Microsoft filmt in Hessen fürs Internet - Widerspruch möglich

Das Objekt des Anstoßes: Ein Kamerawagen des Kartendienstes Bing Maps Streetside bei einer Aufnahmetour durch Nürnberg. Foto:  dapd

Kassel. Google hat es vorgemacht und Microsoft zieht jetzt nach. Ein Jahr nachdem der Suchmaschinen-Gigant sein umstrittenes Street-View-Projekt startete, will der Software-Produzent nachlegen. Streetside heißt dessen virtuelle Rundfahrt durch Deutschlands Städte.

Wer sein Haus vor den neugierigen Augen der Internet-Gemeinde schützen will, kann jetzt schon Widerspruch einlegen. Auch in Kassel. Und das, obwohl die Kamera-Autos dort noch gar nicht unterwegs waren.

Am 1. August hat Microsoft dafür ein Formular ins Internet gestellt, mit dem die Besucher eine Verpixelung ihrer Häuser und Wohnungen beantragen können. Bis zum 30. September läuft die Widerspruchsfrist für den Panoramadienst, der in Microsofts Kartensoftware Bing Maps integriert werden soll. Anschließend besteht für Privatpersonen die Möglichkeit, auch nach einer Veröffentlichung zu widersprechen, teilt das Unternehmen mit. Allerdings kann dann bis zur Unkenntlichmachung der Fassaden einige Zeit vergehen. „Wir werden die Anfragen so schnell wie es geht beantworten“, versichert Microsoft-Sprecherin Miriam Kapsegger.

Welche Städte und Gemeinden gerade von Kamera-Autos abgefahren werden, teilt die Firma auf ihrer Internetseite mit. Dort ist zu erkennen, dass Offenbach und Wiesbaden im Juli Besuch von Fahrzeugen der Firma Navteq hatten, die für das Erstellen der Bilder zuständig ist. In Frankfurt sind die Autos noch unterwegs und Darmstadt soll folgen. Wann Kassel an der Reihe ist, steht noch nicht fest. Microsoft möchte mit dem Panoramadienst mehr Möglichkeiten bieten als Google. So werden beispielsweise die Abstände zwischen Häusern zentimetergenau vermessen. Ab September sollen die ersten Bilder im Netz zu sehen sein.

Laut Microsoft wurden schon vor Start der Vorab-Möglichkeit 500 Widersprüche registriert. Durch das Internetformular unter http://zu.hna.de/oOyLLw dürfte die Zahl steigen. Bei Google gingen vorab 245 000 Anträge aus den 20 größten deutschen Städten ein, in denen Street View derzeit angeboten wird.

Das Formular zum Vorab-Widerspruch und mehr Infos über Streetside finden Sie hier.

Von Jörgen Camrath

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