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Mittagessen an Schule und Kita: 129 Euro pro Kind kommen vom Land

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Von: Andree Wächter

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Kostenfaktor Mittagessen. Das Land will noch im Dezember viele Eltern mit 200 Millionen Euro entlasten, deren Kinder in die Kita oder Schule gehen.

Update vom 18. November: Warmer Geldregen für die Kommunen in Niedersachsen. Noch in diesem Jahr sollen sie 129 Euro pro Kita- und Schulkind bekommen. Auf Anfrage von kreiszeitung.de teilt das Kultusministerium mit: „Rund 179 Millionen Euro werden den Kommunen über den ‚Kommunalen Finanzausgleich‘ so direkt wie möglich zur Verfügung gestellt. Die Zahlung wird noch im Dezember auf Grundlage des Gesetzes direkt an die Kommunen erfolgen.“

Final beschlossen wird alles während der Landtagssitzung am 30. November 2022. Etwas länger gedulden müssen sich Freie Träger. Vom Kulturministerium heißt es dazu: „Sie erhalten jedoch auf einfachen Antrag hin, die selbe Summe pro Person– insgesamt 21 Millionen Euro. Nach dem Antrag sind keine weiteren Nachweise mehr zu erbringen. Das Geld wird nach der jeweiligen Antragsstellung ab Januar ausgezahlt.“

Noch völlig unklar ist, wie die Kommunen das Geld – in Summe 200 Millionen Euro – ausgeben. Denn, laut dem Kultusministerium soll die Hälfte für das Stabilhalten der Essenspreise genutzt werden und der Rest „zur Abfederung der hohen Energiekosten in den Einrichtungen“. Das berichtet kreiszeitung.de.

Mittagessen in Kita und Schule: Mensa soll zum Lernort werden

Meldung vom 17. November: Hannover – An Niedersachsens Schulen soll künftig gesünderes und nachhaltigeres Essen auf die Teller kommen. Dafür will sich die neue Landesregierung aus SPD und Grünen einsetzen. Im Koalitionsvertrag werden Modellprojekte angekündigt, um Schulmensen zu „Lernorten“ für die Ernährungsbildung zu entwickeln. Außerdem soll es für alle Schulformen ein Programm geben, das den Schülern die Vorzüge von Obst und Gemüse vermittelt. Auch will das Land sich an den Essenskosten im Rahmen der Milliarden-Entlastung beteiligen.

Noch in diesem Jahr soll die Auszahlung an die Kommunen beginnen, damit Familien bei den Kosten für das Essensgeld entlastet werden. Dieses Vorhaben ist Teil eines Nachtragshaushalts der rot-grünen Regierung, über den der Landtag am 30. November abstimmen soll.

Nachhaltige Ernährung in Niedersachsen: Kommunen geben viel Geld aus für Essen an Kita und Schule

Die Ankündigung, dass es einen Essenszuschuss für Kita und Schule gibt, wird viele Kommunalpolitiker freuen. In den vergangenen Monaten mussten sie sich mit deutlichen Preissteigerungen auseinandersetzen und die Frage klären: Wer soll es bezahlen? Grundsätzlich stehen zwei Varianten im Raum. Werden sämtliche Kosten auf die Eltern umgelegt oder übernimmt (in Teilen) der kommunale Haushalt die Kosten? Die Gemeinde Oyten (Landkreis Verden) subventioniert das Essen in Kita und Schule mit über einer Million Euro.

Grundsätzlich ist ein Mittagessen eine Leistung, die nicht bezuschusst werden muss. Allerdings darf der Träger damit keinen Gewinn erwirtschaften. Meint: Das Essen darf nicht teurer sein, als es kostet. Was alles in die Kosten mit reingerechnet werden darf, ist geregelt. Neben dem Essenseinkauf und Personalkosten können auch Ausstattungskosten berücksichtigt werden, schreibt die Verbraucherzentrale.

Ein Korb mit Äpfel steht im Vordergrund, zwei Jungen sind verschwommen im Hintergrund zu sehen.
In Schulen und Kitas soll der Bioanteil am Mittagessen erhöht werden. Die Landesregierung aus SPD und Grüne plant dazu Modellprojekte. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Mittagessen in Schulen in Niedersachsen: Frischküche mit Bioanteil ist teuer

Ein weiterer Faktor ist die Art der Zubereitung. Eine Frischküche mit Bioanteil ist teurer als eine einfache Warmverpflegung. Um den Bioanteil zu erhöhen, soll es vom Land geförderte Modellprojekte geben. Konkret sollen künftig mehr regionale, saisonale und biologisch erzeugte Lebensmittel auf den Speiseplänen stehen. Das Agar-Ministerium verweist zudem auf die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), bei denen der Trend „eindeutig zu pflanzenbetonter Ernährung“ gehe – mit Blick auf die Gesundheit der Kinder und die Klimabilanz der Speisen, wie es heißt.

Die Modellprojekte werden in Abstimmung mit dem Kultusministerium und den Trägern der Schulen vorbereitet. Wann die Projekte starten können und wie viele Schulen daran beteiligt werden, ist noch offen. „Jede Mahlzeit ist ein Teil der Ernährungsbildung“, sagte Agrarministerin Miriam Staudte (Grüne). Die Menüauswahl in der Schulmensa sei daher wichtig, um das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen zu prägen. „Ich möchte erreichen, die Gemeinschaftsverpflegung nachhaltiger und gesünder auszurichten.“

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