Bodenschätze

Lithium-Hochburg: Niedersachsen könnte bald für E-Autos und Handys unverzichtbar sein

Lithiumchlorid in einer Petrischale
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So würde es aussehen: Lithiumchlorid. Schon jetzt versuchen Start-ups eine CO₂-freie Förderung des Rohstoffes zu ermöglichen. Genauso wie in Munster-Bispingen, könnte dies ein entscheidender Schritt in Richtung E-Mobilität sein.

Ein einzigartiges Projekt: Im Zuge eines Geothermie-Projektes soll als Nebenprodukt Lithium gefördert werden – und das in Niedersachsen. Das Element wird weltweit dringend für die Produktion von E-Autos benötigt.

Munster-Bispingen – Zu einem bislang einzigartigem Projekt kommt es in Munster-Bispingen in Niedersachsen. Im Zusammenhang mit einem Geothermie-Projekt wollen die Stadtwerke Lithium gewinnen. Das Element wird weltweit dringend benötigt – und zwar für die Produktion von Batterien für E-Autos. Das berichtet kreiszeitung.de.

Doch wie kommt es zu dieser ungewöhnlichen Kooperation? Nach Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) liegt an der besonderen Lage von Munster-Bispingen. Umgeben von Bundeswehrstandorten, kommen viele regenerativen Energieprojekte nicht infrage. Deshalb ist ein Geothermie-Projekt geplant, um die Stadt Munster und die Bundeswehr mit Wärme zu versorgen.

Lithium-Hochburg: In Niedersachsen könnte bald Element für Notebooks, Handys oder Elektroautos gefördert werden

Das Wasser, das auf etwa fünf Kilometern Tiefe geholt wird, ist jedoch nicht nur für das Energieprojekt interessant. Darin befinden sich auch Lithium-Ionen, ohne die elektrische Geräte wie Handys, Notebooks oder eben auch E-Autos nicht funktionieren würden.

Lithium für Akku im E-Auto benötigt: In Deutschland steigt der Bedarf aufgrund der E-Mobilität

Bislang wird Lithium insbesondere aus Mienen in Chile und Australien gefördert. Und der Bedarf steigt, wie Daten der Deutschen Rohstoffagentur zeigen. Allein in Deutschland könnten für die E-Mobilität bis 2030 mindestens 49.000 Tonnen Lithium benutzt werden.

Wie viel Lithium wird für einen Akku eines E-Autos gebraucht?

Doch wie viel sind diese Zahlen im Verhältnis? Wie viel Lithium wird für einen Akku eines E-Autos gebraucht? Dies kommt immer auf die Kilowattstunden eines Akkus an. Ein normales E-Auto mit etwa 90 kWh braucht für einen Akku rund 13,5 Kilogramm Lithium. Eben soviel Kobalt wird benötigt. Für einen Akku mit 50 kWh werden jeweils 7,5 Kilogramm benötigt.

Lithium aus Munster-Bispingen: bis zu 500 Tonnen im Jahr möglich

Die potenzielle Förderung des Lithiums der Stadtwerke Munster-Bispingen fällt da eher gering aus. Wie Stadtwerke-Chef Jan Niemann laut NOZ ausrechnet, könnten etwa 500 Tonnen pro Jahr als Nebenprodukt der Geothermie anfallen – dennoch mehr als bei anderen, vergleichbaren deutschen Projekten.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) schätzt den Lithiumgehalt in Munster bei etwa 353 Milligramm pro Liter – Proben aus anderen Erdschichten in Deutschland brachten etwa 250 Milligramm bei bis zu 4000 Metern zustande.

Das erste Mal im Norden: Lithium aus Munster-Bispingen könnte Vorzeigeprojekt werden

Jedoch ist noch nicht klar, ob das Projekt genau so über die Bühne gehen kann, denn abschließend genehmigt ist es noch nicht. Bislang habe das LBEG lediglich eine Aufsuchungserlaubnis erteilt. Eine Premiere im Aufsichtsbezirk der Behörde, der die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein umfasst.

Trotzdem planen die Stadtwerke Munster-Bispingen die nächsten Schritte. Im Frühjahr 2023, so Chef Niemann, gegenüber der NOZ, soll das schon bestehende Erdgasbohrloch noch vertieft werden. Auch denkt der Stadtwerke-Chef weiter: So könnte er sich vorstellen, ein zweites Bohrloch zu erschließen, sollte das erste erfolgreich sein. Das hänge jedoch vom Wärmebedarf ab.

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