Zuckerberg-Kläger: Beweis für Betrug

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat großes Interesse daran, den Streit mit Ceglia schnell aus der Welt zu schaffen

New York - Im Streit mit einem ehemaligen Geschäftspartner, der Anspruch auf die Hälfte an Facebook erhebt, glauben Anwälte von Firmengründer Mark Zuckerberg, den entscheidenden Beweis gefunden zu haben.

Die Facebook-Anwälte behaupten, auf einem Computer des früheren Holzpellets-Händlers Paul Ceglia mit Daten aus dem Jahr 2004 sei der Original-Vertrag mit Zuckerberg entdeckt worden. Der Name Facebook tauche dort im Gegensatz zu den von Ceglia vorgelegten Kopien nicht auf, betonte Facebook in einem am Dienstag veröffentlichten Gerichtsdokument.

Ceglia selbst warf Facebook in einem Interview im Gegenzug vor, das jetzt aufgetauchte Dokument gefälscht zu haben. Es sei im Auftrag des Online-Netzwerks auf sein Computer-Laufwerk geschleust worden, sagte er der Nachrichtenwebsite “ZDNet“. Ceglia ist von mehreren Anwaltsfirmen fallengelassen worden und lebt derzeit in Irland.

Ceglia behauptete vor rund einem Jahr in einer Klage, mit Zuckerberg bereits im Jahr 2003 einen Online-Dienst mit dem Namen thefacebook.com oder “Face Book“ geplant zu haben. Zuckerberg habe Ceglia jedoch schließlich ausgebootet und Facebook allein auf die Beine gestellt. Allerdings habe der Vertrag ihm das Anrecht auf die Hälfte an dem geplanten Online-Netzwerk gegeben, das er jetzt geltend machen wolle. Ceglia untermauerte seine Version der Geschichte zusätzlich zur vorgelegten Kopie eines Vertrages mit mehreren E-Mails. Facebook bezeichnete das alles als Fälschung.

Der Facebook-Knigge

Der große Facebook-Knigge

Mit dem nun auf der Computer-Festplatte gefundenen Original-Vertrag glaubt Facebook, den Fälschungs-Vorwurf beweisen zu können. Als einziges Unternehmen werde dort die Firma StreetFax erwähnt, für die Zuckerberg Programmierer-Arbeiten ausführen sollte, heißt es in dem Gerichtsdokument. StreetFax sollte eine Website mit Fotos von Straßenkreuzungen für Versicherungen werden. Ceglia hatte sich anfänglich unter Hinweis auf eine vereinbarte Vertraulichkeit dagegen gewehrt, dass Dateien aus seinem Computer in dem Prozess verwendet werden. Der zuständige New Yorker Richter gab sie jedoch frei.

Facebook hat großes Interesse daran, den Streit mit Ceglia schnell aus der Welt zu schaffen - für kommendes Jahr wird ein Börsengang des weltgrößten Online-Netzwerks erwartet. Es könnte dabei nach Expertenschätzungen mit bis zu 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Zweifel an Ceglias Glaubwürdigkeit wurden Ende Juni bereits dadurch gestärkt, dass er von zwei renommierten Anwaltsfirmen fallengelassen wurde.

Ceglia ist nicht der einzige, der ein Stück von Facebook haben will. So gehen die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss seit Jahren gegen Zuckerberg vor. Die einstigen Kommilitonen behaupten, er habe ihnen die Idee für Facebook geklaut. Einen Vergleich mit dem Online-Netzwerk wollen sie aufkündigen, weil Facebook sie dabei angeblich über den Tisch gezogen habe. Sie geben trotz mehrerer Niederlagen vor Gericht nicht auf.

dpa

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