: Platz 8. © dpa
Der kalifornische Halbleiterhersteller Intel wurde 1968 gegründet. Heute liegt er auf Platz 7 der wertvollsten Marken. © dpa
McDonald’s: Der Pommes- und Burger-Spezialist landet auf Rang 6. © dpa
General Electric (GE) will auf dem deutschen Markt Siemens Konkurrenz machen. Weltweit haben die Amerikaner schon heute eine richtig gute Marktposition: Platz 5 unter den wertvollsten Marken der Welt. © dpa
Bei den Suchmaschinen hat Google fast schon ein Monopol. Seit diesem Jahr mischt der Online-Riese mit Google+ auch bei den sozialen Netzwerken mit: Platz 4 im Ranking. © dpa
Als junger Mann gründete Bill Gates 1975 Microsoft. Der Softwarehersteller liegt dieses Jahr auf Platz 3 der wertvollsten Marken. © dpa
Eingang der IBM-Deutschlandzentrale bei Böblingen (Baden-Württemberg): Das amerikanische IT- und Beratungsunternehmern hat den größten Markenwert der Welt. Zumindest fast. Denn einer kann IBM noch toppen... © dpa
... und das ist keine Überraschung.Der erste Platz geht an den amerikanischen Riesen Coca-Cola. Der Brause-Hersteller ist nach dem Ranking mit 54,5 Milliarden Euro die wertvollste Marke der Welt. © dpa

Von einer engen Verzahnung von Hard- und Software profitiert in der Regel der iPad- und Mac-Hersteller Apple, der die Komponenten damit besser aufeinander abstimmen kann. Microsoft wiederum könnte mit einem Alleingang seine Partner - die großen Hardware-Hersteller - verärgern. Produzenten wie Dell, HP und Acer wollen voraussichtlich noch in diesem Jahr Tablets mit Microsofts neuen Betriebssystemen Windows 8 und Windows RT auf den Markt bringen. Mit Windows RT hat der Softwarekonzern erstmals ein Betriebssystem entwickelt, das auch auf den meist in Tablets eingesetzten Prozessoren des Chipdesigners ARM läuft.

Branchenbeobachter spekulieren derzeit heiß, wie sich Microsoft mit einer Eigenentwicklung von den Geräten seiner Partner abheben könnte. Diese könnten ohnehin bereits unter Druck stehen: Apple dominiert das Tablet-Geschäft mit großem Abstand zu seinen Verfolgern. Damit ein Tablet mit Windows 8 oder RT Erfolg hat, spielt der Preis der Geräte eine wesentliche Rolle, schätzen Analysten. Wegen spezieller Spezifikationen könnten die Hersteller ihre Geräte mit Windows RT allerdings kaum günstiger als für 600 Dollar anbieten, prognostizieren die Marktbeobachter von IDC. Und damit könnten sie kaum gegen das iPad antreten.

Ob Microsoft mit seinen Plänen überhaupt Apple und das iPad im Visier hat, bezweifelt zumindest Microsoft-Kennerin Mary-Jo Foley in ihrem Blog bei “ZDnet“. Noch sei es einige Zeit hin bis zum Start von Windows 8 - und die Ankündigung am Montag könnte eher ein Gerät mit Windows Embedded oder Windows-Phone-Betriebssystem betreffen, so die Branchenkennerin. Sollte es sich tatsächlich um eine Art mobiles Lesegerät handeln, rechnet Foley eher mit einem Rivalen für das Kindle Fire, das abgespeckte Tablet des Online-Einzelhändlers Amazon.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.