Kriminelle wollen Passwörter ergaunern

Achtung: Falsche Telekom-Mails verbreiten Viren und Spam

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Betrügerische Post im Internet: So kann eine Spam-Mail aussehen, die den Namen der Telekom missbraucht. Diese Variante erreichte die Online-Redaktion der HNA. Doch wie kann man sich davor schützen? 

Es kommt immer häufiger vor: Gefährlicher Spam kommt per E-Mail im eigenen Postfach an. Kriminelle versuchen an Ihre Daten zu gelangen - indem sie falsche Rechnungen der Telekom verschicken.

Aktualisiert um 13.40 Uhr - Grundsätzlich gilt: Die Telekom will natürlich ihre Kunden behalten und käme nie auf die Idee, Spam zu verschicken. Solche Mails stammen also immer von Betrügern. Doch was steckt hinter diesen merkwürdigen E-Mails? Und kann man sich wirksam dagegen schützen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Telekom-Spam, bei dem es sich oftmals um Phishing - Identitätsdiebstahl via Internet - handelt. Grundlage ist der Service der Telekom, der online allen Nutzern angeboten wird.

Wie gefährlich ist Spam, der angeblich von der Telekom stammt?

92 % aller Mails, die Telekom-Kunden bekommen werden von vornherein aussortiert. Denn diese Mails werden schon vorab vom System als Spam erkannt, erklärt die Telekom-Pressestelle gegenüber der HNA. 

Doch auch bei den 8 %, die zugestellt werden, kann es passieren, dass sich betrügerische Mails einschleichen. Die Mails an sich sind vorerst nicht gefährlich. Schwerwiegende Probleme entstehen erst, wenn man solchen Spam öffnet. Dadurch kann es zu massiven Einschränkungen der Sicherheit kommen. Deshalb gibt es ein paar Tipps, die Sie unbedingt beachten sollten, um sich zu schützen:

  • Klicken Sie niemals einen Link in einer solchen E-Mail an. Denn so können Sie beispielsweise auf eine vermeintliche Login-Seite gelangen, auf der Sie Ihre Zugangsdaten eingeben sollen. Dort werden dann die Mail-Adresse und Ihr Passwort verlangt. Genau bei diesem Vorgang schlägt die Falle der Kriminellen dann zu. Wer dort seine Daten eingibt, gibt sie in diesem Moment den Online-Betrügern. Die Login-Seite sieht in den meisten Fällen sehr echt aus. Selbst erfahrene Nutzer haben Probleme, sie als unecht zu identifizieren.
  • Öffnen Sie niemals Anhänge einer solchen Mail. Darin kann sich ein Virus befinden. Im schlimmsten Fall ist ihr Computer dann lahmgelegt und Sie brauchen einen Spezialisten, der sich um die Behebung des Problems kümmert. Das kann am Ende nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer werden.
  • Überweisen Sie niemals den geforderten Betrag. Das Geld werden Sie nie wieder sehen. Selbst, wenn Sie irgendwie nachweisen können, dass Sie Opfer von Betrügern geworden sind, wird es extrem schwierig, das Geld zurück zu holen.

Wie merke ich, dass es sich um eine falsche Telekom-Rechnung handelt?

So simpel es klingen mag: Es gibt viele Nutzer, die gar nicht als Kunden bei der Telekom sind. Wer trotzdem eine Rechnung erhält, der ist wohl Empfänger einer Spam-Nachricht. Die beste Taktik: E-Mail gar nicht erst öffnen und direkt löschen - so kann nichts passieren.

Doch was, wenn man wirklich Telekom-Kunde ist? Hier ein paar Hinweise, die Spam entlarven:

  • in solchen Mails befinden sich in vielen Fällen Rechtschreibfehler oder die Satzstellung ist falsch
  • oftmals sind in der Rechnung extrem hohe Kosten aufgeführt, die so schnell wie möglich beglichen werden sollen (z. B.: 755, 58 Euro für einen Monat Telefonie)
  • die Buchungskontonummer stimmt nicht mit Ihrer echten Buchungskontonummer überein
  • bei einer echten Mail von der Telekom wird ein blaues E-Mail-Siegel angezeigt, das ein @ sowie einen Haken zeigt
  • der Absender ist nicht die Telekom, sondern eine merkwürdige Adresse wie laint@sagawa.vn

Da sich die Methoden der Kriminellen stetig weiterentwickeln, kann es immer wieder neue Abwandelungen der Mail-Inhalte geben. Leider lässt sich deswegen auf lange Sicht kein einheitlicher Katalog erstellen, in dem alle Merkmale aufgelistet sind.

Opfer wird Teil eines Bot-Netzes

Man kann sich als Geschädigter nicht nur Viren einfangen. Eine ganz fiese Masche ist, wenn man am Ende selbst ungewollt zum Verteiler von Spam-Mails wird. Wenn man beispielsweise seine digitale Identität verliert (weil man seine Daten freigiebig auf einer gefälschten Seite eingetragen hat), dann kann es passieren, dass die eigene Mail-Adresse Spam verschickt. In diesem Fall ist man zum Bestandteil eines Bot-Netzes geworden. Der eigene Computer gehört dann plötzlich zu einer großen Masse an vernetzten Rechnern, auf denen automatisierte Schadprogramme laufen. 

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

So kann es dann beispielsweise passieren, dass man mit einer Kunden-Mailadresse der Telekom Spam verschickt. Die Pressestelle der Telekom sagt aber, dass einem Kunden in diesem Fall schnell geholfen werden kann. Die Technik bemerkt relativ zügig, dass eine Kunden-Mailadresse missbraucht wird. Dann nimmt die Telekom Kontakt mit dem Kunden auf - direkt telefonisch oder per SMS wird der Kunde informiert. Dann werden weitere Schritte eingeleitet.

Was macht die Telekom gegen Spam?

Da der Name und der Ruf der Telekom missbraucht werden, wehrt sich die Telekom. Es gibt neben dem Hilfe-Center, in dem alle wichtigen Fragen speziell zu Spam beantwortet werden, auch ein Formular. Das Formular dient dazu, Mail-Spam, den man bekommen hat, direkt zu melden. Mit diesen Meldungen kann ausgewertet werden, wie die neuesten Entwicklungen der Ganoven aussehen und welche Absender-Adressen sie benutzen. Offiziell heißt es Kontaktformular für Missbrauchsfälle und kann von jedem kostenlos genutzt werden.

Zudem wird der Datenschutzratgeber: Sicher digital angeboten. In den Kategorien Bankgeschäfte, Cyberkriminalität, soziale Medien, Netzwerke, Betriebssysteme und Datensicherheit gibt es jeweils leicht verständlich einen Überblick sowie diverse Anleitungen für Nutzer.

Gibt es Telekom-Spam auch per SMS?

Nicht nur per Mail bekommt man Spam. Auch via SMS häufen sich in den letzten Wochen unerwünschte Nachrichten, die angeblich von der Telekom stammen sollen. Dabei wird eine vermeintliche TAN (Transaktionsnummer, die man normalerweise fürs Online-Banking braucht) an das Opfer verschickt. Wie die Betrüger an die Nummern kommen, ist unterschiedlich. Es gibt Zufallsgeneratoren, die Nummern nach System durchprobieren. Es kann aber auch sein, dass man bei einem dubiosen Gewinnspiel mitgemacht hat und die eigenen Daten, die man bereitwillig angegeben hat, nun illegal für Spam genutzt werden. Auch im Fall von SMS-Spam gilt: Die Nachricht sofort löschen. Sie stammt definitiv nicht von der Telekom. Nichts öffnen oder anklicken - das sorgt nur für böse Überraschungen. 

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