Vor allem Handwerker und Freiberufler betroffen

WhatsApp auf Firmenhandys illegal? Ab nächster Woche könnte Nutzung geahndet werden

Die Nutzung von WhatsApp auf dem Firmenhandy könnte ab kommender Woche unzulässig sein. Dann nämlich tritt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft.

Nach Einschätzung von Experten verstößt es gegen die DSGVO, WhatsApp auf dem Firmenhandy zu nutzen. Das sagte Marit Hansen, die Landesbeauftragte für Datenschutz des Landes Schleswig-Holstein, gegenüber der „Welt“ vom Donnerstag. Der Grund: Der Messenger-Dienst des Konzerns Facebook hat Zugriff auf das Adressbuch und gleicht die Kontaktdaten mit den eigenen Servern ab. So kann die App anzeigen, welche Kontakte ebenfalls bei WhatsApp registriert sind. Damit verstößt sie allerdings gegen die neue Verordnung, schließlich landen Daten von Personen bei WhatsApp, die der Übermittlung nicht zugestimmt haben.

Schwierig ist das vor allem für Handwerker: Sie kommunizieren nicht nur untereinander über WhatsApp, sondern auch mit Kunden. Dabei lassen sie sich zudem Fotos, beispielsweise von Schäden, zuschicken – und auch diese Bilder sind datenschutzrechtlich problematisch. WhatsApp hat Zugriff auf das Foto, dafür wurde allerdings keine Erlaubnis erteilt.

Weitere Änderung: Nun darf WhatsApp erst ab einem Mindestalter von 16 Jahren benutzt werden 

Auch für andere Freiberufler könnte die neue Regelung schwierig werden. Sobald WhatsApp auf einem Firmenhandy benutzt wird und dabei Personendaten etwa von Kunden zum Einsatz kommen, sollten Nutzer aufhorchen: Es könnte teuer werden. Die Datenschutzverstöße werden laut Hansen mit hohen Bußgeldern geahndet. „Es ist also sehr sinnvoll, sich von Anfang an rechtskonform zu verhalten", so Hansen. Auf privaten Handys ist die Nutzung hingegen unbedenklich.

Wie darf man WhatsApp auf dem Firmenhandy nutzen?

Um WhatsApp für die Arbeit zu nutzen, wäre es demnach nötig, die Einverständnis aller Kontakte einzuholen – und das vor der ersten WhatsApp-Nachricht und noch vor dem Einspeichern der Nummer ins Telefonbuch des Smartphones. Außerdem müsste der Freiberufler private und berufliche Nutzung von WhatsApp strikt trennen: Er bräuchte zwei Handys mit zwei unterschiedlichen Telefonnummern.

Die Datenschutzgrundverordnung

Ab dem 25. Mai gilt die Datenschutzgrundverordnung der EU. Verstöße gegen diese neue Regelung kosten bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes, den die jeweilige Firma weltweit macht. Sie soll Kunden und Nutzern ermöglichen, besser gegen Missbrauch vorzugehen. Dafür gibt es spezielle Vorgaben, wie Daten gespeichert und geschützt werden sollen.

Rubriklistenbild: © Martin Gerten/dpa

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