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Fragen und Antworten: Afrikanische Schweinepest für Menschen ungefährlich

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Von: Bernd Schlegel

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Die Afrikanische Schweinepest hat nun auch Niedersachsen erreicht. Für Menschen ungefährlich: Fragen und Antworten rund um die Tierseuche.

Hannover – In einem schweinehaltenden Betrieb im Landkreis Emsland ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler Institut, bestätigte den Befund des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Samstag (02.07.2022) mitteilte.

In diesem landwirtschaftlichen Betrieb im Emsland war die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Inzwischen wurden alle Schweine getötet.
In diesem landwirtschaftlichen Betrieb im Emsland war die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Inzwischen wurden alle Schweine getötet. © Lars Klemmer/dpa

Nach Ministeriumsangaben handelt es sich hierbei um den ersten bestätigten Fall der Tierseuche in Niedersachsen. Fragen und Antworten rund um die Afrikanische Schweinepest:

In welchem Betrieb ist die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden?

Betroffen ist ein Betrieb in der Gemeinde Emsbüren in der Nähe der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Dort wurden 280 Sauen und rund 1500 Ferkel gehalten. Der komplette Bestand werde am Sonntag getötet.

Welche weiteren Sofortmaßnahmen wurden ergriffen?

Weil die Region zu den Gebieten mit einem besonders dichten Viehbestand gehört, hat das Ministerium rund um den Betrieb eine Sperrzone von zehn Kilometern eingerichtet. Innerhalb dieser Zone ist der Transport von Schweinen zunächst verboten. Außerdem werden alle Bestände vorerst regelmäßig auf weitere Fälle kontrolliert. Davon betroffen sind etwa 300 Schweinehalter mit 200 000 Tieren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Tiere getötet werden müssen.

Wie wurde die Erkrankung der Tiere in dem Betrieb bemerkt?

Wie Schweinepest eingeschleppt werden konnte, ist bislang noch unklar. Der Halter hatte bei seinen Zuchtsauen Symptome festgestellt und deshalb einen Tierarzt kontaktiert. Er hatte wegen des Verdachts Proben an das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geschickt.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung, die ausschließlich Wild- und Hausschweine betrifft. Sie endet für Schweine meist tödlich.

Können Menschen sich mit dem Virus anstecken?

Nein, das Virus ist für den Menschen ungefährlich. Auch der direkte Kontakt zu infizierten Tieren stellt kein Risiko für eine Ansteckung dar.

Ist das Virus für Haustiere gefährlich?

Nein, es können sich ausschließlich Schweine mit dem ASP-Virus anstecken. Für andere Tiere ist das Virus ungefährlich. Allerdings können beispielsweise Hunde nach Kontakt mit einem infizierten (Wild-)Schwein das Virus weiterverbreiten.

Wo kommt die ASP vor?

In Deutschland ist das Virus bisher in Niedersachsen sowie in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Polen, die baltischen Staaten und weitere osteuropäische Länder sind ebenfalls betroffen. Außerdem ist die ASP in einigen afrikanischen Ländern, Russland und China verbreitet.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Die Krankheit wird direkt von Tier zu Tier übertragen. Beispielsweise bei Hausschweinen in offenen Haltungsformen durch den Kontakt zu Wildschweinen. Indirekt kann das Virus durch Menschen, andere Tiere oder Gegenstände übertragen werden. Nach Kontakt mit infizierten (Wild-)Schweinen, kann das Virus an Kleidung oder Gegenständen haften. So wird es in den Schweinestall getragen. Auch Futtermittel, Schlacht- und Speiseabfälle, Gülle und Mist oder Fahrzeuge können das Virus weitertragen.

Ist ein Spaziergang im Wald weiterhin möglich?

Ja, der Waldspaziergang – auch mit Hund – ist weiterhin möglich. Die allgemeine Vorsicht gegenüber Wildtieren sollte aber beachtet werden. Im Falle eines ASP-Ausbruchs kann das Betreten von Waldgebieten eingeschränkt werden. Grundsätzlich dürfen mit rot-weißem Flatterband abgesperrte Waldstücke nicht betreten werden.

Gibt es einen Impfstoff?

Nein, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest. Auch kurzfristig ist damit nicht zu rechnen. Allerdings wurden bereits interessante Kandidaten für einen Impfstoff entwickelt, die jetzt weiter erforscht werden müssen.

Können Menschen erkranken, wenn sie Fleisch von infizierten Schweinen/Wildschweinen essen?

Nein, es erfolgt keine Ansteckung durch den Verzehr von (Wild-)Schweinefleisch. Unabhängig von ASP sollte beim Zubereiten immer die Küchenhygiene beachtet werden, also die Kühlkette einhalten, rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, das Fleisch auf über 70 Grad Celsius erhitzen.

Wie wird sichergestellt, dass kein infiziertes Fleisch in den Handel gelangt?

Der Handel mit Schweinefleisch aus Gebieten mit ASP, ist nach EU-Recht untersagt. Dabei geht es nicht um die menschliche Gesundheit, denn ASP stellt für Menschen keine Gefahr dar. Hintergrund ist vielmehr die Tiergesundheit. Wird infiziertes Schweinefleisch falsch behandelt oder entsorgt, könnte dadurch die Seuche verbreitet werden.

Warum sollten keine Fleischprodukte aus anderen Ländern mitgebracht werden?

Das ASP-Virus ist außerordentlich widerstandsfähig. Nicht nur frisches Fleisch kann für andere Schweine infektiös sein. In tiefgekühlten oder rohen beziehungsweise geräucherten Fleischprodukten, zum Beispiel Salami oder Schinken, kann das Virus monatelang überleben. Um keine Tierseuchen (also nicht nur ASP) einzuschleppen, ist das Mitbringen von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Milch aus Nicht-EU-Ländern streng untersagt. Reisende sollten generell darauf achten, Speisereste nur in fest verschlossenen Müllbehältern zu entsorgen. (bsc, mit dpa)

Jeder kann helfen, damit sich die Tierseuche nicht weiter ausbreitet

Jeder kann helfen, dass sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht weiter ausbreitet.

Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Haus- oder Wildschweine verfüttert werden!

Es sollten keine Speisereste in der Natur zurückgelassen werden. Wildschweine gibt es überall in Deutschland.

Unbedingt keine Lebensmittel mit Schweinefleisch (zum Beispiel Wurst, Schinken, tiefgefrorenes Fleisch) aus Gebieten, die von ASP betroffen sind, mitbringen. Das Mitbringen von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Milch aus Ländern außerhalb der Europäischen Union ist verboten.

Unaufgefordert sollten keine Tierstallungen betreten werden.

Tot aufgefundene Wildschweine sollte unbedingt an das zuständige Veterinäramt gemeldet werden. (bsc)

Jagdzeiten und Afrikanische Schweinepest beschäftigen auch die Jägerschaft in Duderstadt im Landkreis Göttingen. In Niedersachsen wurde Vorsorge gegen die Schweinepest geleistet.

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