1. Startseite
  2. Niedersachsen

Göttingerin Carina Hermann könnte neue Parlamentarische Geschäftsführerin werden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Mlodoch

Kommentare

Die CDU möchte ein jüngeres und weiblicheres Team im Landtag. Die Göttingerin Carina Hermann ist im Gespräch als Parlamentarische Geschäftsführerin.

Hannover – Während SPD und Grüne sich gerade die Grundlagen für ihre künftige Koalition in Niedersachsen zurechtzimmern, bastelt der große Wahlverlierer CDU an einer personellen Neuaufstellung.

Ein jüngeres und weiblicheres Team soll das Comeback als Regierungspartei in fünf Jahren in die Wege leiten. Den Anfang machte Generalsekretär Sebastian Lechner (41), der direkt nach der Niederlage der Union bei der Landtagswahl erfolgreich nach dem Fraktionsvorsitz griff.

Personelle Neuaufstellung: erste Gespräche im Landtag

Carina Hermann CDU
Die CDU-Abgeordnete Carina Hermann könnte Parlamentarische Geschäftsführerin im Landtag Niedersachsen werden. © Privat

Jetzt formt er seine Truppen: Am nächsten Dienstag sollen die 47 CDU-Abgeordneten die gesamte Führungscrew hinter Lechner wählen. Dabei läuft alles auf die ehemalige Richterin Carina Herrmann (37) aus Göttingen als neue Parlamentarische Geschäftsführerin hinaus.

Um seinen eigenen Modernisierungsanspruch zu genügen, wolle Lechner den zweitwichtigsten Posten der Fraktion einer Frau übertragen, heißt es. Unumstritten ist diese Entscheidung für die erst frisch über die CDU-Landesliste eingezogene Abgeordnete nicht. Zwar hat die sie als Büroleiterin des zurückgetretenen Fraktionschefs Dirk Toepffer gearbeitet.

Aber Kritiker halten Herrmann mangelnde Erfahrung in parlamentarischen Spitzfindigkeiten vor. Die Messlatte liegt freilich hoch. Noch-Amtsinhaber Jens Nacke macht diesen Job seit zwölf Jahren. In der neuen Legislaturperiode soll Nacke nun mit dem prestigeträchtigen Posten eines der vier Vizepräsidenten des Landtags belohnt werden.

Präsidentenamt steht der Regierungspartei SPD zu

Das Präsidentenamt selbst steht der SPD als stärkster Fraktion zu. Dieses soll nach der scheidenden Hausherrin Gabriele Andretta von einer Frau besetzt werden. Von den vier in der Geschäftsordnung vorgesehenen Stellvertreterämtern sollen je eines an SPD und Grüne fallen. Zwei sind für die CDU vorgesehen. Neben Nacke ist dafür ist die bisherige Agrarministerin Barbara Otte-Kinast im Gespräch.

Die Namen Nacke und Otte-Kinast gefallen in der CDU-Fraktion jedoch nicht jedem. Auch andere Abgeordnete wie der bisherige Wissenschaftsminister Björn Thümler haben sich selbst als Vize-Präsidenten gut vorstellen können. Für sie wie auch für den scheidenden Finanzminister Reinhold Hilbers bleiben noch die Sprecherposten, die Lechner mit mehr Mitsprache aufwerten will.

Neuer Landtag: Der Steuerzahlerbund kritisiert, dass nun 146 Abgeordnete statt 135 im niedersächsischen Landtag sitzen.
Neuer Landtag: Der Steuerzahlerbund kritisiert, dass nun 146 Abgeordnete statt den notwendigen 135 im niedersächsischen Landtag sitzen. © Friso Gentsch/dpa

Fraktionschef Lechner gilt auch als potenzieller, aber nicht unumstrittener Nachfolger für CDU-Landeschef Althusmann. Einige Kritiker werfen ihm eine „handstreichartige Operation“ vor, weil er sich in Windeseile Fraktions- und Parteivorsitz schnappe. Lechner selbst hält sich vornehm zurück.

Nachfolger für CDU-Landeschef Althusmann ist im Gespräch

Ob sich noch andere Interessenten aus der Deckung wagen, scheint fraglich. Zwar hatten sich zunächst die niedersächsischen Bundestagsabgeordneten Silvia Breher aus Cloppenburg, Gitta Connemann aus Leer und Hendrik Hoppenstedt aus Großburgwedel in Spiel bringen lassen.

Aber deren Kandidaturen würden dem seit Jahrzehnten gepflegten Grundsatz der Niedersachsen-Union widersprechen, wonach der Parteivorsitzende ganz eng in der niedersächsischen Landespolitik verwurzelt sein muss. Beim Fraktionschef, der seit fast zehn Jahren im Landtag sitzt und sechs Jahre Landeschef der Jungen Union war, liegt diese Voraussetzung vor. (Peter Mlodoch)

Auch interessant

Kommentare