Entlassungen und Umstrukturierungen

Yahoo: Unter Marissa Mayer geht's aufwärts 

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Marissa Mayer

Sunnyvale. Der Internet-Konzern Yahoo kann mit der neuen Chefin Marissa Mayer erste Erfolge vermelden. Das Geschäft wuchs im Schlussquartal wieder leicht. Zugleich lasteten aber hohe Kosten für den angestoßenen Firmenumbau auf dem Online-Urgestein.

"Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber wir sehen erste positive Trends", sagte Mayer am späten Montag in einer Telefonkonferenz. Sie will die Nutzer überzeugen, mehr Zeit auf Yahoo-Seiten zu verbringen und will ihnen mehr personalisierte Werbung anbieten. Das soll Yahoo wieder attraktiver für Anzeigenkunden machen.

Der Quartalsumsatz stieg um 2 Prozent auf 1,35 Milliarden Dollar (1 Mrd Euro). Grund waren höhere Einnahmen aus der Suchmaschine und den sonstigen Geschäftsfeldern. Dagegen schrumpften die Erlöse aus grafischen Werbeanzeigen leicht. Der Gewinn sank wegen des Rückzugs aus Südkorea um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 272 Millionen Dollar.

Sie sei stolz auf das Erreichte, erklärte Mayer am Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale. Aufs Gesamtjahr gesehen sei es das erste Mal seit vier Jahren, dass Yahoo beim Umsatz zugelegt habe. Nach der Neugestaltung der Fotoplattform Flickr würden 25 Prozent mehr Bilder hochgeladen und Nutzer hätten häufiger auf Anzeigen in Yahoos E-Mail-Angebot geklickt. Beide Dienste wurden erst im Dezember mit besonderem Augenmerk auf die Nutzung mit Smartphones überarbeitet. Als nächstes sollen die Börsen-Seite Yahoo Finance und der Nachrichten-Sammeldienst Yahoo News aufgefrischt werden.

In einem Sparprogramm musste jedoch etwa jeder sechste Mitarbeiter gehen. Ende Dezember arbeiteten noch 11.500 Menschen bei Yahoo.

Yahoo ging in den vergangenen Jahren durch schwierige Zeiten: Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Internet, doch dann kamen neue starke Rivalen wie Google oder Facebook. Viele Nutzer wandten sich ab, Gleiches galt für die Werbekunden. Erschwerend kamen interne Querelen mit Chefwechseln in rascher Folge hinzu.

Haupteinnahmequelle von Yahoo ist die Werbung. Das sind zum einen bezahlte Links bei der Suchmaschine. Hier nutzt Yahoo die Technologie von Microsofts Suchmaschine Bing. Langsam scheinen sich Erfolge zu zeigen in höheren Werbeeinnahmen. Das traditionell wichtigere Standbein ist aber die sogenannte Display-Werbung mit grafischen Anzeigen. Google und Facebook überholten Yahoo in diesem Geschäft.

Der Verwaltungsrat hatte die Vorzeigemanagerin Mayer Mitte 2012 vom Rivalen Google abgeworben. Sie will Yahoo wieder zu einer der ersten Adressen im Internetgeschäft machen. Dazu sammelte sie ein neues Führungsteam, schloss unrentable Bereiche wie in Südkorea und will mit neuen Diensten und Inhalten die Nutzer wieder an Yahoo binden. Sie will Yahoo auch stärker international ausrichten. Derzeit kommen drei Viertel der Einnahmen vom amerikanischen Kontinent, die Region Europa, Naher Osten und Afrika liefert nur ein Zehntel.

Yahoo konnte im Gesamtjahr seinen Umsatz minimal auf knapp 5,0 Milliarden Dollar steigern und behielt unterm Strich mehr als 3,9 Milliarden Dollar übrig - fast vier Mal soviel wie im Jahr 2011. Dieser gewaltige Gewinnsprung kam durch den Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetkonzern Alibaba zustande. Für dieses Jahr geht das Management von einem Gesamtumsatz zwischen 4,75 und 4,88 Milliarden Dollar aus.

Mit den jetzigen Geschäftszahlen übertraf Yahoo die Erwartungen der Analysten. Nachbörslich stieg die Aktie um mehr als 4 Prozent, doch eine in den Augen der Anleger zu vorsichtige Prognose ließ das Plus auf 1 Prozent zusammenschmelzen. Yahoo geht im laufenden Jahr von einem Umsatzrückgang aus.

Wie ein Damoklesschwert hängt eine richterliche Entscheidung in Mexiko über Yahoo: Das Konzern ist in einem Streit mit einem Geschäftspartner um ein Branchenverzeichnis zur Zahlung von 2,7 Milliarden US-Dollar verdonnert worden. Yahoo geht gegen die Entscheidung vor. "Wir sind sicher, dass wir erfolgreich sein werden", sagte Finanzchef Ken Goldman. Deshalb sei auch keine Rückstellung gebildet worden. (dpa)

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