Datenschutz-Aktivist kritisiert Summe

Whatsapp verstößt gegen Datenschutz – und muss Rekordstrafe zahlen

Weil das Unternehmen offenbar gegen das Datenschutzgesetz verstoßen hat, erwartet Whatsapp eine ordentliche Strafzahlung in Rekordhöhe.

Kassel – Das wird teuer: Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat gegen Whatsapp wegen Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Rekordstrafe in Höhe von 225 Millionen Euro verhängt. Der Messengerdienst soll gegen die Datenschutzvorschriften der EU bezüglich der Transparenz bei der Weitergabe von persönlichen Daten an andere Facebook-Unternehmen verstoßen haben. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Der Kurznachrichtendienst habe nicht klargemacht, welche Daten wozu verarbeitet werden, so die irische Behörde. Seit 2014 gehört Whatsapp zu Facebook. Das gab schon damals Datenschützern Grund zur Sorge.

Wegen Verstößen gegen den Datenschutz muss Whatsapp nun eine Rekordstrafe in Irland zahlen.

Whatsapp missachtet Datenschutzgesetz: Weitergabe von Daten läuft intransparent

Vor drei Jahren wurde die Untersuchung gegen Whatsapp von der irischen Kommission gestartet. Hintergrund dafür ist das europaweite neue Datenschutzgesetz, das für Unternehmen neue rechtliche Verpflichtungen schafft. Der Datenschutzbehörde DPC zufolge soll Whatsapp persönliche Daten und Telefonnummern seiner Nutzer direkt an den Mutterkonzern Facebook übermittelt haben. Und genau diese Datenweitergabe laufe intransparent ab, was gegen die DSGVO verstoße.

EntwicklerWhatsApp Inc./Facebook Inc.
Erscheinungsjahr2009
BetriebssystemAndroid, iOS

Neben der Geldstrafe wird der Kurznachrichtendienst verwarnt und dazu aufgefordert, die Erfassung der Nutzerdaten gemäß der DSGVO neu auszurichten. Das Unternehmen selbst ist mit der Entscheidung der DPC nicht einverstanden. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die von uns bereitgestellten Informationen transparent und umfassend sind, und werden dies auch weiterhin tun“, erklärte ein Firmensprecher.

Die Höhe der Strafzahlung sei völlig unverhältnismäßig. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. „Wir werden gegen diese Entscheidung Rechtsmittel einlegen“, so der Whatsapp-Sprecher.

Rechtsstreit mit Whatsapp könnte mehrere Jahre dauern

Ursprünglich hatte die DPC die Strafzahlung mit 50 Millionen Euro beziffert. Nachdem aber auch andere europäische Behörden das Ergebnis der Untersuchung gegen Whatsapp gesichtet hatten, wurde die Strafe auf 225 Millionen Euro erhöht. Auch wenn der Datenschutz-Aktivist Max Schrems die Entscheidung der irischen Behörde zunächst begrüßte, die 225 Millionen entsprächen nur 0,08 Prozent des Umsatzes der Facebook-Gruppe.

„Die DSGVO sieht Geldbußen von bis zu 4 Prozent des Umsatzes vor. Das alles zeigt, dass die irische Datenschutzbehörde immer noch extrem dysfunktional ist“, kritisierte Schrems. Er rechnet damit, dass der nun zu erwartende Rechtsstreit Jahre beanspruchen wird, bevor eine Strafzahlung fällig wird.

Weitere Whatsapp-News finden Sie auf unserer Themenseite.

Die irische Datenschutzkommission DPC ist die federführende Aufsichtsbehörde für Whatsapp in Europa. Gleichzeitig beaufsichtigt sie den gesamten Facebook-Konzern sowie das Unternehmen Apple. Noch nie zuvor gab es eine derart hohe Geldstrafe der irischen Behörde. Lediglich eine Strafzahlung der Datenschützer in Luxemburg übertrifft diese noch. Die luxemburgische Behörde verhängte in diesem Sommer eine Geldstrafe in Höhe von 746 Millionen Euro gegen den Online-Versandhändler Amazon. (kas/dpa)

Wer bei Whatsapp andere Nutzer beleidigt, kann langfristig gesperrt werden. Aber auch andere Regelverstöße können zur Kontosperrung führen.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.