Wenn das Handy einfriert

Der Winter hat uns fest im Griff – und in den Faschingsferien brechen nächste Woche viele zum Skifahren auf. Immer dabei: Handy, MP3-Player oder Digitalkamera.

Doch wenn das iPhone zum eisPhone wird, drohen Probleme: Elektronische Geräte reagieren oft extrem empfindlich auf Kälte und können sogar dauerhafte Schäden davontragen. Christian Riedel vom Magazin Chip warnt: „Wer jetzt mit dem Handy unterwegs ist, muss gut aufpassen, sonst droht dem Gerät der Kältetod.“ Wir verraten Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Anzeigeprobleme:

Bei Minustemperaturen ist das Display oft nur noch schlecht lesbar. Grund: Die Flüssigkristalle im Bildschirm werden zähflüssiger. Im Extremfall stehen sie still, und das Gerät lässt sich nicht mehr bedienen. Eine gepolsterte und wasserfeste Hülle schützt recht gut vor der Kälte – und vor den Folgen eines Sturzes.

Dauerhafte Schäden:

Im Normalfall „erholen“ sich die Geräte in der Wärme wieder. Doch es können auch dauerhafte Schäden auftreten – beispielsweise, wenn Kondenswasser entsteht, das zu Korrosion an der Elektronik führt. Schnelle Wechsel zwischen Kälte und Wärme sind daher „Gift“. Deshalb sollten Sie Handy oder MP3-Player aus der Kälte nicht gleich in stark geheizte Räume mitnehmen, sondern eine halbe Stunde in einem kühleren Vorraum lassen. Wenn Sie Feuchtigkeit bemerken, sofort den Akku entnehmen und das Gerät fönen – aber nur handwarm! Danach legen Sie es am besten (ohne Akku!) in die Nähe einer Heizung, aber nicht direkt darauf.

Handy-Tipps für den Urlaub

Handy-Tipps für den Urlaub
Grund zur Freude: Zum 1. Juli sind die Preise für das Telefonieren mit dem Handy zwischen EU-Ländern gesunken. Wer EU-weit “simst“, also Kurznachrichten verschickt, muss pro SMS nur noch maximal 11 Cent zahlen (ohne Mehrwertsteuer). © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Ein Telefonat darf nur noch bis zu 43 Cent pro Minute kosten, eingehende Anrufe höchstens 0,19 Cent. Fürs Surfen, e-mail, Foto oder Film herunterladen werden pro übertragenem Megabyte maximal 1 Euro berechnet. Aber Vorsicht... © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Handy-Telefonate aus Nicht-EU-Ländern können immer noch richtig teuer werden: Ein Anruf aus der Türkei kostet bei den vier großen Mobilfunkanbietern T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus mindestens 1,49 Euro pro Minute. Das teilt die Stiftung Warentest mit. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Auch bei Urlaubs-Telefonaten aus der Schweiz und Kroatien werden bis zu 1,49 Euro fällig. Gespräche aus  Tunesien kosten pro Minute zwischen zwei und drei Euro. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Wenn Sie Ihren Urlaub im Ausland verbringen, dann zahlen Sie für eingehende Anrufe, aber auch für eingehende Bilder-Nachrichten. Pro MMS kann das je nach Größe der Bilder und Anbieter bis zu 4,50 Euro kosten. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Wichtig: Schalten Sie Ihre Mailbox vor dem Auslands-Urlaub ab. Sonst zahlen Sie doppelt für verpasste Anrufe, die bei einem Besetztzeichen oder bei Nichterreichbarkeit auf Ihre deutsche Mailbox weitergeleitet werden. Zuerst für ein eingehendes Gespräch im Ausland und dann noch einmal für die Weiterleitung auf die deutsche Mailbox. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Im Ausland wählen sich Handys automatisch in ein verfügbares Netz ein. Allerdings ist das nicht immer auch das billigste. Deshalb sollte man schon vor dem Urlaub den günstigsten Anbieter im jeweiligen Land heraussuschen. Oft handelt es sich dabei sogar um einen Partner Ihres Mobilfunk-Anbieters. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
In das günstige Auslands-Netz wählt man sich im Urlaubsland von Hand ein. Dafür deaktiviert man im Einstellungsmenü die automatische Netzsuche. So kann man auch erzwingen, dass sich das Handy ins deutsche Netz einwählt, wenn man nahe der Grenze Urlaub macht. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Man sollte sich vor dem Urlaub informieren, ob sich die Form der Steckdosen oder die Netzspannung im Urlaubsland von Deutschland unterscheiden. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Zwar sind die in Deutschland üblichen Steckdosen weltweit verbreitet, doch schon in Großbritannien findet man sie nicht. Wenn nötig sollten Sie also einen Adapter kaufen, damit das Ladegerät Ihres Handys in die landestypische Steckdose passt. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Sonne, Meer und Sand können zur Gefahr für Ihr Handy werden. Die pralle Sonne kann Fehlfunktionen des Displays verursachen. Außerdem kann der Akku bei Hitze schneller leer werden.  © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Wird ein Handy nass, sollte man es auf keinen Fall mit dem Föhn trocknen, da die Hitze die Technik beschädigen kann. Besser: Das Telefon in ein Glas voller Reis legen. Die Körner saugen die Feuchtigkeit auf. Sand in Anschlüssen oder zwischen den Handy-Tasten lassen sich am besten mit einem sehr feinen Pinsel entfernen. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Was tun, wenn das Handy im Urlaub geklaut wird? Zu aller erst sollten Sie schnellstmöglich Ihre Karte sperren lassen. Dazu wählen Sie die Service-Nummer Ihres Mobilfunk-Anbieters. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Das sind die Diebstahl-Service-Nummern der gängigen Anbieter: T-Mobile: +49 1803/ 30 22 02, Xtra: +49 1805/ 22 94 94, Vodafone: +49 172/ 12 12, Callya: +49 172/ 2 29 11, E-Plus: +49 177/ 10 00, Free & Easy: +49 177/ 11 50, O2: +49 179/ 5 52 22, Loop: +49 179/ 5 52 82 © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Außerdem sollten Sie den Handy-Klau immer auch der Polizei vor Ort melden. Die Fälle, in denen Bestohlene ihr Handy wieder zurück bekamen sind zwar ziemlich selten. Aber man sollte zur Sicherheit seine IMEI-Nummer kennen, mit der ein gestohlenes Handy eindeutig identifiziert werden kann. Wenn Sie die Kombination *#06# eingeben, zeigt Ihr Handy diese Nummer an. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Über die Notrufnummer 112 erreichen sie in allen 27 EU-Staaten sowie in Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sowie auf Island Hilfe. Die Leitstellen alarmieren je nach Notfall Polizei, Feuerwehr oder den Rettungsdienst. Sie sollen Notrufe in verschiedenen Sprachen bearbeiten können. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
In jedem Fall sollte ein Internet-fähiges Handy nicht so eingestellt sein, dass es sich automatisch ins Web einwählt. Das kann im Ausland sehr teure Gebühren nach sich ziehen. © dpa

Garantie in Gefahr:

Wenn sich nachweislich Kondenswasser im Inneren gebildet hat, verweigern viele Hersteller die Garantie. Beispielsweise in iPod und iPhone sind Sensoren eingebaut, die sich bei Feuchtigkeit dauerhaft verfärben – dann tauscht Apple Ihr Gerät nicht mehr aus.

Akkuprobleme:

Bei Kälte entladen sich Akkus wesentlich schneller. Wenn Sie beispielsweise Ihr Handy im Winter dringend benötigen, sollten Sie es also nachts immer voll aufladen – aber erst, wenn die Akkus wieder Raumtemperatur erreicht haben. Eiskalte Akkus niemals sofort laden!

Geräte nahe am Körper tragen:

Apple nennt beispielsweise fürs iPhone nur zugelassene Betriebstemperaturen von 0 bis 35 Grad plus – speziell Touchscreen-Geräte sind sehr kälteempfindlich. Allgemein gilt: Tragen Sie Handy & Co. möglichst nahe am Körper, zum Beispiel in einer gefütterten Innentasche Ihrer Jacke.

Geräte abschalten:

In abgeschaltetem Zustand ist die Elektronik unempfindlicher gegen Kälte. Deshalb: Handys oder MP3-Player beim Skifahren nur einschalten, wenn Sie sie tatsächlich verwenden.

Headset benutzen:

Wenn Sie bei großer Kälte telefonieren wollen, sollten Sie ein Headset verwenden – dann kann das Handy in der warmen Jackentasche bleiben.

Jörg Heinrich

Rubriklistenbild: © dpa

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