USA gelingen Schlag gegen Anonymous und LulzSec

Washington - Über Monate hinweg haben die Hacker von Anonymous und LulzSec für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt gingen US-Ermittlern führende Mitglieder ins Netz - anscheinend verraten von einem Mitstreiter.

Den USA gelingt ein Schlag gegen die Hackerszene: Die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan hat am Dienstag Anklage gegen fünf mutmaßliche Mitglieder der Gruppierungen Anonymous, LulzSec und AntiSec erhoben. Darunter seien führende Köpfe der Hackerbewegung, erklärten die Ermittler. Ein sechster Mann habe sich bereits schuldig bekannt.

Die Angeklagten stammen aus den USA, Großbritannien und Irland. Die Polizei in Irland bestätige, dass ein junger Mann in Dublin festgenommen worden sei. Er stehe im Verdacht, Verbindungen zu einer internationalen Computer-Hacker-Gruppe zu haben.

Die Protestbewegung Anonymous und diverse Splittergruppen hatten im vergangenen Jahr für Aufregung gesorgt. Als eine Art digitale Spaß-Guerilla hatten sie Computersysteme von Unternehmen und Behörden angegriffen. Einige Mitglieder verfolgten jedoch auch explizit politische Ziele - etwa mit der Unterstützung der Enthüllungsplattform Wikileaks.

Die Tricks der Daten-Hacker

Die Tricks der Daten-Hacker
Die Tricks, mit den sich Computerhacker Zugriff auf persönliche Daten verschaffen, werden immer vielfältiger. Waren es früher vor allem Viren und Trojaner, sind es mittlerweile Phishing-Methoden und Exploit-Attacken. Erfahren Sie hier die wichtigsten Tricks der Daten-Hacker und wie Sie sich dagegen schützen können: © mol
Die Tricks der Daten-Hacker
VIREN: Die überwiegende Anzahl der Viren gelangt als Anhang in E-Mails auf den PC. Auch eine Infektion über CD-ROM, USB-Stick oder Datei-Download aus dem Internet ist möglich. Viren können die Funktionsweise von Programmen beeinflussen, seltsame Texte ausgeben oder auch die Festplattte löschen. Viren sind aber auch in der Lage, vertrauliche Daten wie Bankverbindung oder Passwörter an ihre Programmierer weiter zu leiten. © dpa
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WÜRMER: Würmer sind zwar auch Viren, Würmer verbreiten sich aber über Computernetzwerke selbstständig weiter (Viren müssen durch einen Anwender mit den infizierten Dateien kopiert werden). Durch ihre schnelle Verbreitung benötigen Würmer enorme Netzwerk- und Rechenressourcen, wodurch es zum Ausfall von Servern kommen kann. Dies wiederum kann bei Firmen enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen. © dpa
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TROJANER: Die Bezeichnung bezieht sich auf das Trojanische Pferd. Trojaner funktionieren auf die gleiche Weise: Ein scheinbar nützliches Programm versteckt im Inneren ein schädliches Programm. Dieses späht dann Passwörter und andere vertrauliche Daten aus. Trojaner verstecken sich zum Beispiel in Freeware- oder Shareware-Programmen, die im Internet zum Download angeboten werden. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
BROWSER-ENTFÜHRUNG: Hacker können auch Ihren Browser entführen. Darunter versteht man die Umleitung von Browser-Anfragen auf fremde Internetseiten - statt auf Ihrer Startseite landen Sie zum Beispiel auf einer Werbeseite. Auch Ihre Lesezeichen oder Favoriten können durch die kleinen Schadprogramme geändert oder ergänzt werden. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
PHISHING: Beim „Passwort-Fischen“ versenden Internet-Betrüger E-Mails, die vorgeben, beispielsweise von Banken zu sein. Die Mails fordern den Empfänger auf, die Kundendaten zu aktualisieren. Über einen Link in der E-Mail gelangt man dann auf gefälschte Internet-Seiten der Betrüger. So „fischen“ die Betrüger dann Bankverbindungen und andere Nutzerdaten ab.  © dpa
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PHARMING: Diese Betrugsmethode ist eine Weiterentwicklung des Phishing: Durch Trojaner oder Viren wird der PC so manipuliert, dass der Browser auf manipulierte Seiten umgeleitet wird, obwohl die richtige Internet-Adresse eingegeben wurde. Der Begriff „Pharming“ beruht darauf, dass die Betrüger große Server-Farmen unterhalten, auf denen die gefälschten Webseiten abgelegt sind. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
EXPLOITS: Mit so genannten Exploits testen Hacker Computersysteme auf Schwachstellen. Häufig sind Angriffe aus dem Internet mittels manipulierter Datenpakete oder spezieller Datenströme auf Schwachstellen in Netzwerksoftware. Diese Lücken nutzen die Hacker aus, um den Computer dann zu manipulieren. © dpa
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SQL-INJECTION: Eine spezielle Art der Exploits sind SQL-Injections. Hacker versuchen dabei, sich über SQL-Statements (die „Sprache“ mit der Datenbanken kommunizieren) über das Login-Feld Zugang zu den Datenbanken zu verschaffen. Mit den gewonnnen Informationen könnnen Hacker dann beispielsweise den Seiteninhalt von fremden Internetseiten ändern und so Viren und Trojaner einschleusen. Aber auch Nutzerdaten gelangen so in die Hände der Hacker. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
DRIVE-BY-DOWNLOAD: Hacker hinterlegen unsichtbaren Schadcode auf einer (eigentlich seriösen) Internetseite. Wird die Seite aufgerufen, wird der Schadcode auf den Rechner geladen - wie der Name beschreibt, quasi im vorrübergehen. Die Hacker nutzen dabei Sicherheitslücken im Browser aus. Das Schadprogramm lädt dann meistens weitere Software nach, die dann persönliche Daten ausspioniert. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
HOAX: Diese Falschmeldungen (engl. Hoax) werden in der Regel in E-Mails verschickt. Ein vermeintlich sachlicher Text soll den Leser dazu ermutigen, auf einen Link in der E-Mail zu klicken. Dann landet der Nutzer beispielsweise auf infizierten Internetseiten. Eine Liste mit aktuellen Hoaxes gibt es bei der TU Berlin. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
WÖRTERBUCH-ATTACKEN: Um sich Zugang zu Sozialen Netzwerken oder anderen Mitglieder-Bereichen zu verschaffen, nutzen Hacker beispielsweise Wörterbuch-Attacken. Dabei werden Seiten mit unzähligen Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern “bombadiert“. Die Passwörter zieht der Hacker dabei aus so genannten Wörterbüchern: Textdateien mit zahllosen Begriffen. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
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So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
Hier geht‘s zur Fotostrecke: So machen Sie Ihr Passwort sicher © dpa

Nach Angaben des US-Fernsehsenders Fox News kamen die entscheidenden Hinweise von einem 28-jährigen New Yorker namens Hector Xavier M. Der Mann mit dem Hackernamen “Sabu“ war laut Gerichtsdokumenten bereits im Juni vergangenen Jahres festgenommen worden. Die Unterlagen blieb jedoch über Monate unter Verschluss und wurden erst jetzt veröffentlicht. In Anonymous-Kreisen war “Sabu“ schon länger als Verräter bezeichnet worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich “Sabu“ im August schuldig bekannt. Er habe der US-Bundespolizei FBI beim Sammeln von Beweisen geholfen, über den Kurznachrichtendienst Twitter falsche Fährten gelegt und sogar den Geheimdienst CIA und andere US-Behörden sowie Finanzinstitutionen vor Cyberattacken geschützt.

“Das ist verheerend für die Organisation“, zitierte Fox einen an den Ermittlungen beteiligten FBI-Beamten. “Wir haben den Kopf von LulzSec abgeschlagen.“ Es sei jedoch nicht einfach gewesen, “Sabu“ zur Mithilfe zu bewegen. “Es war wegen seiner Kinder. Er wollte nicht ins Gefängnis wandern und sie zurücklassen. So haben wir ihn gekriegt“, sagte ein Beamter.

So machen Sie Ihr Passwort sicher

Wir zeigen Ihnen wie sie Ihr Passwort sicher machen. © dpa
So wählen Sie ein sicheres Passwort © dpa
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LulzSec hatte sich scheinbar mühelos Zugang zu zahlreichen Web-Servern verschafft. Die Spanne reichte von Unterhaltungsfirmen bis hin zum US-Senat und selbst dem US-Geheimdienst CIA. Ende Juni erklärte die vermutlich von Anonymous abgespaltene Gruppe abrupt ihre Auflösung.

Die Angriffe anderer Gruppen gingen jedoch weiter. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde nun auch ein 27-Jähriger aus Chicago festgenommen und angeklagt, der im Dezember dabei mitgemacht haben soll, in die Computersysteme des US-Militärberatungsunternehmens Stratfor einzudringen.

Laut der Anklageschrift haben der 27-Jährige und seine Mittäter unter anderem 60 000 Kreditkartendaten gestohlen und damit mehr als 700 000 Dollar ergaunert (534 000 Euro). Erst in der vergangenen Woche hatte Wikileaks tausende E-Mails von Stratfor veröffentlicht und damit die im Geheimen agierende Branche der Militärberater ins Rampenlicht gezerrt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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