Aktivität der Kandidaten wirkt sich aus

Twitternutzung im Wahlkampf: US-Wähler reagierten auf Tweets

Obama verkündete seinen Wahlsieg bei Twitter. „Vier weitere Jahre“, lautete die einfache Nachricht, die sein Wahlkampfteam über Twitter schickte, dazu ein Foto des wiedergewählten Präsidenten in inniger Umarmung mit seiner Frau Michelle. Eine Analyse zur Twitternutzung.

 „Damit ist es ihm gelungen, an den etablierten Medien vorbei zu handeln“, meint Politikwissenschaftler Christoph Bieber von der Uni Duisburg-Essen.

Eine der Möglichkeiten, die Twitter bietet. Innerhalb von Stunden gaben mehr als eine halbe Million Menschen die Nachricht an ihre eigenen Kontakte weiter. Auch auf Facebook brach das Bild alle Rekorde. Es steuert auf die Marke von vier Millionen „Gefällt mir“-Klicks zu. Vor der Wahl haben Statistiker zahlreiche Tweets über die Kandidaten ausgewertet. „Das zeigt in erster Linie aber nur an, wie häufig über einen Kandidaten getwittert wurde“, erklärt Bieber.

Dass vor der Wahl das Interesse und damit auch die Frequenz der Berichterstattung anziehe, sei normal. Da habe natürlich der Amtsinhaber durch seinen höheren Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit einen Vorteil. Bieberwarnt daher Twitter als zuverlässiges Prognoseinstrument zu sehen.

Ein Interview mit Dr. Christoph Bieber zu dem Thema finden Sie hier:  Nutzung von Twitter im deutschen Wahlkampf

„Derzeit sind die Auswertungsinstrumente noch viel zu unscharf, als dass man sich darauf verlassen könnte“, sagt er. Fokus auf Social Media Die Wahlkampagne von Obamas hat stärker auf Social Media gesetzt als sein Herausforderer. „Er konnte dabei auf Erfahrungen und Daten aus seinem letzten Wahlkampf zurückgreifen“, sagt Bieber.

 Allerdings sei davon auszugehen, dass die Twitteraktivität, die bei Obama wesentlich stärker gewesen sei als bei Romny, sich steigernd auf die Aktivität und Zustimmung der Wähler auswirke. Obama habe jüngere Wählergruppen angesprochen, als Romney und sei stärker in den Städten aktiv gewesen.

Das seien einfach die Bereiche in denen eher soziale Medien genutzt werden. Der Rücklauf aus dem Lager Romneys sei weniger stark gewesen als bei Obama, vermutet Bieber. Eine Auszuwertung, inwiefern Tweets direkten Einfluss auf das Wahlergebnis haben, ist bisher nicht möglich. Zustimmung lässt sich aber anhand der Zahl der „Retweets ablesen.

Von Kathrin Meyer

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.