Wird die Musik-CD bald abgeschafft?

München - Rund 30 Jahre lang ging’s rund – doch nun steht die Musik-CD offenbar endgültig vor dem Aus. Es gibt schon Gerüchte über einen Produktionsstopp.

Nach Informationen des US-Musikmagazins Side-Line planen mehrere große Plattenfirmen wie EMI, Universal oder Sony, die Produktion von CDs bereits Ende 2012 einzustellen. Musik-Downloads aus dem Internet sollen die Silberscheibe komplett ersetzen. Nur spezielle Ausgaben mit Extra-songs und Bonusmaterial oder opulente Sammlerboxen würden demnach weiterhin auf CD erscheinen. Und auch diese teuren Angebote soll es nicht mehr im Elektromarkt vor Ort geben, sondern vor allem im Internet bei Amazon & Co.

Andere Beobachter gehen von einem nicht ganz so schnellen Ende der CD aus – doch an eine lange Zukunft des Mediums glaubt niemand mehr. Musikexperte Glenn Peoples vom US-Magazin Billboard prophezeit: „Die CD wird einen langsamen, würdevollen Tod sterben.“ Spätestens bis 2015 dürfte aber das Aus kommen. Denn: Mit dem Produktionsstopp sparen sich die Plattenfirmen den Aufwand für Herstellung, Lagerung und Transport von CDs, der sich aufgrund der sinkenden Stückzahlen immer weniger lohnt. Und die großen Elektromärkte können ihre begehrten Regalflächen dann für andere Produkte einsetzen. 

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

Trost vor allem für ältere Käufer: Die CDs von Künstlern, deren Musik eher selten aus dem Internet heruntergeladen wird, von Klassik bis Andrea Berg, dürften sich am längsten im Handel halten. Die neue Katy-Perry-CD könnte dagegen schon bald aus den Läden verschwinden.

Rubriklistenbild: © dpa

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