Anklage Corona-Ausbruch mit Toten

Fahrlässige Tötung? Anklage gegen Pflegerin wegen Covid-Ausbruch in Pflegeheim

Eine Pflegerin schiebt eine Bewohnerin über den Flur
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Pflegerin wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. (Symbolbild)

Weil sie einen Corona-Ausbruch mit Toten in einem Pflegeheim verursacht haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Hildesheim Anklage gegen eine 45-Jährige erhoben.

Hildesheim – Der früheren Mitarbeiterin des Heimes werde fahrlässige Tötung zur Last gelegt. Sie habe trotz einer Corona-Infektion ihres bei ihr lebenden Sohnes zunächst weiter gearbeitet, weil das Heim irrtümlich annahm, sie sei doppelt geimpft. Eigentlich hätte sie sich in Quarantäne begeben müssen.

Corona war Todesursache bei angesteckter Bewohnerin

Die Frau soll spätestens drei Tage später unbemerkt selbst mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein und einen Arbeitskollegen angesteckt haben.

In der Folge infizierten sich drei weitere Mitarbeiter sowie elf Bewohner. Drei Bewohnerinnen starben. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergaben laut Staatsanwaltschaft, dass die Corona-Infektion bei einer der Bewohnerinnen todesursächlich war. Bei den beiden anderen Geschädigten seien andere Ursachen nicht auszuschließen.

Impfpass stellte sich als Fälschung raus

Die Frau hatte sich am 30. November krankgemeldet. Eine Woche später soll sie das Heim über die Krankenhaus-Einweisung ihres ebenfalls an Covid-19 erkrankten Partners informiert haben. Bei diesem Gespräch soll der Arbeitgeber sie an die Vorlage ihres Impfausweises erinnert haben. Die Frau schickte ein Foto eines Ausweises, der sich als Fälschung herausstellte.

Die Ermittlungen wegen Urkundenfälschung laufen in einem gesonderten Verfahren. (dpa)

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