Boris Palmer ist empört

Wegen „Mohrenkopf“-Post: Facebook sperrt Tübinger OB

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Boris Palmer.

Tübingen - Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer liegt im Clinch mit Facebook. Das soziale Netzwerk hatte sein Profil nach einem harmlosen Posting für 24 Stunden gesperrt.

Palmer geht davon aus, dass seine am Donnerstagabend dort gepostete Frage „Was wurde aus dem Mohrenkopf?“ Auslöser der Sperre war. Anlässlich eines Schokoladenfestivals hatte er darauf hingewiesen, dass das Schaumgebäck jetzt unter dem Namen „Chocolino“ firmiert. 

Vor vier Jahren hatte das Schaumgebäck für eine lebhafte Debatte vor allem in Tübingen gesorgt, weil es als „Mohrenkopf“ angeboten worden war. Mit seinem Beitrag wollte er nach eigenen Angaben lediglich die alte Diskussion „zu einem Ende bringen“, so der Politiker im Gespräch mit dem „Schwäbischen Tagblatt“. Doch kurz nach dem Absetzen des Postings war dieser offenbar gemeldet worden, denn Palmer bekam die Mitteilung, er habe gegen die Richtlinien des Netzwerks verstoßen. Zudem löschte Facebook, das immer wieder wegen seiner intransparenten und inkonsequenten Lösch-Politik in der Kritik steht, den vermeintlich anstößigen Eintrag.

„Facebook hat mich einfach ausgeloggt“, empörte sich Palmer. Die Sanktion sei „unglaublich, vor allem angesichts der unfassbaren Hassbeiträge von Rechten, die auf Facebook kursieren“. Im Netzwerk selbst kommentierte er am Samstag: „Wenn Facebook unseren Sprachgebrauch durch Sperren reglementiert, ist das der Anfang einer Zensur durch eine nicht erreichbare private Behörde.“

Facebook selbst lieferte keine weitere Begründung für die Sperre, drohte aber, dass das wiederholte Posten von dort verbotenen Inhalten zu einer dauerhaften Sperre führen könne.

dpa/hn

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