Datenschützer bemängeln Umgang mit Adressbüchern

Wieder Kritik an WhatsApp: Das sind Alternativen

+

Kassel. Wieder einmal ist WhatsApp in den Schlagzeilen. Nach diversen Sicherheitslücken steht der beliebte Kurznachrichtendienst nun in der Kritik, unberechtigterweise auf die Adressbücher von Nutzern zuzugreifen.

Niederländische und kanadische Datenschützer bemängeln unter anderem, dass alle WhatsApp-Versionen – mit Ausnahme der neuesten iOS-6-Version – stets das komplette Adressbuch des Mobiltelefons und dabei auch die Daten Dritter verarbeitetet, mit denen WhatsApp keinen Vertrag habe.

Dies sei nach dem niederländischen Datenschutzrecht, das in weiten Teilen mit dem deutschen vergleichbar ist, unzulässig. WhatsApp sieht hier dem Bericht zufolge jedoch keinen weiteren Nachbesserungsbedarf.

Die Datenschützer merken weiter an, dass WhatsApp ein Jahr lang die Daten inaktiver Nutzer speichere. Auch bei der Datensicherheit werfen die Behörden dem Unternehmen Schlamperei vor: So seien unzulässigerweise die Passworte für WhatsApp auf Basis der WLAN-MAC-Adresse und der Mobilgerätenummer IMEI erstellt worden – beides keine geheimen Informationen, die Angreifer leicht umgehen können.

Aber welche Alternativen zu Whatsapp gibt es? Am Markt sind schon einige verfügbar. Das Problem: Andere Messenger-Dienste sind noch nicht weit verbreitet - und um zu kommunizieren, müssen die Beteiligten den gleichen Dienst nutzen. Wir zeigen dennoch Möglichkeiten.

Fünf Alternativen zu WhatsApp:

Facebook Messenger: In Anbetracht der weiten Verbreitung Facebooks kann der Messenger als heißer SMS-Konkurrent betrachtet werden. Die App unterstützt neben dem Senden von Nachrichten auch Gruppenchats sowie das Teilen von Fotos.

Google Talk: Google Talk befindet sich standardmäßig auf jedem Android-Smartphone, lässt sich aber auch mittels App auf iOS, Blackberry und Samsungs Bada nachinstallieren. Mit Google Talk können sowohl Textnachrichten als auch Daten verschickt werden. Zudem ist der Aufbau von VoIP-Telefonaten möglich – gegen eine geringe Gebühr werden auch Gespräche ins Fest- und Mobilnetz ermöglicht.

Kakaotalk: Der Dienst ist vor allem in Südkorea weit verbreitet und zählt nach eigenen aktuellen Angaben insgesamt über 60 Millionen Nutzer; nur 18 Millionen befinden sich außerhalb der Halbinsel. Wie viele der vorgestellten Dienste auch, bietet KakaoTalk Apps für einen Großteil der verfügbaren mobilen Plattformen – von iOS, Android über Windows Phone zu BlackBerry und Bada ist alles vertreten.

Der Funktionsumfang von KakaoTalk lässt kaum Wünsche offen. Es können Textnachrichten, Fotos, Videos und selbst Sprachnachrichten verschickt werden. Der Service verschickt Nachrichten über eine sichere SSL-Verbindung.

Line: Mit wohl mittlerweile über 30 Millionen Nutzern gehört der Messenger Line aus dem Hause Naver in diese Übersicht. Der Funktionsumfang ähnelt den meisten hier vorgestellte Clients und verfügt darüber hinaus über die Möglichkeit die Kamera anzuzapfen und geschossene Bilder mit Stickern zu versehen.

Skype:Skype wird den meisten unserer Leser bekannt sein. Der Klassiker unter den Chat-Diensten bietet sowohl normalen Text- als auch Videochat. Zudem ist es möglich Dokumente, Fotos etc. zu versenden. Entsprechende Apps gibt es sowohl für Android, iOS, Windows Phone als auch für Mac und PC.

Das Schreiben von Nachrichten ist kostenlos, Videochats ebenso, nur sollte man aufpassen, dass man im WLAN-Netz eingeloggt ist. (tat)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.