Nach Boykott-Drohungen

Werbung neben Hass-Videos - So reagiert YouTube

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YouTube ändert seine Regeln für das Schalten von Werbung.

Mountain View - Mit Werbung neben Videos verdient YouTube viel Geld. Nach Beschwerden über unglücklich platzierte Reklame sah sich Googles Videoplattform jetzt gezwungen, neue Regeln aufzustellen.

Die Zeitung "The Times" hatte bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass BBC-Sendungen in Verbindung mit Videos des früheren Anführers des Ku-Klux-Klans, David Duke, beworben worden seien. Auch bei Videos eines islamistischen Predigers, der wegen Anstiftung zum Hass nicht mehr nach Großbritannien einreisen darf, sei BBC-Werbung aufgetaucht. 

Die BBC, aber auch etwa die amerikanischen Telekom-Konzerne Verizon und AT&T, der Konsumgüter-Riese Johnson & Johnson, Ford und die Bank JP Morgan Chase, denen Vergleichbares passiert war, hatten darauf angekündigt, ihre Anzeigen bei YouTube auszusetzen.

Werbung erst nach 10.000 Klicks

Jetzt gibt es die erste einschneidende Änderung am Geschäftsmodell. Auf Kanälen bei der Google-Videoplattform wird künftig erst Werbung angezeigt, wenn ihre Videos 10.000 Mal abgerufen wurden. Das gebe dem Internet-Konzern die Möglichkeit, erst festzustellen, ob die Betreiber des Profils sich an die Regeln halten, hieß es in einem Blogeintrag.

YouTube hatte vor rund fünf Jahren allen erlaubt, sofort Werbung vor ihren Videos zu schalten. Das wurde zu einem attraktiven Grundpfeiler des Geschäftsmodells, sorgte auch für Probleme, weil einige versuchten, mit fremden Inhalten schnell Geld zu machen. Google kämpfte dagegen mit seiner "Content-ID"-Software an, die Videos automatisch identifizieren kann. Jetzt sollen die Kanal-Betreiber nach Erreichen der Marke von 10.000 Abrufen zusätzlich überprüft werden.

Mehr Kontrolle für Anzeigenkunden

Google sah sich in der Debatte zuletzt unverhältnismäßig an den Pranger gestellt. Nur ein "winziger" Anteil der Anzeigen sei davon betroffen gewesen, sagte Google-Manager Philipp Schindler dem Tech-Blog "Recode". Ein Teil des Problems ist, dass Werbeplätze im Umfeld von YouTube-Videos weitgehend automatisiert über diverse Marktplätze befüllt werden.

In ersten Schritten gab YouTube Anzeigenkunden mehr Kontrolle darüber, wo ihre Werbung zu sehen ist. Außerdem gibt es nun mehr Kategorien von Videos, neben denen grundsätzlich keine Werbung angezeigt wird.

Die Drohung, ihre Werbung auszusetzen, hätten einige Kunden nicht wahrgemacht, andere seien zurückgekehrt, erklärte Google.

dpa

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