Viele Deutsche sind eifersüchtig

Beziehungskiller Handy: Ich oder dein Smartphone?

München - Eifersüchtig auf den Kollegen oder die schöne Nachbarin? Nein, jeder vierte Deutsche ist inzwischen eifersüchtiger auf das Smartphone des Partners als auf einen möglichen Nebenbuhler.

Beziehungskiller Handy: Für jeden vierten Deutschen ist das Handy des Partners ein größerer Grund zur Eifersucht als ein anderer Mann oder eine andere Frau. Das ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Energieversorgers Eon. Demnach ist bei den unter 30-Jährigen die Eifersucht am größten: Knapp 40 Prozent der jungen Leute sind vor allem eifersüchtig auf die Zeit, die ihr Partner mit dem technischen Spielzeug verbringt.

Wie viele Paare sich bereits wegen eines Smartphones getrennt haben, hat die Umfrage nicht erfasst. Für die am Mittwoch veröffentlichte Studie wurden 1000 Menschen befragt. Das Ergebnis war nach Angaben von Eon eher ein Zufallsbefund: „Eigentlich ging es in der Umfrage um die Kosten für das Aufladen des Smartphones.“

Im Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza hat der eheliche Streit um das Handy des Partners bereits einige Berühmtheit erlangt: Weil Ehemann Alain ständig telefoniert anstatt sich um die Probleme der Familie zu kümmern, versenkt Ehefrau Anette das Handy kurzerhand in der Blumenvase und schreit: „Unser Leben wird zerhackt von diesem Handy.“

Das Phämomen wird auch im YouTube-Video „I Forgot My Phone“ auf die Schippe genommen. In einer Szene spielt ein Mann im Bett lieber mit seinem Smartphone, anstatt mit seiner Freundin zu kuscheln. Der Clip, der verschiedene Situationen zeigt, bei denen das Handy schöne Erlebnisse zerstört, ist im Internet inzwischen ein Renner und wurde seit Ende August von knapp 30 Millionen Menschen angeschaut.

dpa

Happy Birthday, Telefon!

2011 feierte das Telefon einen runden Geburtstag: Am 26. Oktober 1861 stellt Johann Philipp Reis sein "Telephon" erstmals der Öffentlichkeit vor. Als Prüfung der Übertragungsmöglichkeit der Sprache auf elektrischem Weg wählt er den Satz: "Das Pferd frisst keinen Gurkensalat." © dpa
1876 meldet der Kanadier Alexander Graham Bell sein Telefon, eine Weiterentwicklung des Reis'schen Apparats, zum Patent an. In Deutschland wird 1877 das erste Gespräch mit einem Bell-Apparat geführt. Noch im selben Jahr produziert die Firma Siemens & Halske die ersten Telefone. © dpa
1887 werden in Deutschland erstmals Frauen für die Vermittlungstätigkeit eingestellt. Bald prägte der Begriff "Fräulein vom Amt" ein ganz neues Berufsbild. Das Bild zeigt ein Vermittlungsamt in Dortmund um 1901. © Museumsstiftung Post und Telekommunikation/telekom.com
Eine echte Vieltelefoniererin war offenbar Marlene Dietrich. In den 70er-Jahren brachte die Diva es laut ihres Enkels auf Telefonrechnnungen in Höhe von monatlich 300 Dollar. © dpa
Das "Rote Telefon" - hier hängt es im Künstlerhotel Louise in Berlin neben dem Fenster mit Reichstagsblick. Das Symbol für die direkte Kommunikation zwischen Moskau und Washington existierte so jedoch nicht. Um Fehler beim Simultandolmetschen zu vermeiden, war zwischen den Staatsoberhäuptern lediglich eine Fernschreiberverbindung installiert. © dpa
Knallgelb und aus Kunststoff: Lange Jahre war die Telefonzelle "TelH 78" in deutschen Städten zu finden. Die allererste Telefonozelle wurde im Jahr 1904 von Wilhelm Quante in Berlin gebaut. © dpa
Inwischen wurde die Telefonzelle durch die Telefonsäule ersetzt. Diese passt sich mit modernem Design dem heutigen Stadtbild vor allem in Großstädten besser an. © dpa
Mit dem A-Netz entstand die Möglichkeit, mobil zu telefonieren. Dieses Gerät gilt als das erste mobile Telefon und war fürs Auto gedacht. Es wog 16 Kilo und fand nur im Kofferraum des Autos Platz. Benutzt hat es zum Beispiel Konrad Adenauer. © dpa/Museumsstiftung Post und Telekommunikation
Das erste echte Handy: Das Motorola Dynatac 8000x, liebevoll "der Knochen" genannt, wog mit 800 Gramm etwa so viel wie eine Flasche Wasser und war länger als eine DIN -A4 Seite. Der Akku versagte bereits nach einer halben Stunde Sprechzeit. Es war ab 1983 für den stolzen Preis von 3.995,- US-Dollar zu haben. © dpa
Im 1992 nahm Mannesmann (heute Vodafone) sein D2-Netz in Betrieb. Der so genannte GSM-Standard (Global System for Mobile Communication) löste das analoge C-Netz ab. Damit begann die Ära der kleinen und leistungsstarken digitalen Mobiltelefone. Ein paar Tage nach Mannesmann folgte in Bonn die Deutsche Telekom mit ihrem D1-Netz. © dpa
Die weltweit erste SMS wurde am 3. Dezember 1992 verschickt. Seitdem steigt die Zahl der verschickten SMS stetig an. 2011 erwartet der Verband der Telekommunikations- und Mehrwertdiensten einen neuen Rekord: Schätzungen zufolge verschicken die Deutschen täglich 116,9 Millionen SMS . © dpa
Angela Merkel gestand 2004 in der Sendung " Johannes B. Kerner", SMS -Nachrichten nicht nur während Sitzungen, sondern auch zu Hause beim Kochen, zu schreiben. Die Handy-Mailbox dagegen lässt die Kanzlerin ausgeschaltet, da ihr das Abhören der Nachrichten zu lange dauere. © dpa
Die heutigen Handys sind weit mehr als Telefone zum Mitnehmen. Seit Steve Jobs sein "iPhone" auf den Markt gebracht hat, sind die sogenannten "Smartphones" als Lifestyle objekte und multimediale Alleskönner sehr beliebt. Der Vorteil: Egal ob man einen Film sehen, Musik hören, oder "mal kurz etwas googlen" möchte, man muss nur in die Hosentasche greifen. © dpa

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