PC-Markt leidet unter Tablet-Rechnern

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Mit dem iPad von Apple wurde der totgeglaubte Markt der Tablet Computer wiederbelebt.

San Francisco - Der PC feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Doch der weltweite Absatz ist nicht so stark gewachsen wie erhofft. Schuld daran seien die sogenannten Tablet-Rechner.

Das iPad nagt an den Verkaufszahlen der PC- Hersteller. Mit dem Tablet-Computer von Apple habe sich der Wettbewerb spürbar verschärft, erklärte die Marktforschungsfirma Gartner am Donnerstag zu ihren vorläufigen Marktdaten für das vergangene Jahr. Demnach erreichte der weltweite Absatz 2010 mit 13,8 Prozent zwar wieder ein zweistelliges Wachstum. Bereits das vierte Quartal blieb mit einer Jahresrate von 3,1 Prozent aber hinter den Erwartungen zurück.

“Das ist wirklich das erste Mal in der Geschichte, dass es eine praktikable Alternative zum PC gibt“, sagte Gartner-Analyst Ranjit Atwal mit Blick auf die Anfänge des Personalcomputers im Jahr 1981. “Der PC ist in den Augen der Verbraucher immer noch sehr wichtig. Aber sie halten jetzt verstärkt nach Alternativen Ausschau.“

Apple-Faszination "iPad"

Apple will mit einem neuartigen Tablet- Computer an den Erfolg des iPhone und der zahlreichen Anwendungen für das Apple-Handy anknüpfen. © AP
“Wir nennen es iPad“, sagte Konzernchef Steve Jobs am Mittwoch bei der Vorstellung des mit Spannung erwarteten Geräts in San Francisco. © AP
Das iPad wird in den USA ab 499 Dollar angeboten. Die teuerste Variante mit UMTS-Modem und 64 Gigabyte Hauptspeicher soll 829 Dollar kosten. © AP
 Die ersten Geräte mit drahtlosem Internet (WiFi) sollen in zwei Monaten verfügbar sein, die UMTS-Variante soll in 90 Tagen auf den Markt kommen. © AP
Für das iPad erweitert Apple seinen Onlineladen iTunes um eine Buchabteilung “iBooks“, in der Titel der Großverlage Penguin, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan sowie Hachette angeboten werden. Apple tritt damit gegen E-Book-Anbieter wie Amazon (“Kindle“) oder Sony an. © AP
Wie das iPhone kann das iPad aus dem iTunes Store von Apple außerdem mit Videos, Musik und kleinen Programmen (“Apps“) bestückt werden. © AP
Für das iPhone sind nach den Worten von Jobs inzwischen über 140 000 Anwendungen verfügbar. Die iPhone-Apps sollen alle auch auf dem iPad laufen. © AP
Das iPad wird wie das iPhone mit Fingergesten auf einem berührungssensitiven Bildschirm gesteuert. Im Gegensatz zu ultraleichten Laptops verfügt der Tafel-Computer nicht über eine Hardware-Tastatur. © AP
Texte werden wie beim Apple-Handy iPhone über virtuelle Tasten auf dem Display eingegeben. © AP
Passend zum iPad wird Apple eine Variante des Office-Pakets “iWork“ auf den Markt bringen, das aus einer Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie einem Präsentationsprogramm besteht. © AP
Die drei iWorks-Anwendungen werden für jeweils zehn Dollar im iTunes-Store verkauft. Alle iPad-Modelle werden mit einer drahtlosen Internet-Verbindung (WiFi) angeboten, einige Modelle auch mit einem Mobilfunkmodem (UMTS). © AP
Wie beim iPhone werden die UMTS-Modelle des iPad zusammen mit dem Provider AT&T vertrieben. © dpa
Im Gegensatz zum iPhone sperren Apple und AT&T aber andere Provider nicht aus, sondern bieten das Gerät ohne “Netlock“ an. © dpa
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
Ipad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
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Die neue Apple-Sensation iPad © ap
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Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap

In Haushalten, in denen es bereits ein oder zwei PCs gebe, werde jetzt eher ein Tablet-Computer gekauft als ein weiterer Personalcomputer, sagte der Marktforscher der Deutschen Presse-Agentur. Vielfach werde eine anstehende Kaufentscheidung aber auch hinausgeschoben, zumal angesichts einer erwarteten zweiten iPad-Ausgabe und der Einführung neuer Tablet-Computer von anderen Herstellern die Unsicherheit gewachsen sei.

In einigen Ländern wie Großbritannien komme hinzu, dass die Verbraucher beim Geldausgeben grundsätzlich vorsichtiger geworden seien. “Deutschland schneidet da aber nicht so schlecht ab“, sagte der Experte. Bei der Preisentwicklung für PCs rechnet Gartner nicht mit größeren Veränderungen. Zwar sei bei den Bauteilen im Jahresverlauf ein Preisrückgang zu erwarten. Dies werde aber von dem wieder etwas höheren Euro-Kurs ausgeglichen.

Sparte Tablet-Computer ist kein Teil des PC-Marktes

Auch bei Unternehmen sei eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, erklärte Atwal. So werde hier ebenfalls geprüft, ob ein Tablet- Computer für bestimmte Aufgaben nicht besser geeignet sei als ein Notebook.

Gartner betrachtet die Tablet-Computer nicht als Teil des PC- Marktes. Dieser wird den Angaben zufolge weiter von Hewlett-Packard angeführt. HP hat einen Anteil von 17,9 Prozent an den 350,9 Millionen Personalcomputern, die im vergangenen Jahr weltweit verkauft wurden. Allerdings blieb das Wachstum von HP mit 6,5 Prozent hinter dem Durchschnitt zurück. Auf den weiteren Plätzen folgen Acer (12,9 Prozent), Dell (12,0 Prozent), Lenovo (9,7 Prozent) und Toshiba (5,4 Prozent). In der EMEA-Region (Europa, Nahost, Afrika) liegt HP mit 20,3 Prozent knapp vor Acer (20,1 Prozent) an der Spitze. Unter den ersten fünf Herstellern findet sich hier Asus zwischen Dell und Lenovo auf dem vierten Platz.

dpa

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