Jetzt Werbeallianz

Yahoo und Facebook beenden Patentstreit

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Yahoo und Facebook arbeiten in Zukunft zusammen.

New York - Facebook und Yahoo haben ihren Patentstreit beigelegt. Die beiden Internetunternehmen einigten sich am Freitag darauf, ihre Klagen fallenzulassen.

Stattdessen werden in Zukunft ihre Patente gegenseitig lizenziert. Teil der Übereinkunft ist auch eine Werbepartnerschaft, die die bereits bestehende Zusammenarbeit der beiden Unternehmen weiter ausbaut. Ein potenziell langwieriger Rechtsstreit ist damit abgewendet.

Die Einigung beendet eine seit März andauernde Auseinandersetzung der beiden Unternehmen, ohne dass Geld den Besitzer gewechselt hat. Profitieren könnten davon beide Seiten: Yahoo könnte die Werbeallianz mit Facebook helfen, Teile des Umsatzes, den es an jüngere Internetunternehmen verloren hat, wieder wettzumachen. Und Facebook hat damit die Möglichkeit, die an die individuellen Interessen seiner weltweit 900 Millionen Nutzer angepasste Werbung nicht nur auf seiner eigenen Seite, sondern auch in anderen, viel frequentierten Bereichen zu zeigen.

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg: © dpa
Februar 2004: Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. © dapd
März 2004: Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet. © dpa
September 2004: Das spätere Grundelement von Facebook - die Pinnwand - kommt dazu. © 
Dezember 2004: Facebook hat rund eine Million Nutzer. © dpa
Mai 2005: Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet. © dapd
Dezember 2005: Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer. © dpa
September 2006: Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle. © dpa
Oktober 2007: Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent - die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar. © dpa
November 2007: Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst “Beacon“, der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen mit einem Selbstbedienungssystem Werbung ins Netzwerk. © dpa
Februar 2008: Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr. © apd
März 2008: Die deutsche Facebook-Version startet. © dpa
August 2008: Facebook hat 100 Millionen Nutzer. © dpa
Februar 2009: Facebook führt den “Gefällt mir“-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag 2,7 Milliarden “Likes“ und Kommentare. © dapd
Mai 2009: Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook - bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar. © dpa
Juli 2010: Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer. © dpa
Januar 2011: Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook. © dpa
September 2011: Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den “Gefällt-mir“-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen - trifft jedoch auf wenig Resonanz. © dpa
Dezember 2011: Facebook hat 845 Millionen Nutzer aktive Nutzer. Das Unternehmen verdiente 2011 eine Milliarde Dollar bei 3,7 Milliarden Dollar Umsatz. Als neue Art der Darstellung von Nutzerprofilen wird die Chronik (oder Timeline) eingeführt. © dapd
Februar 2012: Facebook beantragt einen 5 Milliarden Dollar schweren Börsengang. Bewertung und angestrebter Aktienpreis sind noch offen. © 

Yahoo unter seinem damaligen Chef Scott Thompson hatte Facebook im März verklagt und dem Betreiber des weltweit größten sozialen Netzwerks im Internet die Verletzung von zunächst zehn und später zwölf Yahoo-Patenten vorgeworfen. Kritiker sahen darin eine Verzweiflungstat eines Unternehmens, dem die Ideen ausgegangen waren. Kurz darauf kaufte Facebook 750 Patente vom Computerkonzern IBM und weitere 650, die sein Großaktionär Microsoft von AOL übernommen hatte. Anschließend reichte Facebook seinerseits Patentklagen gegen Yahoo ein.

Thompson verlor seinen Chefposten bei Yahoo vor zwei Monaten, nachdem falsche Angaben in seiner Biografie Zweifel an seiner Integrität hatten aufkommen lassen. Sein Ausscheiden ebnete den Weg für eine Beilegung des juristischen Streits. Für Facebook geht damit die juristische Auseinandersetzung mit Yahoo weniger als zwei Monate nach dem turbulenten Börsengang des Unternehmens zu Ende.

dapd

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