Inhalt und Meta-Daten

Telekom, GMX und Web.de verschlüsseln E-Mails

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Eine Frau ruft auf ihrem Computer die Webseite von GMX auf

Berlin - Die Deutsche Telekom, GMX und Web.de tun sich zusammen und verschlüsseln künftig alle E-Mails ihrer Nutzer - und zwar nicht nur deren Inhalt, sondern auch die Meta-Daten.

Die großen E-Mail-Anbieter Deutsche Telekom, GMX und Web.de haben vor dem Hintergrund der US-Spähaffäre eine Allianz zum sicheren Versand von E-Mails geschmiedet. Die deutschen Anbieter verschicken die Nachrichten ihrer Nutzer ab sofort zwischen den Diensten automatisch verschlüsselt, wie die Telekom und der GMX- und Web.de-Mutterkonzern United Internet am Freitag mitteilten. Damit sind die Übertragungswege der Mails im Internet geschützt.

Nutzern werde "erstmals eine automatische Verschlüsselung von Daten auf allen Übertragungswegen ermöglicht" und zugesichert, erklärten die Deutsche Telekom und United Internet. Die Verschlüsselung erfolge ohne Zutun der Nutzer durch die Anbieter. Technisches Know-How und Einstellungen durch die Kunden seien nicht nötig.

Die Neuerung für die Kunden durch die Allianz "E-Mail made in Germany" bestehe darin, dass Telekom und United Internet die Mails zwischen ihren Rechenzentren künftig verschlüsselt übertragen, teilten die Konzerne mit. Von den Nutzern zu den Rechenzentren der Anbieter würden E-Mails heute bereits meist verschlüsselt übertragen.

Speicherung der E-Mail-Daten erfolgt in deutschen Rechenzentren

Das sei immer der Fall, wenn Nutzer auf ihren Computern zu Hause oder im Büro über die Internetseiten der Anbieter auf die E-Mail-Dienste zugriffen. Nutzen die Kunden ein E-Mail-Programm wie Outlook oder Thunderbird, müssten Kunden die Verschlüsselung selbst aktivieren.

Die Dienste der Telekom, von GMX und Web.de stehen nach Angaben der Unternehmen für zwei Drittel der von den Verbrauchern in Deutschland vorrangig genutzten E-Mail-Konten. Insgesamt verwalten die Unternehmen demnach über 50 Millionen E-Mail-Adressen.

Telekom und United Internet betonten, die Speicherung der E-Mail-Daten in ihren Diensten erfolge in deutschen Rechenzentren nach deutschen Datenschutz-Standards. Beim Versand werde der gesamte Datenverkehr verschlüsselt, also E-Mail-Inhalte, Anhänge und sogenannte Metadaten wie Absender und Empfänger. In den Rechenzentren lägen die E-Mail-Daten der Verbraucher aber in Klartext-Form vor.

Anwender verpflichtet, die Einstellung zur Verschlüsselung zu aktivieren

Ein Zugriff auf die Daten in den Rechenzentren durch Behörden, wie etwa Staatsanwaltschaften, sei aber "nur nach deutschem Recht" möglich, also mit richterlichem Beschluss, sagte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth. "Zugriffe irgendwelcher ausländischer Instanzen" seien somit nicht möglich.

Ab 2014 würden die Anbieter Mails ihrer Nutzer untereinander nur noch verschlüsselt übertragen, sagte United-Internet-Chef Dommermuth. Ab dann seien Anwender, welche die Dienste mit E-Mail-Programmen nutzten, verpflichtet, in den Programmen die Einstellung zur Verschlüsselung zu aktivieren. Nutzer, die dies noch nicht machten, sollten in den kommenden Monaten von den Anbietern "aktiv angesprochen" werden.

Telekom will noch mehr E-Mail-Anbieter an Bord holen

Telekom-Chef René Obermann sagte, die Berichte über die US-Spähaffäre hätten Verbraucher "zutiefst verunsichert". Dies könne die E-Mail-Anbieter in Deutschland "nicht kalt lassen". Nutzer müssten "darauf bauen können, dass ihre persönlichen Daten online so gut wie möglich geschützt sind".

Auch mit anderen E-Mail-Anbietern hätten bereits Gespräche stattgefunden, um diese bei der Initiative mit an Bord zu holen, sagte Obermann. Zunächst gehe es den Konzernen aber darum, ihre eigenen Tochterfirmen Strato und 1&1 einzubinden, bei denen Kunden ihre Internetseiten speichern und die zugehörigen E-Mail-Dienste betreiben.

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AFP

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