Wegen Streetview: Frankreich verurteilt Google zu Geldstrafe

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Wegen des Dienstes Streetview hat Frankreich Google zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt.

Paris - Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat dem US-Unternehmen Google am Montag eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro auferlegt.

CNIL wirft dem Suchmaschinenanbieter vor, bei Aufnahmen für den umstrittenen Dienst Street View auch unerlaubt private Daten erfasst zu haben. Zwischen 2007 und 2010 waren mit Kameras ausgestattete Autos des Unternehmens nahezu alle Straßen in größeren Städten des Landes abgefahren. Über Drahtlose WLAN-Netze sollen dabei auch E-Mails, Online-Banking-Daten und Browserverläufe gesammelt worden sein.

Die Geldstrafe ist die erste gegen Google im Zusammenhang mit der Datensammlung für den Street-View-Dienst. Insgesamt haben sich mehr als 30 Länder über das Sammeln von Daten für den Google-Dienst beschwert, der es Nutzern ermöglicht, Panorama-Ansichten von Straßen in Dutzenden Ländern zu betrachten. Neben Frankreich denken mindestens zwei weitere europäische Länder über Strafgelder gegen Google nach.

Google Street View: Kurioses aus Deutschland und aller Welt

Der nackte Mann im Kofferraum machte bundesweit Schlagzeilen: Google hatte zunächst nur den Hund gepixelt © 
Auferstanden aus Ruinen: Das Stadtarchiv in Köln nahm im März 2009 ein unrühmliches Ende, als es nach Tunnelbohrungen einstürzte. Auf den Street-View-Bildern steht das Gebäude allerdings noch. Googles Kamerawagen ware bereits seit August 2008 unterwegs. Daher stammen einige der Aufnahmen aus früheren - und in diesem Fall besseren - Zeiten. © Google Street View
Notalgie in Stuttgart: Beim virtuellen Spaziergang durch die baden- württembergische Landeshauptstadt kommt vor allem bei Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 Nostalgie hoch: Der unter heftigen Protesten im August und September abgerissene Nordflügel des denkmalgeschützter Bahnhofs ist noch in Gänze zu bewundern - ohne Bauzaun und Bagger. Das umstrittene Bahnprojekt sieht vor, den Bahnhof für mindestens 4,1 Milliarden Euro in eine unterirdische Durchgangsstation umzubauen und an die Schnellbahntrasse nach Ulm anzuschließen. Vom Bauwerk aus den 20er Jahren soll nur noch das Kerngebäude bestehen bleiben. © Google Street View
Kuriose "Prostituierten-Sammlung": Der Internetdienst 'Doxy Spotting' hat es sich zum Ziel gesetzt, Prostituierte aus aller Welt aus Google Street View zu sammeln. Auch aus Deutschland sind die ersten mit dabei. Unter diesem Foto hier steht "Prostituierte mit großen T*tten" © Google Street View
Die erste Prostituierte aus München, die bei dem Dienst verzeichnet ist - sie wartet an der Freisinger Landstraße auf Kunden © Google Street View
Zwei leichte Damen in Berlin - ebenfalls bei "Doxy Spotting" verzeichnet © Google Street View
Eine Prostituierte auf dem Weg zur Arbeit? - ebenfalls bei "Doxy Spotting" verzeichnet © Google Street View
Rotlichtviertel als Hotspot: Auch auf der Brühler Landstraße in Köln tummeln sich die leichten Damen - und auch jede Menge Voyeure via Google Street View © Google Street View
Probleme mit Plakaten: Die Gesichter von Passanten will Google automatisch verpixeln. Zwischen einem leibhaftigen Mensch und dem Abbild auf einem Plakat kann der Filter aber offenbar nur schwer unterscheiden. Deswegen ist der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Carstensen auf seinem Wahlkampf-Mobil gesichtslos. Am Dortmunder Westfalenstadion lächeln einige der BVB-Fußballer unverpixelt vom Plakat, andere haben einen verschwommen Flecken statt eines Kopfes. Bei Tieren ist Google großzügiger: Hunde werden nicht gepixelt. © Google Street View
Graues aus dem Rotlichtviertel: Frauen und Jugendliche dürfen die berüchtigte Herbertstraße in Hamburgs Rotlichtviertel St. Pauli nicht betreten, auch das Street-View-Auto musste vor dem Zaun halt machen. Wer einen Blick darüber werfen will, kann sich mit Bildern aus Googles Fotodienst Panoramio behelfen, die im Street-View-Modus oben links eingeblendet werden - viel zu sehen ist allerdings nicht. Überhaupt scheinen sich die Bewohner des Rotlichtviertels besonders um ihre Privatsphäre zu sorgen: Zahlreiche Häuser sind grau verpixelt. © Google Street View
Freud und Leid bei Google: Dass Google-Mitarbeiter vor der Deutschland-Zentrale im Hamburg winkend am Straßenrand stehen, ist keine Überraschung. In München ist das Büro des Internet-Riesen allerdings verpixelt. Ein anderer Mieter habe das beantragt, bedauert Google-Sprecher Stefan Keuchel via Twitter. Dessen Sorge nehme man natürlich ernst. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Spaß oder eine ernsthafte Schlägerei? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Die Polizei in England auf Streife. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Sitzt alles am rechten Fleck? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Klares Zeichen: Dieser Passant ist kein Google-Fan. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Hier wurde wohl ein Paar getraut. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Sonnenbad am Campingplatz. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Diesen Parkplatz bewacht ein Dino. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Zweisamkeit - aber nicht ungestört. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Dieses Auto ist auf der Strecke geblieben. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Kurz vor dem Google-Auto war wohl hier die Feuerwehr im Einsatz. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Auch diese zwei Frauen werden von der Kamera entdeckt. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Wer hat hier seinen Zigaretten-Stummel auf die Straße geworfen? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Ein Auto im Straßengraben. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Vorsicht: Schwertransporter. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Erleichterung in letzter Sekunde. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Falsch abgebogen? Das Google-Auto mitten in einer Militär-Übung. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
So geheim ist der "Secret  Nuclear Bunker" (Geheimer Nuklear-Bunker) nicht. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Eine Möwe auf Kollisionskurs. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Sind das Wayne und Garth aus dem Kino-Film "Waynes World"? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Gewagte Aussichten. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Diese Herren zeigen, wo ihnen Google Streetview vorbei gehen kann. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Auch Superheld brauchen einen Mittagsschlaf. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Eine Junggesellenabschiedsparty in England. Der Bräutigam (ganz recht) wird sich über das Beweisfoto freuen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Hier war das Google-Auto offenbar zu schnell unterwegs. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Hat dieser Mann seinen Gürtel vergessen? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Ein schmutziger Job - aber einer muss ihn machen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Schildkröte im Anmarsch. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Wenig Platz für einen leidenschaftlichen Sammler. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Und auch dieser Vorgarten quillt über. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Plastik-Storch vermiest die Aussicht. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Schlechte Sicht für den Fahrer. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Im Kreisverkehr nicht die Orientierung verlieren. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
In Norwegen protestieren die Menschen auch mal mit Harpunen gegen Streetview. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Vom richtigen Weg abgekommen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Betrunkene Hexe? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Dieser Mann braucht einen Abschleppwagen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Dieser Hausbesitzer wollten den Beton-Giganten nicht weichen. © Google Street View

Google hat sich für das Sammeln privater Daten entschuldigt und angekündigt, sie zu löschen. Das Unternehmen bedauere sehr, dass irrtümlicherweise unverschlüsselte WLAN-Netzte angezapft worden seien, sagte der Google-Datenschutzbeauftragte Peter Fleischer in einer Mitteilung. “Als wir festgestellt hatten, was passiert war, hatten wir sofort die Erfassung der WLAN-Daten durch unsere Autos gestoppt und die Behörden umgehend informiert“, sagte Fleischer.

Die französische Datenschutzbehörde widersprach dieser Darstellung. “Sie waren nicht immer bereit, mit uns zu kooperieren und haben uns nicht immer die Informationen gegeben, die wir haben wollten“, sagte CNIL-Chef Yann Padova. Das Vorgehen des Unternehmens sei nicht zu jedem Zeitpunkt transparent gewesen.

Google hat zwei Monate Zeit, Berufung gegen die Strafzahlung einzulegen. Ob man von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werde, sei noch unklar, sagte ein Unternehmenssprecher.

Von Greg Keller

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