So telefonieren Sie zum halben Preis

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Das Telefonieren mit dem Handy wird billiger: Wir sagen Ihnen wie

München - Vertrag oder Prepaid? Die alten Gesetze bei den Handy-Tarifen haben sich grundlegend geändert. Wir erklären die Tarifrevolution – und verraten Ihnen, wie Sie am meisten sparen:

Jahrelang galten bei den Handytarifen die gleichen Regeln: Sparfüchse und Wenigtelefonierer besorgten sich eine vorausbezahlte Prepaid-Karte. Normal- oder Vieltelefonierer entschieden sich für einen Vertrag bei einem großen Anbieter – und freuten sich alle zwei Jahre über ein vergünstigtes Handy, meist schon für einen Euro. Das hat sich nun endgültig geändert: „Zeit für den Wechsel“, schreibt Stiftung Warentest – denn selbst für Vieltelefonierer sind Prepaid-Karten mittlerweile am günstigsten. Wir erklären die Tarifrevolution – und verraten Ihnen, wie Sie am meisten sparen:

Handy-Tipps für den Urlaub

Handy-Tipps für den Urlaub
Grund zur Freude: Zum 1. Juli sind die Preise für das Telefonieren mit dem Handy zwischen EU-Ländern gesunken. Wer EU-weit “simst“, also Kurznachrichten verschickt, muss pro SMS nur noch maximal 11 Cent zahlen (ohne Mehrwertsteuer). © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Ein Telefonat darf nur noch bis zu 43 Cent pro Minute kosten, eingehende Anrufe höchstens 0,19 Cent. Fürs Surfen, e-mail, Foto oder Film herunterladen werden pro übertragenem Megabyte maximal 1 Euro berechnet. Aber Vorsicht... © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Handy-Telefonate aus Nicht-EU-Ländern können immer noch richtig teuer werden: Ein Anruf aus der Türkei kostet bei den vier großen Mobilfunkanbietern T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus mindestens 1,49 Euro pro Minute. Das teilt die Stiftung Warentest mit. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Auch bei Urlaubs-Telefonaten aus der Schweiz und Kroatien werden bis zu 1,49 Euro fällig. Gespräche aus  Tunesien kosten pro Minute zwischen zwei und drei Euro. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Wenn Sie Ihren Urlaub im Ausland verbringen, dann zahlen Sie für eingehende Anrufe, aber auch für eingehende Bilder-Nachrichten. Pro MMS kann das je nach Größe der Bilder und Anbieter bis zu 4,50 Euro kosten. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Wichtig: Schalten Sie Ihre Mailbox vor dem Auslands-Urlaub ab. Sonst zahlen Sie doppelt für verpasste Anrufe, die bei einem Besetztzeichen oder bei Nichterreichbarkeit auf Ihre deutsche Mailbox weitergeleitet werden. Zuerst für ein eingehendes Gespräch im Ausland und dann noch einmal für die Weiterleitung auf die deutsche Mailbox. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Im Ausland wählen sich Handys automatisch in ein verfügbares Netz ein. Allerdings ist das nicht immer auch das billigste. Deshalb sollte man schon vor dem Urlaub den günstigsten Anbieter im jeweiligen Land heraussuschen. Oft handelt es sich dabei sogar um einen Partner Ihres Mobilfunk-Anbieters. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
In das günstige Auslands-Netz wählt man sich im Urlaubsland von Hand ein. Dafür deaktiviert man im Einstellungsmenü die automatische Netzsuche. So kann man auch erzwingen, dass sich das Handy ins deutsche Netz einwählt, wenn man nahe der Grenze Urlaub macht. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Man sollte sich vor dem Urlaub informieren, ob sich die Form der Steckdosen oder die Netzspannung im Urlaubsland von Deutschland unterscheiden. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Zwar sind die in Deutschland üblichen Steckdosen weltweit verbreitet, doch schon in Großbritannien findet man sie nicht. Wenn nötig sollten Sie also einen Adapter kaufen, damit das Ladegerät Ihres Handys in die landestypische Steckdose passt. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Sonne, Meer und Sand können zur Gefahr für Ihr Handy werden. Die pralle Sonne kann Fehlfunktionen des Displays verursachen. Außerdem kann der Akku bei Hitze schneller leer werden.  © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Wird ein Handy nass, sollte man es auf keinen Fall mit dem Föhn trocknen, da die Hitze die Technik beschädigen kann. Besser: Das Telefon in ein Glas voller Reis legen. Die Körner saugen die Feuchtigkeit auf. Sand in Anschlüssen oder zwischen den Handy-Tasten lassen sich am besten mit einem sehr feinen Pinsel entfernen. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Was tun, wenn das Handy im Urlaub geklaut wird? Zu aller erst sollten Sie schnellstmöglich Ihre Karte sperren lassen. Dazu wählen Sie die Service-Nummer Ihres Mobilfunk-Anbieters. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Das sind die Diebstahl-Service-Nummern der gängigen Anbieter: T-Mobile: +49 1803/ 30 22 02, Xtra: +49 1805/ 22 94 94, Vodafone: +49 172/ 12 12, Callya: +49 172/ 2 29 11, E-Plus: +49 177/ 10 00, Free & Easy: +49 177/ 11 50, O2: +49 179/ 5 52 22, Loop: +49 179/ 5 52 82 © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Außerdem sollten Sie den Handy-Klau immer auch der Polizei vor Ort melden. Die Fälle, in denen Bestohlene ihr Handy wieder zurück bekamen sind zwar ziemlich selten. Aber man sollte zur Sicherheit seine IMEI-Nummer kennen, mit der ein gestohlenes Handy eindeutig identifiziert werden kann. Wenn Sie die Kombination *#06# eingeben, zeigt Ihr Handy diese Nummer an. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Über die Notrufnummer 112 erreichen sie in allen 27 EU-Staaten sowie in Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sowie auf Island Hilfe. Die Leitstellen alarmieren je nach Notfall Polizei, Feuerwehr oder den Rettungsdienst. Sie sollen Notrufe in verschiedenen Sprachen bearbeiten können. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
In jedem Fall sollte ein Internet-fähiges Handy nicht so eingestellt sein, dass es sich automatisch ins Web einwählt. Das kann im Ausland sehr teure Gebühren nach sich ziehen. © dpa

Billiger denn je: Die Zauberformel auf dem Handymarkt lautet „8 Cent“. So wenig verlangen einige Discounter pro Minute und SMS. Bei Discotel (discotel.de) erhalten Sie am Jahresende sogar eine Gutschrift von 0,5 Cent pro Minute und SMS – macht dann nur mehr 7,5 Cent. Damit sind die Münchner derzeit günstigster Anbieter. Innerhalb eines Netzes können Sie bei Igge & Ko (igge-und-ko.de) oder Solomo (solomo.de) sogar schon für 5 Cent telefonieren. Und 9 Cent sind beim Großteil der Billiganbieter längst Standard. Grundgebühr oder Mindestumsatz entfallen meist ebenfalls – telefonieren Sie länger nicht (etwa im Urlaub), zahlen Sie auch nichts.

Einfacher denn je: Prepaid-Karte leer, umständlich neues Guthaben auf Rubbelkarten besorgen – diese Zeiten sind vorbei. Die meisten Tarife laufen heute auf Guthabenbasis: Entweder Sie überweisen vorab einen bestimmten Betrag auf ein Guthabenkonto, von dem die Gebühren abgezogen werden – ideal, um die Telefonkosten der Kids im Griff zu behalten. Oder Sie erteilen eine Einzugsermächtigung – die Karte wird automatisch wieder aufgeladen, wenn ein bestimmtes Guthaben unterschritten wird.

Flexibler denn je: Mit Prepaid-Karten schließen Sie keinen Vertrag ab – und sind flexibel, wenn Sie zu einem noch günstigeren Anbieter wechseln wollen. Sie müssen auch nicht mehr darauf achten, wann Ihr Vertrag (meist 24 Monate) ausläuft oder sich verlängert. Allerdings: Beim Wechsel müssen Sie darauf achten, ob Sie Ihre Nummer später auch mitnehmen können. Nicht alle Firmen bieten diesen Service – oder verlangen teils happige Gebühren. Discotel oder Simply berechnen bis zu 30,72 Euro, will man mit der Nummer zu anderen Anbietern umziehen. Und zu einigen Discountern wie Fonic können Sie Ihre alte Nummer gar nicht mitbringen.

Preisvergleich: Auch große Firmen haben ihre Vertragstarife teilweise deutlich reduziert und bieten maßgeschneiderte Flatratepakete an. Mit den Discountern können sie dennoch nicht mehr mithalten. Selbst der zu Recht viel gelobte „O2 O“-Tarif, bei dem Sie bei Online-Buchung maximal 51 Euro im Monat zahlen („Kosten-Airbag“), lohnt sich im Vergleich zum 8-Cent-Anbieter erst, wenn Sie mehr als 10,5 Stunden im Monat oder 637 Minuten telefonieren – das schafft kaum wer. Nachteil bei vielen Flatrates: Die Pauschale gilt meist nur in bestimmte Handynetze – in der Regel wissen Sie aber höchstens bei Ihren Familienangehörigen, in welchem Netz diese telefonieren.

Stolperfallen: Einige Discounter wie Callmobile oder Klar-mobil verlangen einen Mindestumsatz, der allerdings selten höher als ein bis drei Euro im Monat ist – erkundigen Sie sich vorab! Sondernummern wie die Auskunft sind bei den Billiganbietern oft horrend teuer – so zahlen Sie bei Fonic für die 11818 satte 2,49 Euro pro Minute! Und: Erwarten Sie von den Discountern, die an allem sparen, keinen Topservice! Nachfragen bei Problemen laufen oft ins Leere oder kosten viel Geld. Umfragen ergeben immer wieder, dass die Kunden der großen Firmen deutlich zufriedener mit sind – die Billigtarife haben ihren Preis!

Handy-Bußgeld in Europa

Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
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Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 
Handy am Ohr - Bußgeld 2009
Handy am Ohr - Bußgeld 2009 © 

Fazit: Verträge lohnen sich eigentlich nur mehr, wenn Sie Wert auf ein besonders teures Handy wie das iPhone legen oder extrem viel telefonieren – dann sind Flatrate-Tarife in alle Netze wie „O2 O“ empfehlenswert. Bei den gesunkenen Handypreisen kaufen Sie sich Ihr Telefon heute besser selber, und suchen sich dazu den besten Tarif. Prof. Bernd Skiera, E-Commerce-Experte an der Uni Frankfurt, geht davon aus, dass viele Deutsche beim Wechsel ihres Anbieters bis zu 50 Prozent sparen könnten! Noch ein Tipp: Auf Seiten wie telfish.com oder verivox.de können Sie sich Ihren idealen Tarif ausrechnen lassen und erhalten Mustervorlagen für die Kündigung Ihres bisherigen Vertrags.

Jörg Heinrich

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