Selbstmord gefordert

WhatsApp und die Momo-Challenge: Alles nur ein Fake?!

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Seit dem Sommer treibt sie ihr Unwesen: Durch Momos ⚡ Spiel auf WhatsApp soll sich ein 14-Jähriger umgebracht haben. Ist die Momo-Challenge fake? 

Seit Sommer dieses Jahres treibt sie ihr Unwesen: Durch Momo und ein Spiel auf WhatsApp soll sich nun ein 14-Jähriger umgebracht haben. Aber gibt es die Momo-Challenge überhaupt?

München - Am Anfang dachte noch jeder, es sei ein übler Scherz, mittlerweile warnen aber sogar die Behörden davor: Momo versetzt WhatsApp-User seit Sommer dieses Jahres in Angst und Schrecken. Mittlerweile soll der Account über WhatsApp sogar zu einer Challenge auffordern, die am Ende zum Selbstmord führe. Doch was steckt dahinter? Ist Momo nur ein Fake?

WhatsApp und die Grusel-Challenge: Wer ist Momo?

Momo ist ein Account auf WhatsApp, der Leute über den Nachrichtendienst kontaktiert. Meist ist es eine japanische Nummer, mittlerweile gibt es aber mehrere andere Profile aus Mexiko oder Kolumbien. Woher Momo und der Betreiber des Accounts ursprünglich kommen, ist nicht bekannt. Behörden vermuten aber den Anfang in Spanien, von wo aus sich Momo weiter in der Welt verbreitet haben soll. Bis nach Deutschland soll es die Grusel-Nummer geschafft haben. Die Vorgehensweise ist immer die gleiche: Plötzlich taucht bei einem WhatsApp-User ein neuer Chat auf mit einer unbekannten Nummer. Das Profilbild zeigt ein gruseliges Mädchen mit weit aufgerissenen Augen und einer nach hinten gezogenen Fratze.

So sieht Momo auf ihrem WhatsApp-Account aus.

Anfangs wurden Kettenbriefe über den Account verschickt. Darin wurde von Momo gefordert, die Nachricht an 13 Freunde weiterzuleiten, sonst würde sie am Abend im Zimmer stehen. Viele Nutzer haben den Kettenbrief weitergeleitet und Momo damit berühmt gemacht. Eventuell haben sich auch so weitere Nummern generiert, auf die der Momo-Account schließlich zugreifen konnte. Denn wenn man die Nummer in den Kontakten einspeichert und Momo schreibt, kommen gruselige Nachrichten zurück und die eigene Handynummer ist auch für andere Momo-Accounts zugänglich. Zumindest behaupten das die deutschen Youtuber „PrankBrosTV“  auf ihrem Kanal. 

Es gibt mehrere Momo-Accounts, alle haben aber ein ähnliches Profilbild.

Mittlerweile soll Momo via WhatsApp zu einem Spiel auffordern. In dieser Challenge müssen die User angeblich verschiedene Aufgaben erledigen, die letzte soll der eigene Selbstmord sein. Nun warnt die Polizei vor dem Momo-Account und rät, die Nummer nicht einzuspeichern und auch keinen Kontakt aufzunehmen.

Momo-Challenge auf WhatsApp: Erstes Todesopfer?

Vor Kurzem hat die Debatte um das Gruselmädchen auf WhatsApp aber einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Challenge soll nun tatsächlich ein Todesopfer gefordert haben. Mitte Oktober fanden in Frankreich Eltern ihren Sohn Kendal Gattino (14) tot in seinem Zimmer auf. Der Junge habe sich laut Medienberichten mit seinem Taekwondo-Gürtel erhängt. Weil sein Vater sich den Selbstmord seines Jungen nicht erklären konnte, forschte er nach und fand am Handy des 14-Jährigen verstörende Bilder. „Hier ist eines der Dinge, die wir gefunden haben und die uns glauben lassen, dass Kendal bei diesem verdammten Spiel mitgemacht hat“, schreibt der Vater auf Facebook und spielt auf die Momo-Challenge an. 

Außerdem habe der Junge vor seinem Selbstmord im Internet zur Momo-Challenge und zum Thema Selbstmord recherchiert, wie seine Such-Historie verrät, so der Vater. 

WhatsApp: Ist die Momo-Challenge fake?

Doch was steckt eigentlich hinter dieser Momo-Challenge? Neben dem französischen Jungen sollen sich auch noch weitere Jugendliche umgebracht haben oder es zumindest versucht haben, wie das belgische Nachrichtenportal RTL Info berichtet. Aber nirgendwo kann man ein Beispiel zu einer solchen Challenge finden, nirgendwo gibt es Screenshots eines Chatverlaufs, in dem Momo zum Selbstmord auffordert.

Einige YouTuber sind auf den Momo-Zug aufgesprungen und machen Videos, in denen sie angeblich mit dem Gruselmädchen in Kontakt treten. Die Accounts denen sie schreiben, könnten aber genau so unecht und von einem von ihrer „Komplizen“ sein, wie watson.de vermutet. Verschieden Theorien ranken sich also um Momo und ihre Challenge, eins ist aber klar: Das Foto, das als Profilbild verwendet wird, ist eigentlich eine japanische Skulptur, die 2016 in einer Kunstgalerie in Tokio ausgestellt wurde. 

Die Vermutung liegt also nahe, dass Momo kein echter Geist ist, der sein Unwesen auf WhatsApp treibt. Vermutlich hat sich jemand einen Scherz erlaubt indem er Momo erfunden hat. Mittlerweile nimmt der WhatsApp-Account aber eine gefährliche Dimension ein. Auch wenn es nicht klar ist, ob wirklich die Momo-Challenge den Tod des französischen Jungen gefordert hat, ist allein die Debatte darum nicht ohne. Außerdem könnten sich laut watson.de Trittbrettfahrer anschließen, die mit Momo Werbung schalten oder private Daten sammeln möchten. Unser Tipp daher: Weder eine angebliche Momo-Nummer einspeichern, noch mit ihr in Kontakt treten. Die Challenge mag vielleicht fake sein, Datenschutzprobleme aber sicher nicht. 

mef / Copyright Pinpoll: Screenshot Youtube 

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