Unterstützung für Betriebssystem läuft aus

XP wird zur Gefahr: Hacker haben leichtes Spiel

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Bekannter Anblick: Schaltflächen auf einem Computer, der mit XP läuft. Momentan ist vermutlich noch jeder vierte Rechner damit ausgestattet. Doch die Tage von XP sind gezählt, da Hersteller Microsoft Sicherheitslücken nicht mehr schließen will.

Was einst gut war, kann mit heutigen Standards nicht mehr mithalten. So begründet Microsoft seine Entscheidung, die Unterstützung für das 2001 auf den Markt gekommene Betriebssystem Windows XP einzustellen. Ab April 2014 werden Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen. Dazu Fragen und Antworten.

? Wie erkenne ich, ob mein Computer das Betriebssystem XP verwendet?

Mit einem Rechtsklick auf den Arbeitsplatz. Anschließend auf die Schaltfläche Eigenschaften klicken. Es öffnet sich das Fenster Systemeigenschaften. Dort sind Eckdaten des Rechners aufgelistet - unter anderem, welches Betriebssystem er hat. Das Betriebsystem ist sozusagen die Seele des Computers. Es regelt grundlegende Abläufe.

? Welche Risiken gehe ich ein, wenn ich XP auch nach April 2014 weiter verwende?

XP ist so anfällig für Viren und Spionageangriffe wie kein zweites Betriebssystem. Außerdem ist es sehr weit verbreitet. Das macht es für Hacker extrem attraktiv. Wenn bekannte Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden, haben Kriminelle leichtes Spiel. Außerdem besteht Gefahr, dass neue Drucker und Scanner nicht mehr unter XP verwendbar sind. Technische Hilfe bietet Microsoft noch länger für XP - allerdings gegen Bezahlung.

? Welches neue Microsoft-Betriebssystem ähnelt XP am meisten?

Firmengründer Bill Gates, ein paar Monate vor dem Verkaufsstart von XP im Sommer 2001.

Mittlerweile gibt es drei Nachfolger von Microsofts Kassenschlager XP. Windows Vista, Windows 7 und Windows 8. Laut Einschätzung der Computerzeitschrift c’t werden sich XP-Benutzer am ehesten in Windows 7 zurechtfinden. Es lasse sich leicht bedienen, sagen die Experten.

? Muss man ein Computerexperte sein, um XP durch ein neues Betriebssystem zu ersetzen?

Der Umstieg auf ein neues Betriebssystem dauert einige Zeit. Wer schon öfter Programme auf einem Computer installiert und keine Angst vor der Technik hat, für den sollte es allerdings kein großes Problem sein. Microsoft bietet leicht verständliche Schritt-für-Schritt Anleitungen für den Umstieg. Eine Beschreibung, wie Sie von XP auf Windows 7 umsteigen, finden Sie hier.

? Welche technischen Voraussetzungen braucht es für welches Betriebssystem?

Faustregel: Rechner, die jünger sind als fünf Jahre, sollten mit jedem jetzt bekannten Betriebssystem von Microsoft laufen. Empfehlenswert ist ein Prozessor mit zwei oder mehr Kernen und eine Festplatte mit so genanntem SATA-Anschluss. Tipp: Das Programm Windows Upgrade-Advisor checkt, ob ein Rechner fit für ein Betriebssystem ist. Wer auf Windows 7 umsteigen möchte, sollte im Netz nach Upgrade-Advisor Windows 7 suchen. Zu finden ist es auf microsoft.de

? Müssen Programme neu installiert werden, wenn man das Betriebssystem austauscht?

Das kommt drauf an. Ein verlustfreier Umstieg ist nur auf den direkten Nachfolger möglich. Heißt: Nur bei einem sogenannten Upgrade von XP auf Vista bleiben alle Programme und Einstellungen erhalten. Wer von XP auf Windows 7 oder Windows 8 umsteigen möchte, sollte über eine Neuinstallation des Betriebssystems und aller Programme nachdenken.

? Was passiert mit meinen gespeicherten Dokumenten, Musikdateien und Fotos?

Die sollten auf jeden Fall auf einer externen Festplatte gesichert werden. Wer von XP auf die Systeme Windows 7 oder 8 umsteigen möchte, kommt um diesen Schritt nicht herum.

? Was kosten die neuen Microsoft-Betriebssysteme?

Windows Vista ist ab 70 Euro zu haben. Windows 7 startet bei 85 Euro. Die neueste Version, Windows 8, kostet bei Amazon.de ab 90 Euro.

Tipp für Firmen

Das komplexe Computersystem einer Firma umzurüsten, kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Unternehmenschefs sollten sich daher zügig mit den Administratoren ihrer Computeranlage in Verbindung setzen. Das Auslaufen der Unterstützung von XP zu ignorieren, sei besonders für Firmen schlicht verantwortungslos, sagt Carsten Eiram, Sicherheitsexperte für Computersysteme.

Stichwort: XP

Mittlerweile hat Windows 7 das XP-Betriebssystem abgelöst, doch laut dem Statistikdienst statista war es bis September 2011 das am häufigsten verwendete Computer-Betriebssystem der Welt. 13 Jahre hat XP auf dem Buckel, wenn im April 2014 die Unterstützung des Herstellers Microsoft ausläuft. Erst 2006 kam mit Windows Vista ein Nachfolger auf den Markt, der allerdings wenig Fans fand. XP ist heute noch weit verbreitet, weil es lange Zeit kein vergleichbares Betriebssystem von Microsoft gab und sich die Nutzer daran gewöhnt haben, da es trotz einiger Macken relativ stabil läuft, sagt Axel Vahldiek, Redakteur der Technikzeitschrift c’t. (jal)

Von Juri Auel

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